17.02.2021

#ACT OUT


Am 04. Februar haben 185 Schauspieler:innen das Manifest #ACT OUT veröffentlicht, während zeitgleich der Artikel ,Wir sind schon da‘ im Magazin der Süddeutschen Zeitung erschien. Hierin outen sich die 185 Darsteller:innen öffentlich als lesbisch, schwul, bisexuell, queer, nicht-binär und trans* und berichten von ihren Erfahrungen an Theatern und in Film- und Fernsehproduktionen. Gemeinsam fordern sie zum einem in ihrer Qualifikation ernst genommen zu werden und unabhängig von privaten Erfahrungen, Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung in Rollen besetzt zu werden, zum anderen ihre Lebensrealitäten abzubilden, indem fernab von Klischees lesbische, schwule, bisexuelle, queere, nicht-binäre und trans* Stoffe in Theater, Film- und Fernsehproduktionen sichtbar und zum Thema gemacht werden.

Das Oldenburgische Staatstheater unterstützt diese Forderungen und möchte zum Anstoß der Debatte beitragen. Wir begreifen Theater als divers, als Freiraum und als Versuchslabor – als Ort, an dem Realität gelebt wird und an dem gesellschaftliche und politische Themen und Verhältnisse gezeigt, diskutiert und hinterfragt werden können. Dazu tragen alle unsere Kolleg:innen vieler Nationalitäten, Hautfarben, Sprachen, Geschlechtsidentitäten und sexuellen Orientierungen mit ihren künstlerischen Ideen und Ausdrucksformen bei. Dass Kolleg:innen auch heute noch davon abgeraten wird, sich öffentlich zu outen und vor negativen Folgen gewarnt wird, erschüttert uns, ebenso wie die im Artikel geschilderten Erfahrungen.

Wir möchten uns solidarisch erklären mit allen Kolleg:innen, die das Manifest veröffentlicht haben und mit all jenen, die zu den potentiellen Mitzeichner:innen gehören.

Natürlich gibt es auch in unserer Arbeit und unseren Produktionen Leerstellen, wir möchten die beginnende Debatte aber zum Anlass nehmen, mehr neue Stoffe und Rollen auf der Bühne zu entdecken und gemeinsam mit all unseren Mitarbeiter:innen und Künstler:innen diverse Lebensrealitäten nicht nur aktiv zu leben, sondern auch allumfassend auf der Bühne darzustellen.

Das Manifest und weitere Infos finden Sie auf: act-out.org.