zart
Drei choreografische Uraufführungen von Marika Brussel, Lucia Giarratana und Martina Di Giulio
FORMICHE existieren seit mehr als 100 Millionen Jahren auf der Erde. Die kleinen Tiere können ein Vielfaches ihres Körpergewichts tragen. Ihre Stärke liegt nicht im Individuum, sondern in der Gemeinschaft. In »FORMICHE« untersucht die italienische Choreografin Martina Di Giulio die Beziehung zwischen der Körpersprache des Menschen und der Welt der Ameisen. Durch Wiederholung, Nähe und gemeinsame Bewegung entsteht eine lebendige Struktur: ein System von Körpern, das sich selbst organisiert, auflöst und neu formiert. Die Choreografie wird zu einer Metapher für kollektive Intelligenz: Stärke ist nicht laut, Macht ist nicht Größe – die Verbindung selbst wird zur Macht.
Coiled – Sprungbereit. Die in London lebende amerikanische Gastchoreografin Marika Brussel nimmt den Mythos der Medusa als Augangspunkt ihrer Kreation. Die Göttin Pallas Athene hatte sie zu ihrem Schutz mit Schlangenhaaren und Flügeln ausgestattet. Jeder der sie sah, erstarrte zu Stein. Brussel interpretiert den Mythos als einen der Verwandlung, der Schwesternschaft und der Macht. Sie lädt das Publikum dazu ein, Medusa nicht als Monster zu sehen, sondern als jemanden, der neu definiert, was Stärke und Weiblichkeit bedeuten können.
Fleur de peau. Unsere Haut ist nicht nur unser vielseitigstes Organ, sondern auch ein Spiegel unserer Seele. Sie erzählt mit ihren Furchen und Verfärbungen unsere persönliche (Körper-) Geschichte, jede Emotion wird auf ihr sichtbar. Die Haut führt einen ständigen Dialog mit der Umwelt, sie grenzt ab, sie verführt und macht dabei jede Bewegung unseres Körpers mit. Die italienische Gastchoreografin Lucia Giarratana beschäftigt sich in »Fleur de peau« mit unserer hochsensiblen Körperhülle.