Ellbogen

nach dem Roman von Fatma Aydemir
Fassung von Jana Milena Polasek
ab 14 Jahren

Hazal ist eine junge Deutschtürkin. In ihrem lieblosen, traditionellen Elternhaus haben die Mädchen zu gehorchen, und dort wird Erdoğan abgöttisch verehrt. Hazal hat sich damit eingerichtet: „Ich meine, das Erste, was ich nach dem Sprechen gelernt habe, war das Lügen“, sagt sie. Nachts skypt sie mit Mehmet, einem Deutschtürken, der wegen diverser Delikte abgeschoben wurde und sich nun in Istanbul durchschlägt. Ansonsten hängt sie mit ihren Freundinnen ab, mit denen sie kifft und starke Sprüche klopft und Lippenstifte klaut.
An ihrem achtzehnten Geburtstag will Hazal mit ihren Freundinnen mal richtig Party machen. Als sie an der Tür eines angesagten Clubs abgewiesen werden, steigt in ihnen die Wut. Eine Wut, dass sich niemand für sie interessiert, „sie sehen uns nur, wenn wir Scheiße bauen, dann sind sie plötzlich neugierig“. Und Scheiße baut Hazal anschließend tatsächlich, und zwar so heftig, dass das Mädchen am Ende vor der Polizei aus Deutschland fliehen muss, nach Istanbul – in die Stadt, nach der sie sich immer gesehnt hat. Doch das echte Istanbul und das ihrer Vorstellung haben kaum etwas gemein. Rastlos jagt sie durch die Straßen, während der Himmel über der Türkei zusammenbricht. Aber vielleicht ist das Chaos, in das sie hineinstürzt, ihre einzige Möglichkeit, sich selbst zu finden.

Für ‚Ellbogen‘ wurde Fatma Aydemir mit dem Klaus-Michael- Kühne-Preis für das beste deutschsprachige Romandebüt des Jahres 2017 ausgezeichnet. „Ein fulminantes, durchschüttelndes und durchrüttelndes Buch über deutschtürkische Identität und Bikulturalität“, sagt die Jury. Regie führt Jana Milena Polasek, die am Oldenburgischen Staatstheater auch ‚Supergute Tage‘ und ‚Hiob‘ inszenierte.

Besetzung

Bühne und Kostüme: Marina Stefan

Termine

Premiere — 18.04.2019

18.04. 20.00 Uhr

Spielstätte

ExerzierhalleAnfahrt