Ein wenig Farbe
Musical von Rory Six
Für Helena findet morgen die letzte geschlechtsangleichende Operation statt. Sie ist aufgeregt und sinniert noch einmal darüber, wie es überhaupt dazu kam. Helena hieß früher Klaus. Doch während ihr Umfeld in ihr einen Jungen sah, spürte Klaus selbst schon früh, dass diese Zuschreibung nicht stimmte – etwa wenn Klaus unbeobachtet Kleidung ausprobierte oder mit Rollen spielte, die einem Jungen offiziell nicht zugedacht waren. Klaus’ erste Liebe in der Schule war David, der dem Jungen allerdings keinerlei Beachtung schenkte. Letztlich heiratet Klaus und bekommt mit seiner Frau zwei Söhne. Als das Paar zu einer Kostümparty eingeladen wird, schlägt sie Klaus vor, sich doch als Frau zu verkleiden. Fortan findet Klaus Gefallen daran und besucht einmal wöchentlich Clubs, die Raum für ein selbst bestimmtes Leben in weiblicher Identität bieten. Was zunächst wie ein Spiel wirkt, erweist sich als ernsthafte Auseinandersetzung mit der eigenen Identität. Mit einer Psychotherapeutin und Ärzten werden die ersten Schritte besprochen. Wir erleben, wie sich die trans Frau selbst fühlt, wie die Gesellschaft fortan auf sie reagiert, vorrangig die Familie und der engste Freundeskreis: die Ehefrau, die sich anfangs komplett von Helena distanziert, die Kinder, die nicht wissen, ob sie Papa weiterhin Papa oder Mama nennen sollen. Helena ist über weite Strecken einsam, sind doch solche Operationen heutzutage nur vermeintlich normal. Die Realität sieht anders aus. Helena hofft, dass die wichtigsten Menschen in ihrem Leben wieder einen Platz bei ihr finden. Aber bis dahin ist es ein weiter Weg …