Als mein Vater ein Busch wurde

Joke van Leeuwen

Ab 8 Jahren

 

„Toda, großartig unbekümmert und energiegeladen gespielt von der erst zwölfjährigen Charlotta Wohlert, ist geldgierigen Schleppern ausgeliefert und muss sich skurrilen Omas erwehren. (...) Einbezogen in die Inszenierung sind Jugendliche, die vor Kurzem ihre Heimat verlassen mussten und eine Sprachlernklasse der Oberschule Ofenerdiek besuchen. Die Videosequenzen stellen die Verbindung zwischen dem durchaus witzigen und unterhaltsamen Spiel und der traurigen Realität her. (...) Das Premierenpublikum hatte die Botschaft verstanden und belohnte die darstellerische Leistung mit lang anhaltendem Applaus.” (Nordwest Zeitung)


Bevor Todas Vater ein Busch wurde, war er Feinbäcker und kreierte die schönsten Torten. Doch dann brach in dem Land, in dem Toda lebte, ein Krieg aus und ihr Vater musste weg, um die „einen gegen die anderen“ zu verteidigen. Zum Glück hat er ein Buch, in dem erklärt wird, wie man sich tarnen kann, etwa als Busch. Zunächst bleibt Toda bei ihrer Großmutter. Doch dann wird die Situation brenzlig und Toda wird aus Sicherheitsgründen nach „woanders“ geschickt, über die Grenze, wo ihre Mutter lebt. Der Weg nach „woanders“ ist weit und steckt voller Gefahren und Abenteuer. Toda erzählt von ihren Ängsten während der Flucht und von skurrilen Begegnungen mit geldgierigen Schleppern, eitlen Generälen, Omas mit riesigen Schößen und gefühlslosen Bürokraten. Aber Toda gibt nicht auf. Sie lernt sogar die fremde Sprache, die in „Woanders“ gesprochen wird. Und so erreicht sie am Ende tatsächlich ihre Mutter und kann auf eine Rückkehr zu ihrem Vater hoffen.

Schon immer waren Kinder besonders von Krieg und Flucht betroffen. Dennoch stehen ihre besonderen Erfahrungen und Geschichten selten im Fokus der Öffentlichkeit. Aus der Sicht einer Neunjährigen beschreibt die mehrfach mit Preisen ausgezeichnete holländische Autorin Joke van Leeuwen (‚Deesje macht das schon‘) eine (Erwachsenen-)Welt, in welcher Freunde plötzlich zu Feinden, Väter zu sich tarnenden Büschen, das Zuhause zu einem Ort „woanders“ und unsichtbare Linien zu Grenzen werden. Es ist ein kluges Buch voller Sprachwitz und entlarvender Komik über den Krieg, der so weit weg ist und doch so nah. Ein Buch, das Kinder verstehen und sogar Erwachsene.
Die Inszenierung von Lisa Brüning wird die gesellschaftspolitische Dimension von Todas Geschichte aufgreifen, erzählt aber auch von den ersten mutigen Schritten eines Mädchens in die Selbstständigkeit.

Bilder

 
 

Besetzung

Regie: Lisa Brüning
Bühne und Kostüme: Prisca Baumann
Musik: Sten Jackolis
Video: Hannah Dörr
Dramaturgie: Matthias Grön
Mit:
Charlotta Wohlert

Termine

Premiere — 02.04.2016

Dauer

50 Minuten

Spielstätte

SpielraumAnfahrt