Luca Veggetti

Luca Veggetti wurde in Bologna, Italien geboren und erhielt seine tänzerische Ausbildung an der Scala in Mailand. Als Tänzer war er in London und den USA engagiert und ist seit 1990 als Choreograf und Regisseur tätig. Sein Interesse gilt vor allem der zeitgenössischen Musik, experimentellen Formen und neuen Technologien, so hat er mit renommierten Musikensembles und Komponisten wie Sylvano Bussotti, Toshio Hosokawa und Kaija Saariaho zusammengearbeitet sowie auf der Seite der bildenden Kunst mit dem Drawing Center, dem Metropolitan Museum of Art in New York und dem Mart in Rovereto. Sein umfangreiches Werk umfasst bereits mehr als 70 Inszenierungen, er produzierte Arbeiten mit einigen der führenden Compagnien an großen Theatern und Festivals. So entstand u. a. 1992 ‚Sarabande’ für das Maison de la danse in Lyon, ‚La Chanson de Melisande‘ (G. Faurè) für das Ballett der Oper in Nizza (1993), ‚Metamorphose’ für das Ballet Plus am Puschkin Theater in Moskau (1997), ‚Wozzeck, Lulu, La Morte ed altri’ (A. Berg) für Carla Fracci und das Ballett der Oper Rom (2002).

Er war der erste italienische Choreograf im 20. Jahrhundert, der 1999 eingeladen wurde, um mit dem legendären Mariinski Ballett in St. Petersburg zu arbeiten. 2004 kreierte er New York Choreographic Institute ‚November steps‘ und ‚Duo‘ für das New York City Ballet. Seit 2007 ist er an ‚Works&Process‘ am Guggenheim Museum in New York beteiligt. In Kooperation mit dem Miller Theater zeigte der verschiedene Programme, u.a. ‚Night/Sounds‘, einen Abend mit Musik von Toshio Hosokawa im Verhältnis zum japanischen Nō-Theater, die Uraufführung der Gesamtversion von Iannis Xenakis ‚Oresteia‘ und die US-Premiere von Kaija Saariahos ‚Maa‘. In Zusammenarbeit mit dem Komponisten Paolo Aralla entstanden ‚Silence/Text‘ am Joyce Theater, sowie ‚Play for Dancer‘ und ‚Nothing‘ für das MilanOltre Festival. 2008 führte er in Tokio Regie bei der Japan-Premiere von Toshio Howokawas Oper ‚Hanjo‘, die auf einem modernen Nō-Stück von Yukio Mishima basiert und er war auch für die Premieren in Mailand und Turin verantwortlich. 2011 war er der erste ständige künstlerische Leiter der Tanzcompany Morphoses in New York und präsentierte die multidisziplinäre Produktion ‚Bacchae‘ am Joyce Theater.

Seine Arbeit ‚Meditation on Violence‘ aus dem Abend ‚To See the Music‘ wurde 2012 nach der Vorstellung am Bolschoi Theater in Moskau mit der Goldenen Maske, dem höchsten russischen Theaterpreis, ausgezeichnet. 2013 kreierte er ‚From the Grammar of Dreams‘ für die Martha Graham Dance Company und übernahm die Wiederaufnahme des Graham Klassikers ‚Errand into the maze‘, das nun nur noch ‚Errand‘ betitelt wird. Seine Inszenierung von Kaija Saariahos ‘The Tempest Songbook’ am Metropolitan Museum of Art in New York war eine Kooperation der Gotham Chamber Opera und der Martha Graham Dance Company. Er choreografierte auch für Marionettentheater wie eine Version der ‚Oresteia‘ am MMNY, Central Park New York (2010) und ‚Figura eine Version von ‚Pelleas und Melisande‘ für das Theater Le Torri dell’Acqua in Budrio in Italien (2017). Jetzt kreiert er mit der BallettCompagnie Oldenburg ‚Am Ende unser Schatten‘ zur sinfonischen Dichtung ‚Pelleas und Melisande‘ von Arnold Schönberg.

© Terry Lin