Die Wut, die bleibt
Nach dem Roman von Mareike Fallwickl
Was, wenn eine Mutter das Unvorstellbare tut: Einfach verschwindet und drei Kinder zurück – im Stich! – lässt? Wer füllt dann dieses Vakuum?
In Mareike Fallwickls Besteller findet sich nach Helenes Suizid ihre kinderlose beste Freundin Sarah überraschend in der Rolle der Fürsorgenden wieder. Warum fühlt sie, die doch gar keine Erziehungserfahrung hat, sich verantwortlich für die Berge von Kinderkleidung, die gewaschen, Kindergeburtstage, die geplant und Tränen, die getrocknet werden müssen?
Auf der Suche nach jenen Momenten, die Helene so erschöpft haben, findet auch Sarah immer wieder Muster ihrer weiblichen Prägung, die sie dazu bringen, Aufgaben zu übernehmen, die auch andere erledigen könnten – zum Beispiel der Kindsvater Johannes. Doch auch der scheint in seiner Rolle des hilflosen, passiven Vaters gefangen. Sarahs Partner Leon hingegen weicht Sarahs Kinderwunsch regelmäßig aus und lässt sie mit der Auseinandersetzung um eine gemeinsame Elternschaft alleine.
Von jenen gesellschaftlichen Erwartungen, an denen Helene zerbrochen ist und auch Sarah verzweifelt, versucht sich Helenes Teenager-Tochter Lola mit aller Macht loszureißen. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Sunny verbündet sie sich mit Alva und Femme, die sie im Boxclub kennenlernt, um physische und emotionale Kraft zu schöpfen, um dem Patriarchat nicht nur die Stirn zu bieten, sondern auch die Faust.