Sinfoniekonzerte

Karten kaufen über den Kalender, im Ticketshop oder an der Theaterkasse (Di — Fr 10 — 18 Uhr, Sa 10 — 14 Uhr, 0441.2225-111)

24.11.2019

3. SINFONIEKONZERT: Gedenken

Arvo Pärt (*1935)
Cantus in memoriam Benjamin Britten
Alban Berg (1885 — 1935)
Violinkonzert
Peter Tschaikowsky (1840 — 1893)
Symphonie Nr. 6 h-Moll op. 74 ‚Pathétique‘

Weser-Ems-Hallen

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„Dem Andenken eines Engels" widmete Alban Berg sein Violinkonzert, das er 1935 anlässlich des erschütternd frühen Todes der 18-jährigen Tochter von Alma Mahler-Werfel komponierte und das in Oldenburg die vielfach ausgezeichnete ECHO-Preisträgerin Tianwa Yang spielt. Auch Arvo Pärt schrieb 1977 seinen 'Cantus in memoriam Benjamin Britten' - eines seiner ersten Stücke im Tintinnabuli-Stil - unter dem Eindruck eines großen Verlustes. Der schwermütige Tschaikowsky hingegen gedachte seiner selbst und legte in seine letzte Sinfonie seine „ganze Seele": Was er als Programmmusik des (seines) Lebens anlegte und für viele einem Sinfonischen Requiem gleichkam - Tschaikowsky starb wenige Tage nach der Uraufführung -, gehört dessen ungeachtet heute als 'Pathétique' zu seinen populärsten Werken.

Musikalische Leitung: Hendrik Vestmann
Solistin: Tianwa Yang, Violine
Oldenburgisches Staatsorchester

02./03.02.2020

4. SINFONIEKONZERT: Fantasierend

Maurice Ravel (1875 — 1937)
Ma mère l’oye. Suite für Orchester
Henri Tomasi (1901 — 1971)
Konzert für Posaune und Orchester
Peter Tschaikowsky (1840 — 1893)
Orchestersuite Nr. 3 G-Dur op. 55

Großes Haus

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Von ,Dornröschen‘ bis zum ,Kleinen Däumling‘ – in der musikalischen Märchensammlung ,Ma mère l’oye‘ (,Meine Mutter,die Gans‘) entwirft Maurice Ravel für jede der populären Erzählungen von Charles Perrault eine individuelle Klangwelt. Auch die beiden weiteren Werke des Konzertprogramms leben von musikalischem Eklektizismus: Peter Tschaikowsky fand für jeden Satz seiner dritten unterhaltsamen Orchestersuite eine eigene musikalische Farbe, sodass sich zu einem melancholischen Walzer u. a. ein temperamentvolles Tarantella-Scherzo und eine feierliche Konzertpolonaise gesellen. Und Henri Tomasi vereinte in seinem 1956 entstandenen Posaunenkonzert unterschiedlichste Stilelemente: Jazziges findet sich hier ebenso wie Impressionistisches oder Südamerikanisches.

Solist: Frederic Belli, Posaune
Musikalische Leitung: Shao-Chia Lü
Oldenburgisches Staatsorchester

01./02.03.2020

5. SINFONIEKONZERT: Voranschreitend

Ludwig van Beethoven (1770 — 1827)
Leonore-Ouvertüre III
Richard Strauss (1864 — 1949)
Hornkonzert Nr. 1 Es-Dur op. 11
Hector Berlioz (1803 — 1869)
Symphonie fantastique op. 14

Großes Haus

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Nicht weniger als vier Ouvertüren schrieb Beethoven für seine Oper ,Fidelio', von denen sich vor allem die dritte als Konzertstück behauptete und noch den Namen der - mit revolutionärem Geist - gegen Ungerechtigkeit einschreitenden Leonore trägt. Das 1882/83 komponierte Hornkonzert von Richard Strauss ist zwar eine Referenz des Neunzehnjährigen an seinen weithin als Hornvirtuose bekannten Vater, doch zugleich auch ein wichtiger Schritt in der eigenen Musiker-Laufbahn. Und Hector Berlioz schlug 1830 mit seiner Symphonie fantastique gleich ein ganz neues Kapitel der Musikgeschichte auf: Fortan wurde "Programmmusik" zum wichtigen Gegenstand künstlerischer und musiktheoretischer Auseinandersetzung.

