Brundibár

Hans Krása (1899 — 1944)

Jugendoper in zwei Akten
Libretto von Adolf Hoffmeister
Prolog mit Auszügen aus dem Liederzyklus ‚Theresienstädter Tagebuch‘ von Wilfried Hiller (Texte von Alexander Jensen nach Dokumenten von Kindern des Konzentrationslagers Theresienstadt)
in deutscher Sprache

Muskalisch und darstellerisch packen alle Akteure beherzt zu, aber es gelingen viele feine Untertöne inmitten des lebhaften Bühnengeschehens. Zu Recht werden junge Sängerinnen und Sänger und erfahrene Instrumentalisten ausgiebig gefeiert." (Nordwest Zeitung)

Dass [...] die Geschichte selbst in dieser Inszenierung die Ambivalenz zwischen märchenhafter Leichtigkeit im Schatten des Terrors und einer sanft subversiven Botschaft von der Macht des Kollektivs subtil austariert, macht den Oldenburger ,Brundibár' zu einem bewegenden Erlebnis." (Kreiszeitung)

Die Geschwister Aninka und Pepíček sorgen sich um ihre kranke Mutter. Für die vom Arzt verordnete frische Milch reicht das Geld der Familie nicht. Als Aninka und Pepíček aber auf dem Marktplatz den Leierkastenmann Brundibár beobachten, der mit seinem Drehorgelspiel Geld verdient, kommen die Geschwister auf die Idee, ebenfalls durch Straßenmusik die Milch für ihre Mutter zu finanzieren. Mit ihrem Gesang haben die beiden jedoch keinen Erfolg. Ihre Stimmen gehen im Trubel unter und schließlich verjagt Brundibár auch noch seine Konkurrenten vom Markt. Mutlos legen sich die beiden Kinder unter einer Straßenlaterne schlafen. Doch plötzlich erscheinen ein Spatz, eine Katze und ein Hund und bieten Aninka und Pepíček ihre Hilfe an. Gemeinsam wollen sie den bösen Brundibár vertreiben und das nötige Geld für die Milch verdienen. 1941 heimlich in einem jüdischen Kinderheim in Prag uraufgeführt, ist das Werk durch seine Aufführungsgeschichte im Konzentrationslager Theresienstadt berühmt geworden: Über 55 Mal führten die im Ghetto internierten Kinder ‚Brundibár‘ auf, sodass diese kleine und intime Kinderoper zum Fanal für Mut und Hoffnung in aussichtsloser Zeit und größter Not wurde. Auch wenn viele der mitwirkenden Kinder sowie der Komponist Hans Krása selbst in Auschwitz den Tod fanden, wurde der Finalchor in ‚Brundibár‘ „Ihr müsst auf Freundschaft bau’n, den Weg gemeinsam geh’n“ zur heimlichen Hymne Theresienstadts, die bis heute an Menschlichkeit und Solidarität gemahnt. Krásas Oper wird mit Chorliedern aus Wilfried Hillers ‚Theresienstädter Tagebuch‘ ergänzt – einem Liederzyklus für Jugendchor, der auf Texten von Kindern aus dem Ghetto Theresienstadt basiert.

 

Bilder

 

Besetzung

Musikalische Leitung: Thomas Honickel
Inszenierung: Jens Kerbel
Bühne, Kostüme und Video: Larissa Moreno
Dramaturgie: Christina Schmidl
Brundibár: KS Paul Brady/ Leonard von Steuber
Aninka: Laura Asche/Simone Hauburger/Madita Wilkens
Pepíček: Malin Grahl/Lara Hübner/Sabrina Schulz
Äffchen: Lucy Imgart/Cosima Otto
Spatz: Jakob Dietz/Ida Grotke/Annabelle Heyer/Linda Kerstan
Katze: Jette Lüttmann/Marlena Mönnich/Karlotta Wilkens
Hund: Constantin Firmbach/Theodor Frank/Michael Hoffmeyer
Polizistin: Caroline Götz/Sina Meinlschmidt
Milchfrau: Eva-Lotta Friedrich/Lotta-Fee Hagelmann
Bäcker*in: Tia Bohlen/Sammo Imgart
Eismann/-frau: Lena Havekost/Richard Olenberg
KlangHelden Kinder- und Jugendchor des Oldenburgischen Staatstheaters
Oldenburgisches Staatsorchester

Termine

Premiere — 27.01.2019

Dauer

60 Minuten

Spielstätte

Exerzierhalle   Anfahrt