Kammerkonzerte

Karten kaufen über den Kalender, im Ticketshop oder an der Theaterkasse (Di — Fr 10 — 18 Uhr, Sa 10 — 14 Uhr, 0441.2225-111)

27.01.2019 | 11.15 Uhr

3. KAMMERKONZERT

GEDANKENSPIELE AUS OSTEUROPA

Peter Tschaikowsky (1840—1893): Streichquartett B-Dur

Krzysztof Penderecki (*1933):
Streichquartett Nr. 3 ‚Blätter eines nicht geschriebenen Tagebuchs‘
Streichquartett ‚Der unterbrochene Gedanke‘

Peter Tschaikowsky (1840—1893): Streichquartett Nr. 3 es-Moll op. 30

Kleines Haus

Anfahrt

Mit Werken von Peter Tschaikowsky und Krzysztof Penderecki ermöglicht das Ventapane Quartett im dritten Kammerkonzert einen Einblick in die Musikgeschichte Osteuropas vom 19. bis ins 21. Jahrhundert. Tschaikowsky verschmilzt in seinen Kompositionen westliche Musiktradition mit russischen Einflüssen zu einer individuellen Ausdruckskraft. Besonders im 3. Satz seines dritten Streichquartetts, dem Andante funebre e doloroso, kommt dieser ganz eigene Ton in einer Intensität und Größe zum Ausdruck, wie sie erst wieder im Finale seiner 6. Sinfonie hörbar ist. Bereits 1876 bei der Uraufführung des Quartetts war das Publikum so von dem Stück begeistert, dass es zweimal wiederholt werden musste. Demgegenüber zeigt das einsätzige Streichquartett B-Dur Tschaikowskys erste Auseinandersetzung mit der Gattung. Pendereckis Quartettsatz aus dem Jahr 1988 hingegen ist – nach seinen ersten beiden Quartettkompositionen – die Reflexion seines kompositorischen Reifeprozesses in nur 36 Takten. 20 Jahre später und 40 Jahre nach seinem zweiten großen Streichquartett vollendete er 2008 das Quartett Nr. 3 – mit dem musikalischen Zitat einer Zigeunerweise, die ihm sein Vater auf der Geige vorgespielt hatte: als eine Art Blick in die eigene künstlerische und biografische Vergangenheit.

Ventapane Quartett:

Lev Gelbard

— Violine

Birgit Rabbels

— Violine

Christoph Rabbels

— Viola

André Saad

— Violoncello

24.03.2019 | 11.15 Uhr 

4. KAMMERKONZERT

MOSAIK

Marco Nola (*1971): Sextett für Flöte, Oboe/Englischhorn, zwei Bratschen, Kontrabass und Schlagzeug (UA)

Gustav Holst (1874—1934): Terzetto für Flöte, Oboe und Viola

Gordon Jacob (1895—1984): Sonatina für zwei Violen

Erwin Schulhoff (1894—1942): Concertino für Flöte, Viola und Kontrabass

Ernst Krenek (1900—1991): Sonatine für Flöte und Viola, op. 92/2a

Geoff Sheil: ‚Worlds‘ für Oboe, Viola und Tape

Kleines Haus

Anfahrt

Ein facettenreiches Mosaik aus Werken des 20. und 21. Jahrhunderts präsentiert das vierte Kammerkonzert der Saison. Den Ausgangspunkt bildet die Uraufführung eines Sextetts für Flöte, Oboe/Englischhorn, zwei Bratschen, Kontrabass und Schlagzeug des Bremer Komponisten Marco Nola, dessen höchst atmosphärische Musiksprache bereits in früheren Kammerkonzerten begeisterte. Im Weiteren begegnen sich die Instrumente in unterschiedlichsten Klangkombinationen. In freier Weise spielen die Komponisten dabei mit den musikalischen Errungenschaften ihrer Zeit: In teils impressionistisch schwebenden, teils rhythmisch akzentuierten Klängen experimentiert Gustav Holst in seinem ‚Terzetto‘ (1925) mit einer polytonalen Schreibweise, Erwin Schulhoff lädt im selben Jahr sein weitgehend tänzerisch geprägtes ‚Concertino‘ durch ein raffiniertes Spiel mit unterschiedlichen Taktarten energetisch auf und Ernst Kreneks ‚Sonatine‘ reflektiert 1942 die bereits Jahrzehnte zuvor entstandene Zwölftontechnik in höchst individueller Weise. 1973 entwickelt Gordon Jacobs seine‚ Sonatine für zwei Violen‘ aus dem reizvollen Gegenüber zweier gleicher Instrumente, während Geoff Sheil in ‚Worlds‘ durch die Einbeziehung von Elektronik nahezu sphärische Klänge erzeugt.

