Echos der Leidenschaft
Drei choreografische Uraufführungen
Carmen. Kurz vor seiner Hinrichtung blickt ein Offizier im Gefängnis auf seine Begegnung und sein Lieben und Leben mit der wunderschönen Carmen zurück. Er erinnert sich an Momente voller Leidenschaft und Begehren, aber auch an rasende Eifersucht und verzweifelten Hass. Antoine Jully erzählt seine choreografische Version des berühmten Mythos, inspiriert von Prosper Mérimées Novelle aus dem Jahr 1845.
Lullaby. Der frühere Erste Solist des Stuttgarter Balletts und international sehr erfolgreiche britische Gastchoreograf Douglas Lee kreiert »Lullaby«: Erinnerungen an Melodien aus der Kindheit, die gleichzeitig beruhigen und beunruhigen können. Bewegung fügt sich zu temporären Gebilden. Zart und traumhaft tauchen sie auf aus der Dunkelheit, fallen zusammen und hinterlassen Rückstände; Fragmente eines Traums oder Albtraums. Licht beleuchtet nicht nur, es enthüllt und erlischt auch wieder.
Karuna. Eine stille Qualität, eine Form des Mitgefühls, die weder tröstet noch urteilt, sondern einfach nur da ist, liegt in »Karuna«, einem Wort aus dem Sanskrit. Der italienische Gastchoreograf Giovanni Napoli nimmt es zum Ausgangspunkt seines Stücks für die BallettCompagnie Oldenburg. Karuna bezeichnet für ihn auch den Grat zwischen Nähe und Distanz, zwischen dem, was verletzt und dem, was heilt, wo Zeit sich öffnet und etwas erblühen kann.