Martin Schläpfer

Als Gewinner zahlreicher bedeutender Preise zählt der Schweizer Martin Schläpfer zu den innovativsten und erfolgreichsten Choreographen und Ballettdirektoren. Seinen Stil hat er in seinem inzwischen über 70 Werke umfassenden Schaffen immer mehr zu einer ebenso individuellen wie zeitgemäßen Ballettkunst verdichtet.

Martin Schläpfer studierte Ballett bei Marianne Fuchs in St. Gallen und an der Royal Ballet School in London. Zu seinen wichtigsten Lehrer*innen gehören Maryon Lane, Terry Westmoreland, David Howard, Gelsey Kirkland und Peter Appel. Als Mitglied von Heinz Spoerlis Basler Ballett sowie des Royal Winnipeg Ballet in Kanada avancierte er schnell zu einem der charismatischsten Solisten seiner Generation. 1994 wurde er als Direktor zum Berner Ballett berufen und gründete die Stiftung Visions of Dance. Von 1999 bis 2009 leitete er das von ihm neu formierte ballettmainz, das unter seiner Direktion in die erste Reihe der deutschen Ballettcompagnien aufrückte. 2009/10 übernahm er als Direktor und Chefchoreograf das Ballett am Rhein Düsseldorf Duisburg. Uraufführungen entstanden außerdem für das Bayerische Staatsballett München und Het Nationale Ballet Amsterdam. Das Ballett Zürich zeigte 2014 sein ‚Forellenquintett‘ im Zürcher Opernhaus, die BallettCompagnie Oldenburg ‚Ramifications‘, ‚Quartz‘ sowie ‚Violakonzert‘. Mit Jean-Philippe Rameaus ‚Castor et Pollux‘ an der Deutschen Oper am Rhein übernahm er 2011/12 erstmals auch eine Opernregie. 2017 war er als Choreograf und Pädagoge an Canada’s National Ballet School in Toronto zu Gast. Nachdem Martin Schläpfer 2012 bereits für den Pas de deux ‚The Old Man and Me‘ als Tänzer auf die Bühne zurückgekehrt war, kreierte Hans van Manen mit ‚Alltag‘ 2014 erstmals eine Uraufführung für ihn als Solisten.

1977 gewann Martin Schläpfer beim Prix de Lausanne den Preis in der Kategorie „Bester Schweizer Tänzer“. Für den Choreografen und Ballettdirektor Schläpfer folgten seither zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Kunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz (2002), der Tanzpreis der Spoerli Foundation (2003), Prix Benois de la Danse (2006), Theaterpreis der Düsseldorfer Volksbühne (2012) sowie 2009 und 2012 der deutsche Theaterpreis Der Faust. 2013 folgte der Schweizer Tanzpreis und 2014 der Taglioni – European Ballet Award in der Kategorie „Best Director“ durch die Malakhov Foundation. 2014 wurde Martin Schläpfer von center-tv zum „Düsseldorfer des Jahres“ gewählt. Sein abendfüllendes Ballett ‚DEEP FIELD‘ auf eine Auftragskomposition von Adriana Hölszky war für den Prix Benois de la Danse 2015 nominiert, im November 2015 erhielt er als dritter Choreograf nach Hans van Manen und Pina Bausch den Musikpreis der Stadt Duisburg. Das Magazin tanz kürte ihn 2010 zum „Choreographen des Jahres“, 2018 folgte dieselbe Auszeichnung durch die Kritikerumfrage der Zeitschrift Die Deutsche Bühne. Seit 2017 ist Martin Schläpfer Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Im Oktober 2018 wurde er mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Zur Spielzeit 2020/21 wechselt er vom Rhein an die Donau und übernimmt die Leitung des Wiener Staatsballetts.

Mehrere Choreographien Martin Schläpfers wurden fürs Fernsehen (ZDF/Theaterkanal, 3sat, arte, SWR, WDR, SRF) aufgezeichnet. In der Regie von Annette von Wangenheim entstand für arte / WDR und das Schweizer Fernsehen SRF das Filmporträt ‚Feuer bewahren – nicht Asche anbeten‘, das 2016 auch im Kino zu sehen war und auf DVD vorliegt. 2019 erscheint eine für arte / WDR / 3sat entstandene Aufzeichnung seines ‚Schwanensee‘ auf DVD.

 

 

 

©Gert Weigelt