Satyagraha

Philip Glass (*1937)

M.K. Gandhi in Südafrika
Oper in drei Akten
Libretto / Regiebuch — Philip Glass und Constance de Jong
In sanskritischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Oldenburger Erstaufführung


„Glass’ Musik wirkt über Stimmungen. Dabei setzt er schlichten Orchesterklang gegen einen stimmmächtigen Opernchor. Gewaltige Spannungen entstehen so, gleichzeitig auch meditative Momente.”
(Nordwest Zeitung)

„Die Oldenburger Aufführung weist ein beeindruckendes Konzept auf. Die Regisseurin Andrea Schwalbach hat konkrete politische Ereignisse mit großer ästhetischer Schönheit in Szene gesetzt. (...) Die musikalische Wiedergabe unter der Leitung von Carlos Vázquez war so spannend wie diese Musik überhaupt sein kann. Sind die in Harmonik, Rhythmik und Melodie einfachen, immer tonalen Muster für Holzbläser, Streicher und Orgel (...) einmal erstellt, schwellen sie gewaltig an und wieder ab, haben eine soghafte Wirkung, oft kontrastiert von der großen stimmgewaltigen Chorpartie.” (Neue Musikzeitung)

„Regisseurin Andrea Schwalbach schafft mit wenig Mitteln starke Bilder, getragen von starken Stimmen. Es gibt großen Applaus für einen ungewöhnlichen Abend!(BILD Bremen)
 

Glass’ Interesse an Gandhis Leben und Lehre fiel Mitte der 1960er Jahre mit seiner Hinwendung zur indischen Musik zusammen. Überzeugt von der Aktualität Gandhis (1896 – 1948) als Satyagraha (Kraft der der Wahrheit) bezeichneten Lehre, ließ er seiner Einstein-Oper ein Gandhi-Portrait folgen. Tolstoi, Tagore und King, unter deren „Schirmherrschaft“ jeweils ein Akt steht, sind historische Repräsentanten dieses Prinzips, spirituelle Leitbilder aus unterschiedlichen Zeiten, verschiedenen Kulturen und Religionen stammend und mit unterschiedlichen Zielen handelnd, einig nur in der Motivation: Mitgefühl und Liebe.

‚Satyagraha‘ sollte jedoch keine hagiographische Gandhi-Oper werden; Glass wollte vielmehr die Gegenwartsbezogenheit der Ideen des großen Inders herausarbeiten, wobei auch Perspektiven der amerikanischen Protestbewegungen aus den sechziger und siebziger Jahren mit einflossen. Im gesamten Werk zielt Glass auf die Verschmelzung von uraltem Wissen mit aktuellen Tagesaufgaben. Musik und Sujet stehen in seltener Kongruenz. Jedem Bild, manchmal auch nur einem Solo oder Ensemble, liegt ein gleichbleibend melodisch-harmonisches Muster zugrunde, das durch harmonisches Auf- oder Abblenden Wechsel und Spannung erfährt. Die Wiederholung gleicher Klangmuster führt zu in sich ruhenden und schwingenden Klangfeldern und folgt damit der Richtung des Satyagraha: Einswerden mit kosmischen Energien.
‚Satyagraha‘ ist nicht wegen der zur Anwendung kommenden ungewöhnlichen Mittel, sondern vor allem wegen der ethisch-religiösen Dimension eine ungewöhnliche Oper.

Video

Bilder

 

Besetzung

Musikalische Leitung: Carlos Vázquez
Bühne und Kostüme: Anne Neuser
Dramaturgie: Annabelle Köhler
M. K. Gandhi: Timothy Oliver
Miss Schlesen: Anna Avakian
Kasturbai: Melanie Lang
Mr. Kallenbach: KS Paul Brady
Parsi Rustomji: Tomasz Wija
Mrs. Naidoo: Valda Wilson
Mrs. Alexander: Pavel Shmulevich
Lord Krishna: Ill-Hoon Choung
Prince Arjuna: Alexander Murashov
Opern- und Extrachor des Oldenburgischen Staatstheaters u.a.

Termine

Premiere — 06.02.2016

Dauer

110 Minuten

Spielstätte

Großes HausAnfahrt