Ellbogen

nach dem Roman von Fatma Aydemir
Fassung von Jana Milena Polasek
ab 14 Jahren

Am Ende bleibt nur ein Wunsch offen: Mehr Vorstellungen am Abend, damit auch junge und ältere Erwachsene die Gelegenheit haben, sich dieses beeindruckende Fragment einer jugendlichen Realität anzuschauen." (radiobremen.de)

Was bleibt, ist eine transkulturelle Tragödie. Und zwar eine sehenswerte." (Nordwest Zeitung)

Mit sieben hat Hazal einen Glitzerstift geklaut, weil sie ein bisschen so sein wollte wie Desiree, ihre Klassenkameradin, die aussieht wie Barbie und so ziemlich alles bekommt, was sie gerne hätte. Hazals Leben ist geprägt von dieser Kindheitserinnerung, die sich wie ein nicht abreißen wollendes Glitzerband durch ihr Leben zieht. Es liegt vor ihr, greifbar nah, aber sie darf nur gucken. Nicht anfassen! Mittlerweile ist Hazal jedoch 17 und möchte, dass ihr Leben endlich anfängt. Sie möchte das, was alle haben: Einen Job, einen Freund, die Freiheit zu tun, worauf sie Lust hat. Auf jeden Fall mehr, als nur ihren Eltern Chai zu machen und für einen Hungerlohn in Onkels Bäckerei zu arbeiten. Zum Glück sind da noch Tante Semra und ihre beiden Freundinnen Gül und Elma. Bei ihnen kann sie einfach nur sein, im Hier und Jetzt, jung und frei. Sie sind ihr knallbunter Regenschirm, der sie vor der Traufe schützt. Rihannas Song ‚Umbrella‘ ist so etwas wie die Hymne ihres Lebens.  An ihrem achtzehnten Geburtstag will Hazal mit ihren Freundinnen mal richtig Party machen. Als sie an der Tür eines angesagten Clubs abgewiesen werden, steigt in ihnen die Wut. Eine Wut, dass sich niemand für sie interessiert, „sie sehen uns nur, wenn wir Scheiße bauen, dann sind sie plötzlich neugierig“. Und Scheiße baut Hazal anschließend tatsächlich, und zwar so heftig, dass das Mädchen am Ende vor der Polizei aus Deutschland fliehen muss, nach Istanbul…
Hazal ist auf der Suche nach Leben, oder etwas, das sich zumindest so anfühlt. In einer Gesellschaft, in der scheinbar nur die anderen, diese Menschen ohne „Migrationshintergrund“, den pinken Glitzerlippenstift in der Hand halten und damit vor ihrer Nase herumwedeln. Sie will dazugehören und sich gleichzeitig absetzen. Ihre Geschichte ist eine über Angst, Scham, Wut, aber auch über die Bedeutung von Freundschaft.
Für ‚Ellbogen‘ wurde Fatma Aydemir mit dem Klaus-Michael- Kühne-Preis für das beste deutschsprachige Romandebüt des Jahres 2017 ausgezeichnet. „Ein fulminantes, durchschüttelndes und durchrüttelndes Buch über deutschtürkische Identität und Bikulturalität“, sagt die Jury. Regie führt Jana Milena Polasek, die am Oldenburgischen Staatstheater auch ‚Supergute Tage‘ und ‚Hiob‘ inszenierte.

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Bilder

Besetzung

Bühne und Kostüme: Marina Stefan
Musik: Johannes Winde
Choreografie: Helen Wendt
Dramaturgie: Matthias Grön
Theaterpädagogik: Dario Julian Köster
Dramaturgiehospitanz: Katharina Fröhlich
Mit: Katharina Shakina, Rebecca Seidel, Veronique Aleiferopoulos

Termine

Premiere — 18.04.2019

Spielstätte

ExerzierhalleAnfahrt