Andreas Mäder

— Flöte

Jan Bergström

— Oboe/Englischhorn

Jessica Syfuss

— Viola

Imke Albert

— Viola

Regina Cunz

— Kontrabass

Christian Höpfner

— Schlagzeug

05.05.2019 | 11.15 Uhr

5. KAMMERKONZERT

KAMMERMUSIK AUF HISTORISCHEN INSTRUMENTEN

Joseph Haydn (1732—1809): Trio für Klavier, Flöte und Violoncello D-Dur Hob.XV:16

Johann Nepomuk Hummel (1778—1837): Sonate für Flöte und Klavier G-Dur op. 2, Nr. 2

Johann Christoph Friedrich Bach (1732—1795): Sonata für Cembalo oder Pianoforte und Violoncello obligato A-Dur (rekonstruiert von Stefan Fuchs)

Franz Xaver Mozart (1791—1844): Rondo e-Moll für Flöte und Klavier

Joseph Haydn (1732—1809): Trio für Klavier, Flöte und Violoncello G-Dur Hob. XV:15

Kleines Haus

Anfahrt

Nach einem Kammerkonzert, das sich der Musik des 20. Jahrhunderts und der zeitgenössischen Moderne widmet, beschwört das fünfte Kammerkonzert der Saison auf historischen Instrumenten die Klangwelt der Klassik herauf. Auf dem Programm: zwei Trios des Großmeisters der klassischen Kammermusik, Joseph Haydn, eine Flötensonate des herausragenden Klaviervirtuosen Johann Nepomuk Hummel sowie Duos zweier Künstler, die Zeit ihres Lebens gegen die Übermacht ihrer genialen Väter zu kämpfen hatten: Johann Christoph Friedrich Bach und Franz Xaver Mozart. Haydns Trios bilden insofern eine Rarität im Werk des Komponisten, als dieser hier – wohl im Blick auf das Londoner Publikum, das dieses Instrument sehr schätzte – wie in nur wenigen seiner übrigen Werke der Flöte eine zentrale Rolle zuweist. Die beiden Flöten-Duos des Konzertes markieren gewissermaßen Blütezeit und Ende der Epoche der Klassik: Während Hummels Jugendwerk ganz aus dem Geist seines Lehrers Mozart zu leben scheint, wagt Mozarts Sohn Franz Xaver bereits einen Blick in die aufkeimende Romantik. In ihrer neuen kritischen Ausgabe gänzlich von romantischen Fehlüberlieferungen befreit, ergänzt Johann Christoph Friedrich Bachs Cello-Sonate diese Werke mit ihrem feinen musikalischen Humor.

Andreas Mäder

— Flöte

Fabian Boreck

— Violoncello

Alexander Puliaev

— Hammerklavier

 

 

26.05.2019 | 11.15 Uhr

6. KAMMERKONZERT

DIE GESCHICHTE VOM SOLDATEN

Liisa Hirsch (*1984): Auftragswerk (UA) im Rahmen des Projekts a.i.r.

Igor Strawinsky (1882—1971): ‚Die Geschichte vom Soldaten‘

Kleines Haus

Anfahrt

Auf dem Rückmarsch aus dem Krieg trifft ein Soldat den Teufel und lässt sich auf einen folgenschweren Handel ein: Im Tausch gegen seine Geige erhält er ein Zauberbuch, das ihm zu ungeahntem Reichtum verhilft. Doch das Glück hält nicht an: Der Soldat vereinsamt zusehends. Obwohl er zwischenzeitlich dem Teufel seine Geige noch einmal abtrotzen und mit deren Spiel die kranke Prinzessin heilen und für sich gewinnen kann, vermag er sich dem Bann des Bösen letztendlich nicht zu entziehen … In den Krisenzeiten des Ersten Weltkriegs, erschafft Igor Strawinsky 1917 mit sieben Instrumenten, drei Schauspielern und einer Tänzerin bzw. einem Erzähler, der in alle Rollen schlüpft, ein Drama en miniature, das sich in kraftvollen musikalischen Bildern entfaltet: So begleiten markante Marschmotive den Weg des Soldaten, symbolisieren zeitgenössische Modetänze wie Tango und Ragtime die wiedererwachte Lebensfreude der Prinzessin und werden wild orgiastische Rhythmen und Klänge zum Abbild der alles zerstörenden Kraft des Teufels. Als zweites Werk des Konzertes wird ein Septett der estnischen Komponistin Liisa Hirsch zur Uraufführung kommen, das Strawinskys Besetzung aufnimmt und als Auftragskomposition für das Oldenburgische Staatstheater entstanden ist.

