Liliom

Franz Molnár


Komisch, grob, brutal, zärtlich: Liliom ist alles zugleich. Als Ausrufer und Schiffschaukelschleuderer auf einem Rummelplatz hält er die tagtägliche Vergnügungsmaschinerie der einfachen Leute in Schwung. Er lebt in den Tag hinein, lässt sich von der kruden Karussellbesitzerin Frau Muskat aushalten und säuft und hurt mit allen um die Wette. Bis er sich Hals über Kopf in das Dienstmädchen Julie verliebt. Als sie schwanger wird und er seine Anstellung verliert, ist die Existenz des mittelosen jungen Paares von einem Tag auf den anderen unmittelbar bedroht. Liliom wird Komplize in einem Raubüberfall, doch der Plan misslingt und er tötet sich selbst, um der bevorstehenden Haftstrafe zu entgehen. Nach 16 Jahren Fegefeuer darf er für einen Tag zurück auf die Erde, um etwas Gutes zu vollbringen. Liliom tut, was er am besten kann: Er stiehlt einen Stern vom Himmel und macht sich auf den Weg zu seiner Frau und seiner Tochter Luise. „Wie in einem Meisterwerk, das erschüttert, am stärksten Punkt eine Spur von Kitsch lebt, so lebt hier inmitten des Kitsches ein Geniezug“, schreibt der Theaterkritiker und Schriftsteller Alfred Kerr 1917.
Franz Molnárs berühmte ‚Vorstadtlegende in sieben Bildern‘ wurde 1909 in Budapest uraufgeführt und ist ein poetischer Bastard aus Volksstück, Märchen, Sozialdrama, Kuriositätenkabinett, Rummelkitsch und Schießbudenerotik. Grob, gefährlich und wunderschön, wie das Leben und die Liebe selbst.

Bilder

 

Besetzung

Bühne und Kostüm: Matthias Koch
Licht: Sofie Thyssen
Dramaturgie: Daphne Ebner
Liliom: Jens Ochlast
Julie: Magdalena Höfner
Marie / Luise u.a.: Alexandra Ostapenko
Frau Muskat u.a.: Lisa Jopt
Frau Hollunder / Linzmann / Polizeikonzipist u.a.: Caroline Nagel
Ficsur / Wolf Beifeld u.a.: Yassin Trabelsi

Termine

Wiederaufnahme — 31.08.2016

Dauer

95 Minuten

Spielstätte

Kleines HausAnfahrt

Kurzeinführung