Überleben

Ein dokumentarisches Theaterprojekt von werkgruppe2 mit dem Ensemble des Oldenburgischen Staatstheaters

„Das umstrittene Theaterstück ,Überleben, ist eine außerordentlich kluge Aufarbeitung der Patient*innenmorde in Delmenhorst und Oldenburg. […] Aufregend ist das – und wohl mehr, als politisches Theater auch nur hoffen darf. Dass der fast zweistündige Balanceakt bei enormer Fallhöhe nicht ein einziges Mal auch nur ins Straucheln kommt, ist eine Sensation“ (taz)

Die Klinikmorde, die 2000 — 2005 in den Krankenhäusern Oldenburg und Delmenhorst geschehen sind, übersteigen unsere Vorstellungskraft. Die Anzahl der Getöteten und der versuchten Tötungen ist zu hoch, der Zeitraum, in dem der Täter über viele Jahre scheinbar unbemerkt handelte, zu lang und das Vertrauen in das medizinisches Versorgungssystem,dem auch wir jederzeit ausgeliefert sein können, wurde unmittelbar zerstört.Wie geht eine Stadt mit diesem Ereignis um, das jetzt Teil der eigenen Geschichte ist?Das Theaterprojekt sucht nach den offenen Fragen und nach den Leerstellen in den Erzählungen, die das Verstehen so schwierig machen. Denn von Lücken ist das gesamte Geschehen und seine Aufarbeitung geprägt. ,Überleben‘ sammelt und ordnet dieses Nicht-Wissen: die Leerstellen, die fahrlässigen Unterlassungen, die aufgestauten Emotionen, die unbeachteten Erinnerungen. So kann eine Auseinandersetzung entstehen, die im weitesten Sinne vom Überleben handelt: Angehörige leben ohne ihre getöteten Verwandten weiter,Menschen haben dank geglückter Reanimationen Tötungsversuche überlebt, Zeugen ringen um ihre Glaubwürdigkeit, Krankenschwestern und Ärzt*innen erfüllen ihre Dienste in den Krankenhäusern Oldenburg und Delmenhorst gewissenhaft und brauchen dazu das Vertrauen der Patient*innen.Die Grundlage für die Inszenierung bilden Interview texte und O-Töne, die wortwörtlich von Schauspieler*innen wiedergegeben werden, sowie musikalische Neukompositionen für ein Bläser-Trio.

 

 

 

Diese Produktion findet im Rahmen des flausen+ BANDEN!-Festivals statt.

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Bilder

Besetzung

Regie: Julia Roesler
Musikalische Leitung: Jan Schreiner
Komposition: Insa Rudolph
Text und Recherche: werkgruppe 2 und Ensemble
Bühne und Kostüme: Charlotte Pistorius
Dramaturgie: Marc-Oliver Krampe/ Silke Merzhäuser
Mit: Klaas Schramm/ Caroline Nagel/ Nientje C. Schwabe/ Ksch. Thomas Lichtenstein/ Stephan Meinberg (Musiker)/Jakob Rubin (Musiker)/Jan Schreiner (Musiker)

Termine

Premiere — 29.02.2020

Dauer

105 Minuten

Die Textfassung besteht zu 100% aus original Interviewtexten. Wir bedanken uns bei allen Interviewpartner*innen, die uns für das Projekt ihre Geschichte erzählt und mit uns laut darüber nachgedacht haben, wie Aufarbeitung und Gedenken aussehen könnten. Wir danken für ihr Vertrauen, ihren Mut und ihre kenntnisreiche Unterstützung. 

Spielstätte

Kleines Haus Anfahrt