Der Idiot

Mieczysław Weinberg (1919 — 1996)

Libretto — Alexander Medwedjew
Nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewski
In russischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

— ausgezeichnet mit dem OPERNFREUND-Stern —


„Das ist große Musik, große Bühne, große Emotion, große Oper! (...)
Schwalbachs intensive Studie: Sie schildert die Isolation des Guten in einer korrupten Gesellschaft. Ihre Botschaft: Humanität, auch wenn ihr Vertreter als „Idiot“ begriffen wird, verändert Persönlichkeiten und Handlungen. Bildhaftigkeit und Symbolik machen die szenische Aufbereitung zum Genuss. Unter Kapellmeister Vito Cristófaro spinnt das opulent besetzte Staatsorchester dieses Gewebe aus üppiger Klangschönheit (...) und einer doch eigenständigen Tonsprache ungemein dicht. Das Ensemble sieht sich getragen und animiert.” (Nordwest Zeitung)

Die Personenführung zielt auf eher kammerspielartige psychologische Feinarbeit und setzt das um, was die Regisseurin in einem klugen, sensiblen Programmheftartikel zum Stück und zu den einzelnen Figuren gedanklich entwickelt hat. (...) Oldenburg hat aber auch ein Ensemble zur Verfügung, das solche Intentionen punktgenau umsetzen kann und sich gesanglich auf einem hervorragenden Niveau präsentiert. (...) Melancholische Folklore steht neben frechen Jazzrhythmen, und immer wieder ziehen die groß ausschwingenden Gesangsbögen den Zuhörer in ihren Bann.” (Weser Kurier)

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„Mitleid ist das wichtigste, vielleicht das einzige Gesetz des menschlichen Seins." — Fürst Myschkin scheint von einer nahezu überirdischen Menschenliebe erfüllt. In naiver Ehrlichkeit und unerschütterlichem Glauben an das Gute im Menschen tritt er der Gesellschaft gegenüber, die ihn, den Kompromisslosen, als Narren ausgrenzt.

Als dunkles Ebenbild des naiven Philantropen Myschkin rangiert Parfjon Semjonowitsch Rogoschin. Beide Männer lieben die stadtbekannte Mätresse Nastassja Filippowna. Während es jedoch die pure Leidenschaft ist, die Rogoschin antreibt, liegen Myschkins Gefühle nicht zuletzt in seinem tiefen Mitgefühl für das Leiden der vor den Augen der Gesellschaft ,gefallenen‘ Frau begründet. Diese wiederum fühlt sich zwischen den so ungleichen Männern hin und her gerissen. Es entspinnt sich ein tödliches Netz aus Leidenschaften und inneren Abhängigkeiten.

Erst spät wurde dem Werk Mieczysław Weinbergs (1919 – 1996) die Anerkennung zuteil, die ihm gebührt: In der Sowjetunion, wohin der Komponist vor den Gräueln der Naziherrschaft geflohen war, schlugen ihm antisemitische Anfeindungen der Kulturpolitik entgegen, im Westen war er nahezu unbekannt. Nach 1990 fand seine Musik dann ihren Weg in die Opernhäuser und Konzertsäle des Westens. Mit seiner Oper ,Der Idiot‘ gelang Weinberg ein faszinierendes Musikdrama, das in seiner glühenden Musiksprache, deren Wurzeln in Spätromantik und Neoklassizismus liegen und Elemente russischer Folklore einbeziehen, Dostojewskis Figuren Leben einhaucht.

 

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Bilder

 

Besetzung

Musikalische Leitung: Vito Cristofaro
Bühne und Kostüme: Anne Neuser
Licht: Ernst Engel
Dramaturgie: Steffi Turre/ Annabelle Köhler
Fürst Leo Nikolajewitsch Myschkin: Piero Vinciguerra
Nastassja Filippowna : Irina Oknina
Parfion Rogoschin: Daniel Moon
Lebedjew: KS Paul Brady
Iwan Fjodorowitsch Jepantschin: Tomasz Wija
Jelisaweta Prokofjewna Jepantschina: Melanie Lang
Aglaja: Yulia Sokolik
Alexandra: Donato Di Stefano
Ardalionitsch Iwolgin (Ganja): Alexander Murashov
Warwara (Warja): Ute Biniaß
Afanassij Iwanowitsch Totzkij: Alwin Kölblinger
mit dem Opernchor

Termine

Premiere — 24.01.2015

Dauer

190 Minuten

Spielstätte

Großes HausAnfahrt

Kurzeinführung