Karine Van Hercke

Die belgische Kostüm- und Bühnenbildnerin, Dramaturgin, Musikwissenschaftlerin und Pädagogin greift in ihrer Arbeit auf eine vielfältige künstlerische und wissenschaftliche Ausbildung zurück: Zu ihren Studienfächern an der Freien Universität Brüssel gehörten Kunstgeschichte und Archäologie, Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft und Semiologie, zudem studierte sie Malerei, Tanz und Klavier. Als Musikwissenschaftlerin leitete sie eine Forschungsgruppe zum 18. Jahrhundert an der Universität Brüssel und ist Preisträgerin der Königlichen Akademie Belgiens für ihre Studie über den Orpheus-Mythos. 1992 gründete Karine Van Hercke die theaterpädagogische Abteilung des Théâtre Royal de la Monnaie und leitete von 1995 bis 2003 das dortige Opernstudio. Anschließend arbeitete sie zwei Jahre lang als Musikdramaturgin an der Opéra de Lyon. Heute ist sie neben ihrer intensiven theaterpraktischen Tätigkeit zudem Geschäftsführerin des belgischen Kunst- und Ausbildungsinstitutes CIFAS (Centre International de Formation en Arts du Spectacles), des Künstlernetzwerkes ReMuA (Réseau de Musiciens Intervenants en Ateliers) und der Fabrique Lyrique de France.
Seit 1998 arbeitet Karine Van Hercke als Dramaturgin und/oder Kostüm- und Bühnenbildnerin in zahlreichen Produktionen eng mit François de Carpentries zusammen, u. a. an den Theatern von Brüssel, Lyon, Rennes, Straßburg, Nancy, Limoges, Metz, Reims, Tours sowie u. a. in Nürnberg, Koblenz, Coburg und Toronto. Zu ihren jüngsten gemeinsamen Projekten zählen: ‚Tannhäuser‘ am Theater Görlitz, ‚Il Barbiere die Siviglia‘ in Oslo, ‚Cavalleria rusticana/Gianni Schicchi‘ in Krefeld/Mönchengladbach, ‚Die römische Unruhe oder die edelmütige Octavia‘ für die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik sowie ein Mozart-Zyklus in Linz mit ‚Cosi fan tutte‘, ‚Don Giovanni‘ und ‚La Clemenza di Tito‘.
Als Kostüm- und Bühnenbildnerin von ‚Les Paladins‘ arbeitet Karine Van Hercke erstmals am Oldenburgischen Staatstheater.