Mit Entsetzen haben wir die Berichterstattung zum Anschlag in Halle verfolgt und drücken allen Angehörigen und Freund*innen der Opfer sowie allen Betroffenen unser Mitgefühl aus.

Wir möchten uns den klaren Worten unserer Kolleg*innen der Bühnen Halle anschließen: „Wir verurteilen ausdrücklich und ohne jede Einschränkung jede Gewalttat, die sich aus einer politischen, religiösen und rassistischen Ideologie heraus zu legitimieren meint. Wir sind entsetzt darüber, dass in extremistischen Subkulturen ausgebrütetes Gedankengut in seinem Menschenhass offenbar immer weniger Hemmungen hat, Worten Taten folgen zu lassen. In diesem Fall als Ausdruck eines gewaltbereiten, mörderischen Antisemitismus. Jedweder Anschlag auf das Leben und die Unversehrtheit eines Menschen ist ein Attentat auf das Prinzip der Humanität, dem die Kunst in ihrem Erbe und ihrer Gegenwart zutiefst verbunden ist."

Wir möchten alle dazu ermutigen, dem Hass und der aus ihm entstehenden menschenverachtenden Gewalt nicht erst dann entgegenzutreten, wenn sie offenbar werden, sondern in allen Momenten des Alltags aufmerksam zu sein. Jegliche Form von ausgrenzendem Denken, Sprechen und Handeln und sei es auch nur in Gesten und Gewohnheiten, sind bei sich selbst zu reflektieren und bei anderen strikt zurückzuweisen, denn sie sind der Nährboden für Taten, wie sie in Halle geschehen sind. Unsere Zivilgesellschaft, die allen Menschen in ihrer Verschiedenheit Raum, Schutz und freiheitliche Rechte bietet, ist ein schützenswertes aber nicht selbstverständliches Gut.
Lassen Sie uns deshalb immer und überall gemeinsam für diese großartigen Freiheiten einstehen und im offenen aufklärenden Dialog Positionen, die diese bedrohen, eine klare Absage erteilen.

Stimme geben, statt zu schweigen

Die schweigende Mehrheit stimmt zu. Statt zu schweigen, leihen wir Menschen unsere Stimmen, die mit Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Rassismus, Antifeminismus und Diskriminierung jeglicher Art kämpfen mussten oder müssen. Menschen, die überlebt haben. Menschen, die ermordet wurden. Menschen, die hier oder woanders Zuflucht gefunden haben. Menschen, die hier aufgewachsen sind. Menschen, die in anderen Ländern leben und ihre Erfahrungen mit uns teilen.
Ihre Worte haben uns berührt, nachdenklich gemacht oder schmunzeln lassen. Wir verleihen unsere Stimmen, weil wir alle zusammengehören. Eine offene Gesellschaft besteht aus vielen verschiedenen Stimmen.

Leihen Sie Ihnen Ihr Ohr.

Die Texte und Lieder sind sehr persönlich ausgewählt und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Fehlt Ihnen ein*e Autor*in? Wir freuen uns, von Ihnen zu hören.

Wir sind viele. Jede*r Einzelne von uns.

Die Autor*innen

Franz Kafka

Istvan Örkeny

Selma Meerbaum-Eisinger

Paul Celan

Andrzej Sczcypiorski

Siegfried Kracauer

Annemarie Schwarzenbach

Widad Nabi

Rose Ausländer

Khaled Hosseini

Hilde Domin

Erich Fried

May Ayim

Noor Kanj

Mariam Meetra

Fady Jomar

Ahmad Katlesh

Lina Atfah

Primo Levi

Kurt Tucholsky

Wasef Bakhtari

Vicki Baum

Traditionelles Lied galizischer Juden aus dem 19.Jahrhundert

Jonathan Safran Foer

Else Lasker-Schüler

Mascha Kaléko

Wladimir Kaminer

Louise Otto-Peters 

Linda Rachel Sabiers

Anna Seghers

Etgar Keret

Elias Canetti