Faust. Eine Tragödie.

von Johann Wolfgang von Goethe

„Der alternde Wissenschaftler Heinrich Faust verführt und schwängert ein minderjähriges Mädchen aus der Unterschicht, tötet dessen Mutter und Bruder und treibt sein devotes Opfer schlussendlich zum Kindsmord. Über die Gründe für sein Handeln befragt, beteuert der Delinquent, der Satan hätte ihn hierzu verleitet.
Der in Weimar lebende renommierte Frankfurter Autor und Wissenschaftler Johann Goethe schreibt mit seinem Spätwerk ,Faust‘ (,Der Tragödie erster Teil‘) ein Wissenschafts- und Sozialdrama über die Abgründe der menschlichen Psyche und verbrämt dies stilistisch geschickt mit Figuren und Motiven aus der nordischen Mythologie. Wer genauer hinsieht, kann hierin auch die Krise des Mannes an der Schwelle zu einer neuen Epoche und seinen Rückzug in archaische Verhaltensmuster toxischer Männlichkeit finden. [...]“
So oder ähnlich könnte der Beginn einer Rezension zu Goethes ,Faust‘ lauten, wenn dieses Opus Magnum nicht 1808, sondern 2018 erschienen wäre. Über zwei Jahrhunderte wurde das Drama meist mit Fokus auf die sogenannte „Gelehrtentragödie“ inszeniert: Der Wissenschaftler auf der Suche nach der letztgültigen Wahrheit im Kampf mit den Dämonen der Unterwelt. Dass dahinter die viel größere realistische Tragödie über Doppelmord, Kindstötung und Wahnsinn steht, wurde dabei häufig beflissentlich übersehen. Die Oldenburger Inszenierung in der Regie von Robert Gerloff möchte dieses Verhältnis umkehren und die berechtigte – weil zeitgemäße – Frage stellen: Was, wenn es nun doch nicht der Satan war?

Besetzung

Regie: Robert Gerloff
Bühne: Maximilian Lindner
Kostüme: Lara Hohmann

Termine

Premiere — 07.03.2020

07.03. 19.30 Uhr
13.03. 19.30 Uhr
15.03. 18.00 Uhr
22.03. 19.30 Uhr
04.04. 19.30 Uhr
24.04. 19.30 Uhr
26.04. 18.00 Uhr
22.05. 19.30 Uhr
08.06. 19.30 Uhr
14.06. 15.00 Uhr
25.06. 19.30 Uhr
02.07. 19.30 Uhr
07.07. 19.30 Uhr
14.07. 19.30 Uhr

Spielstätte

Großes Haus Anfahrt

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