UtØya

von Edoardo Erba

Deutschsprachige Erstaufführung


"Die eigentliche Gewalttat sehen wir nicht, aber im Schicksal von drei Paaren spiegelt sich das schreckliche Geschehen. So wird die Spannung, auch durch die kluge Regie von Peter Hailer, noch einmal in den konzentrierten Dialogen erhöht. (...) Die ganze Bandbreite an Emotionen wird nervenzerfetzend durchgespürt. Die Bühne wurde für die sechs hervorragenden Schauspieler völlig freigeräumt. Hinten auf der Bühne und vor der Rampe sitzen diesmal die Zuschauer. Wahrlich: Der Terror ist in unserer Mitte angekommen. Viel Beifall für ein eindrückliches, wichtiges Stück. (...) Es ist oft bedrückend und manchmal hart, aber nie langweilig. Es wird gewiss wirken." Nordwest Zeitung

"Das szenische Gefüge ist geschickt gestrickt, und Regisseur Peter Hailer legt es darauf an, dass die Szenen einander überlappen. (...) die Akteure nehmen auch unter uns Platz – so wird der zentrale Schrecken der Norweger ganz sinnfällig kenntlich: dass es "einer von uns" gewesen ist, der da zum Monster mutierte." Deutschlandfunk

"Utøya geht an die Nerven und berührt zutiefst. Das Stück regt aber auch dazu an, seine eigenen Vorurteile und Sichtweisen zu hinterfragen. Ein Besuch lohnt auf jeden Fall." Weser Report

"Was der Oldenburger Hausregisseur Peter Hailer mit seiner deutschsprachigen Erstaufführung von ,Utoya‘ aus der Vorlage in gerade mal 80 Minuten Spieldauer macht, hat dennoch seinen Reiz. (…), blendet Hailer die im Stück abgehackt wirkenden Szenen elegant ineinander über, so dass sich aus dem Thesenthriller tatsächlich eine gewisse Erkenntnis ziehen lässt." Theater heute


Norwegen am 22. Juli 2011: Drei Paare, drei Blickwinkel, drei Schicksale, eine Insel, 69 Tote.

Eigentlich wollte der Familienvater Gunnar, selbst begeisterter Sozialist, nur seine pubertierende Tochter zur Vernunft bringen. Ein Feriencamp der jungen Sozialisten auf der idyllischen Insel Utøya soll ihr echte Werte und Prinzipien jenseits von Smartphones und Statussymbolen vermitteln. Doch dann kommt alles ganz anders. Auch der Plan der Polizistin Unni geht nicht auf. Anstatt mit ihren Kindern den Geburtstag der Schwiegermutter zu feiern, macht ihr Chef ihr einen Strich durch die Rechnung und so muss sie ihn am 22. Juli nach Utøya begleiten, um dort Präsenz bei der Rede der ehemaligen Ministerpräsidentin Norwegens zu zeigen. Für die beiden Geschwister Inga und Petter sollte es ein ganz normaler Tag sein. Wenn da nicht der merkwürdige Nachbar wäre, den sie nur den „Troll“ nennen. Darf man sich in fremde Nachbarschaftsangelegenheiten einmischen? Oder verletzt man damit bereits die Privatsphäre anderer Leute, die einen nichts angeht? Dann geschieht das für alle Unfassbare: ein Bombenanschlag im Regierungsviertel Oslos. Wenig später eröffnet derselbe Täter das Feuer auf die Jugendlichen im Ferienlager von Utøya. Alle drei Paare sind auf unterschiedlichste Weise betroffen. Dieser Tag verändert ihr Leben und versetzt nicht nur die norwegische Bevölkerung in Trauer und Erschrecken.


Der italienische Autor Edoardo Erba rückt Menschen von nebenan ins Zentrum seines hochspannenden, politischen Theaterstücks und beleuchtet damit die zunehmend empfundene Bedrohung eines immer näherkommenden Terrors. Präzise arbeitet er dabei das gesellschaftliche Klima heraus, welches die Entwicklung eines der größten Verbrechen rechtsextremen Terrors jüngster Zeit überhaupt erst möglich gemacht hat.


