Geächtet

von Ayad Akhtar

„Was bleibt von dem Stück? Viel zum Nachdenken. Nicht das Schlechteste, was ein Drama bewirken kann. – Mächtiger Beifall. Reingehen!“ (NWZ)

Grandiose Schauspielerinnen und Schauspieler [...] Eine echte Bereicherung für das Leben und den Blick auf die Welt im zweiten Jahrzehnt des aktuellen Jahrhunderts. Die Oldenburger Inszenierung hat mich als Zuschauenden im Saal alles andere vergessen lassen. Ich war mittendrin.“ (Bremen Zwei)

Amir hat geschafft, wovon andere träumen. Liiert mit der Künstlerin Emily, blickt er in seinem New Yorker Upper- Class-Apartment der lang ersehnten Beförderung zum Kanzleipartner entgegen. Dann ist alles perfekt und der amerikanische Traum erfüllt sich für den Sohn pakistanischer Einwanderer. Damit seine Herkunft ihm keinen Strich durch die ehrgeizigen Pläne macht, hat er vor einigen Jahren seinen Nachnamen von Abdullah in Kapoor abändern lassen. Denn für ihn als muslimischen Pakistani ist es nach 9/11 schwer geworden mit dem amerikanischen Traum. Und so hat Amir nach außen hin alle Zeichen, die Auskunft über seine Herkunft geben könnten, aus seinem Leben verbannt. Während er Religion an sich ablehnt und mit dem Islam hart ins Gericht geht, ist seine Frau umso faszinierter davon. Aus den endlosen, meditativen Wiederholungen des Gebets und der muslimischen Malerei schöpft Emily Inspiration für ihre Kunst, die wiederum den jüdischen Kurator Isaac begeistert, der darin eine Begegnung des Westens mit dem Islam und darüber hinaus höchst lukrative Vermarktungsmöglichkeiten sieht. Als Isaac mit seiner afroamerikanischen Frau Jory zu Besuch kommt, verwandelt sich der nette Abend im Stile einer Konversationskomödie à la Yasmina Reza bei Fenchel-Anchovis-Salat und Wein schnell in ein gesellschaftliches Minenfeld, in dem kein Blatt vor den Mund genommen wird und die Wahrheit ungeschönt ans Licht kommt.


Für seinen schonungslos ehrlichen Debüterfolg ‚Geächtet‘ wurde Ayad Akhtar, der selbst pakistanische Wurzeln hat und in Amerika lebt, mit dem Pulitzer-Preis sowie mit der Auszeichnung als „bestes ausländisches Stück 2016“ in der Kritikerumfrage von Theater heute geehrt.

Bilder

Besetzung

Regie: Peter Hailer
Bühne: Dirk Becker
Kostüme: Britta Leonhardt
Musik: Matthias Mohr
Video: Christopher Fromm
Dramaturgie: Matthias Grön
Jory: Helen Wendt
Isaac: Jens Ochlast
Susan: Magdalena Höfner/ Valentina Schüler

Termine

Wiederaufnahme— 08.09.2018

Dauer

90 Minuten

Spielstätte

Kleines HausAnfahrt

Kurzeinführung