Solist: Joaquim Palet, Horn
Musikalische Leitung: Hendrik Vestmann
Oldenburgisches Staatsorchester

22./23.03.2020

6. SINFONIEKONZERT: Volksnah

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 — 1847)
Ouvertüre ‚Die schöne Melusine‘ op. 32
Edvard Grieg (1843 — 1907)
Sinfonische Tänze op. 64
Igor Strawinsky (1882 — 1971)
Pulcinella-Suite für Orchester

Großes Haus

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Auf welch unterschiedliche Weise Volkskunst zur Inspirationsquelle von sinfonischen Werken werden kann, zeigt das sechste Sinfoniekonzert: Felix Mendelssohn Bartholdy verwandelt die deutsche Volkssageum die Nixe Melusine in ein romantisches Klangpoem von subtiler Stimmungsmalerei, Grieg verleiht den schwungvollen Melodien norwegischer Volkstänze durch die schillernden Farben des großen Sinfonieorchesters eine gänzlich neue Note und Strawinsky wiederum präsentiert den listig schlauen Pulcinella der volkstümlichen italienischen Commedia dell'arte stilisiert im Gewand einer neoklassischen Ballettmusik.

Musikalische Leitung : Vito Cristofaro
Oldenburgisches Staatsorchester

26.04.2020

7. SINFONIEKONZERT: Kantabel

Joseph Haydn (1732 - 1809)
Sinfonie Nr. 70 D-Dur, Hob. I.70
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)
Konzertarie
Joseph Haydn (1732 - 1809)
Szene und Arie "Berenice che fai" Hob. XXIVa:10
Sergei Rachmaninow (1873 - 1943)
Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 44

Weser-Ems-Hallen

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Als einer der weltweit führenden Dirigenten im Bereich der Wiener Klassik eröffnet Bruno Weil das 7. Sinfoniekonzert mit der ebenso temperament- wie humorvollen Sinfonie Nr. 70 seines erklärten Lieblingskomponisten Joseph Haydn. Besticht diese durch ihre kunstvolle kontrapunktische Arbeit ebenso wie durch ihren überbordenden musikalischen Humor, so brechen sich in Haydns "Scena di Berenice" im Gegenzug dazu die tiefsten menschlichen Gefühle Bahn. Als von Verzweiflung gequälte Königin Berenice wird dabei die junge chinesische Mezzosopranistin Nian Wang zu erleben sein, die insbesondere im hoch virtuosen klassischen und barocken Repertoire auf sich aufmerksam gemacht hat. Ein berührendes Psychogramm stellt auch Rachmaninows 3. Sinfonie dar. Hier ist es der Künstler selbst, der sich entwurzelt im Exil lebend, im Jahr 1935 in einer hochromantischen Klangsprache sehnsuchtsvoll auf unwiderruflich Verlorenes bezieht.

