La Clemenza Di Tito

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 — 1791)

Opera seria in zwei Akten
Libretto von Caterino Mazzolà nach Pietro Metastasio
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


Fast erstaunt es ein wenig, dass Mozart nach seinen Da Ponte-Opern, die nicht zuletzt in der außerordentlich feinen und glaubwürdigen Psychologisierung ihrer Figuren zukunftsweisend waren, mit ‚La Clemenza di Tito‘ wieder zur längst im Niedergang begriffenen Gattung der Opera seria zurückkehrte, die dem Komponisten durch ihre strenge Form vergleichsweise wenig Gestaltungsfreiraum lässt. Betrachtet man allerdings die Entstehungsumstände der Oper, so ist der Grund schnell gefunden: 1791 als Auftragswerk anlässlich der Krönung Leopolds II. zum König von Böhmen geschrieben, diente sie als traditionell den Herrscher idealisierende Opera seria dazu, dem neuen Regenten zu huldigen. Sie sollte diesem aber auch – in Form eines musikalischen „Fürstenspiegels“ – den Wunsch und die Hoffnung der Auftrag gebenden Stände vor Augen führen, in ihm einen würdigen Nachfolger des ebenso aufgeklärten wie reformfreudigen Kaiser Joseph II. zu finden. Mozart musste sich also gewissermaßen aus politischen Gründen wieder der Oper des alten Stils zuwenden. In der Meisterschaft seiner musikalischen Personenführung gelingt es ihm jedoch auch in deren strengem Regelwerk, der Psyche der Figuren intensives Leben zu verleihen. Und so erlebt man äußerst glaubhaft, wie Vitellia aus verschmähter Liebe zunächst Titos besten Freund Sesto dazu missbraucht, einen Aufstand gegen den Herrscher anzufachen, dies am Ende jedoch schmerzlich bereut. Man spürt den inneren Zwiespalt Sestos, der zwischen seiner Liebe zu Vitellia und der Treue zu seinem Freund Tito zerrieben wird, und erkennt, welch schmerzhaftes Ringen zwischen persönlichem Empfinden und Staatsräson dem großmütigen Verzeihen des aufgeklärten Herrschers vorausgeht. Nach seinem großen Erfolg mit Händels ‚Agrippina‘ widmet sich Regisseur Laurence Dale nun weiteren spannenden Verwicklungen im antik-römischen Herrscherhaus.

Video

Bilder

Besetzung

Musikalische Leitung: Vito Cristofaro
Inszenierung: Laurence Dale
Bühne: Matthias Kronfuss
Kostüme: Gabriella Ingram
Einstudierung Chor: Markus Popp
Licht: Regina Kirsch
Dramaturgie: Annabelle Köhler
Tito Vespasiano: César Cortés
Vitellia: Narine Yeghiyan
Servilia: Martyna Cymerman/ Elena Harsányi
Annio: Erica Back
Publio: Ill-Hoon Choung
Oldenburgisches Staatsorchester
Opernchor des Oldenburgischen Staatstheaters

Termine

Premiere — 04.05.2019

Wiederaufnahme — 17.11.2019

17.11. 19.30 Uhr

Abendbesetzung

am 17.11. 19.30 Uhr

...siehe BESETZUNG obenstehend.
30.11. 19.30 Uhr

Abendbesetzung

am 30.11. 19.30 Uhr

...siehe BESETZUNG obenstehend.
11.12. 19.30 Uhr

Abendbesetzung

am 11.12. 19.30 Uhr

...siehe BESETZUNG obenstehend.
13.12. 19.30 Uhr

Abendbesetzung

am 13.12. 19.30 Uhr

...siehe BESETZUNG obenstehend.
28.12. 19.30 Uhr

Abendbesetzung

am 28.12. 19.30 Uhr

...siehe BESETZUNG obenstehend.
08.02. 19.30 Uhr

Abendbesetzung

am 08.02. 19.30 Uhr

...siehe BESETZUNG obenstehend.

Dauer

170 Minuten

Spielstätte

Großes HausAnfahrt

Kurzeinführung