Robert Lehmeier

Robert Lehmeier begann seine Laufbahn als Assistent von Harry Kupfer, dessen ‚Ring des Nibelungen‘ er u. a. in Bayreuth betreute. Seit 1994 arbeitet er als freischaffender Regisseur, wobei ihm neben dem Opernrepertoire des 19. und 20. Jahrhunderts Ur- und Erstaufführungen ein besonderes Anliegen sind. So eröffnete er 2002 die Münchner Opernfestspiele mit der Kafka-Oper ‚K.Projekt 12/14‘ von Hans-Jürgen von Bose, inszenierte 2010 Moritz Eggerts ‚Bordellballade‘ als Auftragswerk des Kurt-Weill-Fests Dessau und brachte jüngst am Theater Chemnitz Benjamin Schweitzers ‚Südseetulpen‘ zur Uraufführung. Im Bereich des Musicals und der Operette machte er zuletzt mit der ‚Fledermaus‘ an der Nationale Reisopera Enschede und in Mainz auf sich aufmerksam und inszenierte an der Staatsoperette Dresden Franz Léhars ‚Giuditta‘ sowie ‚Der Zarewitsch‘. Weitere Aufträge führten ihn 2016 mit Manfred Gurlitts ‚Wozzeck‘ nach Bremerhaven – eine Inszenierung, die in der Kritikerumfrage der Opernwelt in der Kategorie „Beste Aufführung“ nominiert wurde –, bevor er im April 2017 ‚Lohengrin‘ am Theater Krefeld in Szene setzte. Zusammen mit der Neuköllner Oper entwickelt Robert Lehmeier regelmäßig neue Opernstoffe in Berlin, die auch international Aufmerksamkeit finden. So wurde seine Neufassung von ‚Così fan tutte‘ für zehn Männer zu den Wiener Festwochen eingeladen und in einer Neuinszenierung am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, in der Schweiz und am Gran Teatre del Liceu in Barcelona gezeigt. Seine in diesem Zusammenhang entstandene Libretto-Bearbeitung erhielt eine Nominierung der Zeitschrift ‚Theater heute‘ in der Kategorie „Bestes deutschsprachiges Stück“. Seit 2011 ist Lehmeier außerdem Teil des Leitungsteams des Umculo/Cape Festivals, das es sich zum Ziel setzt, Oper in Südafrika neu zu positionieren. Auf Purcells ‚King Arthur project‘, das er 2011 mit Solisten und 200 Jugendlichen in Townships von Kapstadt erarbeitete, folgten 2012 seine Inszenierung von Purcells ‚The Fairy Queen‘, 2015 die Uraufführung ‚Comfort Ye‘ nach einem eigenen Libretto sowie 2016 ‚Le nozze di Figaro‘. Mit ‚Carmen‘ stellt sich Robert Lehmeier erstmals am Oldenburgischen Staatstheater vor.