Antonia Lorenz

— Klarinette

Jens Pfaff

— Fagott

Matthias Elsaeßer

— Trompete

Detlev Reimers

— Posaune

Claudia Schmid-Heise

— Violine

Jochen Zillessen

— Kontrabass

Andreas Heuwagen

— Schlagzeug

N. N.

— Erzähler

 

 

Vergangene Konzerte der Spielzeit

09.12.2018 | 11.15 Uhr

2. KAMMERKONZERT

WEIHNACHTSSALON

Kleines Haus

Anfahrt

„Let it snow, Rudolph!“ – Nach dem großen Erfolg des Swing-Programms im letzten Jahr entführt Sie das Salonorchester des Oldenburgischen Staatstheaters in diesem Jahr ins „Winter-Wonderland“, lädt Sie zu einem „Sleigh Ride“ ein und rollt schon einmal die Bälle für eine zünftige Schneeballschlacht. Für weihnachtliche Stimmung sorgt neben der Musik auf bewährte Art Conférencier Marne Ahrens. Und als Stargäste dürfen wir Martyna Cymerman und KS Paul Brady begrüßen. Wenn der Weihnachtsbaum uns lacht, wird die Vorweihnachtszeit mit Muh und Tätärätätä salonistisch zelebriert!

— Bariton

Marne Ahrens

— Conférencier

Salonorchester des Oldenburgischen
Staatstheaters:

Stephania Lixfeld

— Flöte

Frank Goralczyk

— Violine

Nikolas Sahler

— Viola

André Saad

— Violoncello

Jochen Zillessen

— Kontrabass

— Klavier

Christian Schoenefeldt

— Schlagzeug

16.09.2018

1. KAMMERKONZERT

AN EINEM SONNTAG AN DER SEE

Ralf Santo (*1961): An einem Sonntag an der See‘ für Horn und Streichquintett (1999)
Giovanni Bottesini (1821—1889): Gran Quintetto c-Moll op. 99
York Bowen (1884—1961): Quintett für Horn und Streichquartett c-Moll op. 85

Kleines Haus

Anfahrt

Mit Sechs spiel Fünf: Die sechs Musiker*innen des Staatsorchesters eröffnen die Kammermusik-Saison mit einem Werk aus den eigenen Reihen: Der Solokontrabassist Ralf Santo ließ sich dazu von dem Gemälde eines ihm bekannten Künstlers inspirieren. Anders als von einem weitgereisten und weltweit gefeierten Kontrabassvirtuosen erwartet, nimmt dieses tiefe Streichinstrument in Giovanni Bottesinis Gran Quintetto keine virtuose Solorolle ein. Stattdessen überlässt der Komponist in diesem Werk, das italienische Kammermusiktradition eines Tartini, Pugnani oder Boccherini mit dem Belcanto der Oper verbindet, vor allem der ersten Violine den Solopart. Die Werke des englischen Musikers und Komponisten York Bowen, der als „englischer Rachmaninow“ in die Musikgeschichte einging, knüpfen hingegen in ihrer musikalischen Sprache am großen romantischen Ton von Chopin, Grieg, Tschaikowsky und in besonderem Maße Rachmaninow an.

Joaquim Palet
— Horn

Cordula Ramke
— Violine

Rüdiger Kuntz
— Violine

Petia Rousseva
— Viola

Norbert Körner
— Violoncello

Ralf Santo
— Kontrabass

09.09.2018 (Nacholtermin vom 29.03.2018)

6. Kammerkonzert: Romantische Streichquintette

Antonín Dvořák (1841—1904): Walzer op. 54 Nr. 1 und Nr. 4 für Streichquintett
Adolphe Blanc (1828—1885): Streichquintett Es-Dur op. 22 Nr. 4
Antonín Dvořák (1841—1904): Streichquintett G-Dur op. 77

Kleines Haus

Anfahrt

Werken der eher seltenen Streichquintett-Besetzung mit Kontrabass widmet sich das letzte Kammerkonzert der Saison. Antonín Dvořáks Walzer entstanden anlässlich der Silberhochzeit von Sissi und Kaiser Franz Joseph zunächst als Klavierstücke. In ihrer späteren Bearbeitung für Streichquintett eröffnen sie das Konzert als schwungvolle Hommage an Wien.
Das Streichquintett G-Dur op. 77 gehört neben Schuberts ‚Forellen-Quintett‘ sicherlich zu den bedeutendsten Werken dieser Quintett-Literatur. Äußerlich der Kammermusik zugehörig, zeigt es seinem Geist nach fast sinfonischen Charakter. Zeitgleich mit der fünften Sinfonie entstanden, steht Dvořáks Werk einerseits in seiner dichten motivisch-thematischen Arbeit Brahms nahe, bezieht andererseits aber auch an Wagner und Liszt erinnernde harmonische Wendungen ein. Bei alledem durchweht auch der für Dvořák so charakteristische böhmische Volkston das Werk. Adolphe Blanc lehrte am Pariser Conservatoire Komposition und war zudem als angesehener Dirigent am Pariser Théâtre Lyrique tätig. Als Komponist von Kammermusik widmete er sich nach dem Vorbild der Wiener Klassik einer Gattung, die zu seiner Zeit in Frankreich im Schatten der Oper stand, und leitet damit zu den Kompositionen Gabriel Faurés und César Francks hin, die der französischen Kammermusik Gewicht verliehen.

Claudia Schmid-Heise
Uta Herfurth
— Violine
Kari Träder
— Viola
André Saad
— Violoncello
Jochen Zillessen
— Kontrabass