Judith Adam

Judith Adam studierte Modedesign an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Während ihrer Studienzeit führte ihr Interesse am bewegten Körper und zeitgenössischem Tanz zum Wechsel von der Mode zum Kostümbild. Die Untersuchung des Zusammenspiels von Körper und Kostüm im Tanz wurde zum Zentrum ihrer Arbeit. Dabei setzt sie sich bis heute intensiv mit den unterschiedlichsten Tanzrichtungen auseinander.
Sie arbeitet mit der politischen Tanzregisseurin Helena Waldmann (‚Made in Bangladesh‘, Theater im Pfalzbau Ludwigshafen, und ‚We love horses‘, Theaterhaus Stuttgart) ebenso wie mit dem Ballettchoreografen Reginaldo Oliveira (‚Anne Frank‘ am Badisches Staatstheater Karlsruhe und ‚Medea – Der Fall M.‘ am Salzburger Landestheater) zusammen. Sie gestaltet Kostüme für den aus dem Breakdance stammenden Choreografen Kadir Amigo Memis (‚Cabdance‘, HAU Berlin), die analytische Performerin Gabriele Reuter (‚Tourist a de-centred play‘ und ‚The Amplitude‘) und die experimentelle Choreografin Deborah Hay (‚Teancity of space‘, Tanzhaus NRW). Seit 2004 arbeitet Judith Adam intensiv mit Tim Plegge zusammen und entwarf Kostümbilder für Kreationen wie ‚Sonett XVIII‘ (Staatsballett Berlin) und für zahlreiche Handlungsballette wie ‚Momo‘ (Badisches Staatstheater Karlsruhe), ‚Eine Winterreise‘ und ‚Ein Sommernachtstraum‘ (Hessisches Staatsballett Wiesbaden Darmstadt).
Im Musiktheater arbeitet sie mit den Regisseur*innen Corinna Tezel (‚Herzog Blaubarts Burg‘, Theater Ulm, und ‚An unserem Fluss‘, Oper Frankfurt), Michaela Dicu (‚Rocky Horror Show‘, Deutsches Theater Göttingen) und Axel Köhler (‚Die lustige Witwe‘, Theater Erfurt) zusammen.
Judith Adam ist darüber hinaus als Gastdozentin an der Kunsthochschule Dresden tätig, wo sie derzeit über die Geschichte und Entwicklung des Tanzkostüms lehrt. Der Austausch mit der Generation heutiger Student*innen ist ihr ebenso wichtig wie der mit den Bühnen- und Kostümbildkolleg*innen. Als Vorsitzende des Bundes der Szenografen diskutiert sie die Fragen ihres Berufes sowohl künstlerisch als auch politisch, gestaltet Ausstellungen und Symposien.
Nach ‚Jurassic Trip‘ und ‚Men and women‘ setzen Antoine Jully und Judith Adam ihre inspirierende Zusammenarbeit mit ‚Le sacre du printemps‘ am Oldenburgischen Staatstheater fort.

© Martina Pipprich