Fritz Busch
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Fritz Busch (1890-1951) | Dirigent und Operndirektor
Nach ersten Engagements wird er 1919 erster Kapellmeister, ab 1920 dann Generalmusikdirektor an der Oper Stuttgart und entwickelt sich dort zu einem der erfolgreichsten jungen Dirigenten. 1922 wird er als Generalmusikdirektor an die Dresdner Staatsoper berufen, wo er auch mit zahlreichen Uraufführungen das Musikleben prägt. Am 7. März 1933 wird der »Judenfreund« Busch mit Beginn der Vorstellung durch systemtreue Hausmitglieder und SA-Unterstützung aus dem Orchestergraben gebrüllt. Eine »Entschließung gegen Fritz Busch« wird verfasst und von 39 Mitgliedern der Staatsoper unterschrieben. Als er im Juli 1933 die Eröffnung der Bayreuther Festspiele für Arturo Toscanini übernehmen soll, der aus Protest gegen den Nationalsozialismus in Deutschland nicht mehr dirigiert, sagt Busch öffentlich ab und entschließt sich, Deutschland zu verlassen.
Ab 1933 leitet er am Teatro Colón in Buenos Aires mehrere deutsche Spielzeiten und dirigiert nicht mehr in Deutschland. 1934 gehört er zu den Gründern des Glyndebourne Festivals und verfolgt weiter seine internationale Karriere. Als er 1938 für die Reichstheaterwoche verpflichtet werden soll, macht Busch Gespräche über sein mögliches Engagement davon abhängig, dass Paul Serkin, der Bruder des jüdischen Pianisten Rudolf Serkin, freigelassen wird und ausreisen darf.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kommen rasch erste Stellenangebote aus Deutschland, die Busch ausschlägt, weil er sich nicht als Symbolfigur vereinnahmen lassen will. Erst im Frühjahr 1951 reist er erstmals zu Gastdirigaten nach Hamburg und Köln.
Literatur
Eine zuverlässige und online erreichbare Anlaufstelle für Informationen über den Dirigenten Fritz Busch und seine Brüder Adolf (Geiger), Willi (Schauspieler), Hermann (Cellist) und Heinrich (Pianist) ist das dem Max-Reger-Institut angeschlossene BrüderBuschArchiv. Es enthält eine umfangreiche Sammlung von Briefen, Programmen, Kritiken, Fotografien, Bildern, Noten, Büchern und Tonaufnahmen, die Leben und Wirken der Brüder dokumentiert.
Eine zuverlässige und etwas ausführlichere Biografie findet sich online im LexM der Universität Hamburg. Ein Schriftenverzeichnis, eine Diskografie, ein Quellenverzeichnis sowie eine Bibliografie runden diesen sehr informativen Artikel ab.
Als Lesebücher sehr empfehlenswert sind Buschs Autobiografie und deren Fortsetzung durch seine Ehefrau Grete Busch:
- Fritz Busch, »Aus dem Leben eines Musikers« (1949), 2001 als Fischer-Taschenbuch erschienen (vergriffen, antiquarisch erhältlich)
- Grete Busch, Thomas Mayer (Hg.), »Fritz Busch. Der Dirigent« (1970), 1990 als Fischer Taschenbuch (vergriffen, antiquarisch erhältlich)