Aufgrund sehr kontroverser Berichterstattung, veröffentlichen wir an dieser Stelle einen ausführlichen Pressespiegel:

[…] Die eigentliche Gewalttat sehen wir nicht, aber im Schicksal von drei Paaren spiegelt sich das schreckliche Geschehen. So wird die Spannung, auch durch kluge Regie von Peter Hailer, noch einmal in den konzentrierten Dialogen erhöht […]. Die Bühne wurde für die sechs hervorragenden Schauspieler völlig freigeräumt. […] Viel Beifall für ein eindrückliches, wichtiges Stück.
Nordwest Zeitung (24.08.2017)

[…] in immer neuen Wendungen wird die Verzweiflung angesichts des Geschehens beschworen. Handeln wollen, aber nicht können; ja sogar wissen, dass im Moment überhaupt nichts hilft, gerade den Eltern nicht - das ist das zentrale Spannungsfeld in Erbas dreifachem Echo-Spiel. […] Das szenische Gefüge ist geschickt gestrickt, und Regisseur Peter Hailer legt es darauf an, dass die Szenen einander auch überlappen. Das Publikum sitzt im Saal und auf der Bühne, und die Akteure nehmen auch unter uns Platz – so wird der zentrale Schrecken der Norweger im Stück des Italieners Erba ganz sinnfällig kenntlich […]. Edoardo Erba ist hierzulande kein durchgesetzter Autor, […]. Vielleicht werden jetzt doch mehr Theater von Utoya und dem Schrecken des Terrors erzählen wollen – es lohnt sich.
Deutschlandfunk (24.08.2017)

[…] Die Terror- und Rechtsradikalismusdebatte verkommt zur spannungsfördernden Folie der verbalen Pärchen-Balgerei. So ist es schwierig, ihr als Rahmung noch das gesellschaftliche Klima einzuschreiben, in dem ein solches Attentat gedeihen konnte. […] ‚Utøya‘ erweist sich als schlechtes Fernsehfilmdrehbuch. Nichts fürs Theater. […]
Nachtkritik.de  (24.08.2017)

[…] Das Stück, das unter Überkonstruktionsverdacht steht, lockt mit Thriller-Verheißung, umtänzelt aber nur privates Kriseln. […]
Weser Kurier (25.08.2017)

Das Publikum wird hineingesogen in einen Strudel der Emotionen und Schuld. […] Es geht immer um die Frage, ob man sich mitschuldig macht, wenn man Regeln ohne sie zu hinterfragen befolgt […]. Fazit: Utøya geht an die Nerven und berührt zutiefst. Das Stück regt aber auch dazu an, seine eigenen Vorurteile und Sichtweisen zu hinterfragen. Ein Besuch lohnt auf jeden Fall. […]
Weser Report (25.08.2017)

[…] Die Geschichte ist hochaktuell. Sie ist schrecklich. Tragisch. Und doch sind Ereignisse wie dieses inzwischen vielleicht schon so sehr zu unserem Alltag geworden, dass die Zeit die Wichtigkeit dieses Stückes überholt hat?! […] Die Schauspieler dagegen waren richtig gut! […].
Bremen 2 (24.08.2017)

Damit lässt Erba im Theater teilnehmen an einer Debatte darüber, wie fremd der Terror denn wirklich ist, der die Welt Mal um Mal in Schrecken versetzt. Und ob nicht in jedem neuen Angriff durch einen radikalisierten Islamisten auch ein Echo heimisch-europäischen Selbstverständnisses mitschwingt. Das Stück mag so einfach wirken – es berührt eine Menge Tabus. […] Die Oldenburger Inszenierung arbeitet schlüssig mit dem Raum von Dirk Becker: Spiel-Areal, Saal-Reihen und Türen. Das Ensemble ist ständig in Bewegung zwischen draußen und drinnen; als würden wir, das Publikum, gerade ins Theater kommen und auf Erkenntnis hoffen. Die aber gibt’s nur beim Blick in den Spiegel. […]
Die Deutsche Bühne (23.08.2017)

"Schauspieldirektor und Regisseur Peter Hailer, hat „Utøya“ vom italienischen Autor Edoardo Erba gekonnt und bewegend in Szene gesetzt. Zu Recht wurde der zur Premiere extra aus Italien angereiste 63-Jährige mit großem Applaus gefeiert. […] Ein sehenswertes, spannendes Stück, das hängenbleibt." Oldenburger Onlinezeitung (08.09.2017)

Die Deutsche Bühne nennt 'Utøya' in der Ausgabe 10/2017 in der Rubrik "Das muss man gesehen haben.

 

 

 

 

Video

Bilder

Besetzung

Regie: Peter Hailer
Bühne: Dirk Becker
Kostüme: Britta Leonhardt
Dramaturgie: Anna-Teresa Schmidt
Sounddesign: Matthias Mohr
Malin: Janine Kreß
Unni: Helen Wendt
Petter: Fabian Kulp

Termine

Premiere — 23.08.2017

Bitte beachten Sie, dass sich die Rangplätze bei dieser Inszenierung auf der Bühne befinden.

Spielstätte

Kleines HausAnfahrt