Solistin: Nian Wang
Musikalische Leitung: Bruno Weil
Oldenburgisches Staatsorchester

12./13.07.2020

8. SINFONIEKONZERT: Heimatverbunden

Ester Mägi (*1922)
Bukoolika für Orchester
Mieczysław Weinberg (1919 — 1996)
Violinkonzert op. 67
Jean Sibelius (1865 — 1957)
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43

Großes Haus

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In wie vielfältiger Weise auch „Heimat" mit all ihren Facetten bis heute inspiriert, zeigt sich im bukolischen Orchesterstück der estnischen Komponistin Ester Mägi ebenso wie in den Werken von Weinberg und Sibelius. Während Sibelius mit seiner auch als „Sinfonie der Unabhängigkeit" bekannten 2. Sinfonie Anfang des 20. Jahrhunderts eine nationale Selbstbehauptung gegenüber der russischen Besatzung in Finnland schuf, brachte der als Jude aus seiner polnischen Heimat vertriebene Weinberg in seinem Violinkonzert vor allem seine eigene Zerrissenheit zu Papier. In Oldenburg wird dasKonzert von dem zweifachen ECHO-Preisträger Linus Roth gespielt, der als führender Weinberg-Experte gilt und als Gründer der Internationalen Weinberg-Gesellschaft 2019 dem Komponisten anlässlich seines 100. Geburtstags eine ganze Konzertreihe in der Londoner Wigmore Hall widmet.

Solist: Linus Roth, Violine
Musikalische Leitung: Hendrik Vestmann
Oldenburgisches Staatsorchester

Vergangene Konzerte der Spielzeit

01.09.2019

1. SINFONIEKONZERT: Ohne Worte

Anton Webern (1883 — 1945)
Im Sommerwind. Idyll für großes Orchester
Richard Wagner (1813 — 1883)
Der Ring ohne Worte

Weser-Ems-Hallen

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Musik sagt bekanntlich oft mehr als Worte, und so eröffnet Generalmusikdirektor Hendrik Vestmann die Konzertsaison 19/20 mit zwei Orchesterwerken von großer Beredtheit: Während Anton Webern 1904 in seinem spätromantisch-expressiven Orchesteridyll mit großem Orchesterapparat und jugendlicher Verve ein naturschwärmerisches Gedicht von Bruno Wille bildhaft in die Sprache der Musik übertrug, zeigt die einst von Lorin Maazel eingerichtete, aller Gesangspassagen ledige Version des ‚Ring‘, wie sehr Wagner allein mit seiner Orchestersprache die ganze dramatische Geschichte um Macht, Liebe, Hass und den Untergang der Welt zu erzählen vermag. Hier ist als gut einstündige Kurzgeschichte schon einmal zu erleben, was ab Ende der Spielzeit als vierteiliger Zyklus aufdem Programm steht ...

Musikalische Leitung: Hendrik Vestmann
Oldenburgisches Staatsorchester

06./07.10.2019

2. SINFONIEKONZERT: Elegisch

Gottfried von Einem (1918 — 1996)
Ballade für Orchester op. 23
Nikolai Mjaskowski (1881 — 1950)
Cellokonzert c-Moll op. 66
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 — 1847)
Sinfonie Nr. 3 a-Moll op. 56 ,Schottische‘

Großes Haus

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Keinen musikalischen Reiseführer, sondern ein autonomes Kunstwerk schuf Felix Mendelssohn Bartholdy - inspiriert vom Besuch Edinburghs 1829 - mit seiner 3. ,Schottischen' Sinfonie. Ein melancholischer Tonfall durchzieht dieses letzte vollendete Orchesterwerk Mendelssohns genauso wie das in seiner Tonsprache oftmals an die Werke Peter Tschaikowskys erinnernde elegische Cellokonzert von Nikolai Mjaskowski. Hier spiegelt der Tonfall die Entstehungszeit wider: Mjaskowski komponierte das Konzert in den düstersten Tagen des 2. Weltkrieges. Die Ballade op. 23 schrieb Gottfried von Einem als Auftragsstück für das Cleveland Orchestra. Dessen Dirigent George Szell hatte genaue Vorstellungen von der zu liefernden Komposition: Sie sollte ca. zehn Minuten lang und brillant sein sowie eine lyrische Episode mit einer applaustreibenden Coda haben.

Solist: Claus Kanngiesser, Violoncello
Musikalische Leitung: Nicholas Milton
Oldenburgisches Staatsorchester