Jörg Halubek

Im Zentrum von Jörg Halubeks künstlerischer Arbeit steht die Beschäftigung mit historischen Instrumenten, historischen Quellen wie Instrumentalschulen, aber auch frühen Tonaufnahmen von Interpreten des 19. Jahrhunderts. Sie inspirieren auf der Suche nach Klang, Ausdruck und einer musikalischen Rhetorik, die womöglich so in den Ohren der Musiker und Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts waren.

Jörg Halubek (geb. 1977) studierte Kirchenmusik, Orgel und Cembalo in Stuttgart und Freiburg bei Jon Laukvik und Robert Hill. An der Schola Cantorum Basiliensis spezialisierte er sich in der Historischen Aufführungspraxis bei Jesper Christensen und Andrea Marcon. 2004 gewann er als Organist den Ersten Preis des Internationalen Bach-Wettbewerbs in Leipzig. Mit der Gründung des Stuttgarter Barockorchesters „il Gusto Barocco“ im Jahr 2008 begann er seine Tätigkeit als Ensembleleiter und Dirigent.

Einen Akzent bilden das Musiktheater, das Neuhören bekannter Werke und Entdeckungen vergessener Kompositionen. Als Barock-Dirigent führten ihn Engagements an die Staatstheater in Stuttgart, Kassel und Oldenburg und an die Wuppertaler Bühnen.

Seine CD-Einspielungen dokumentieren besondere historische Instrumente, beispielsweise große Orgelwerke J.S. Bachs an der Silbermann-Orgel zu Rötha oder die Cembalo- und Orgelwerke von Bernardo Storace (Venedig 1664) auf zwei original erhaltenen italienischen Instrumenten des 17. Jahrhunderts. Mit der Barockgeigerin Leila Schayegh sind inzwischen drei Einspielungen entstanden, die aktuelle CD mit Werken für obligates Cembalo und Tangentenflügel und Violine von C.P.E. Bach erhielt einen Diapason d’Or (PAN, April 2014).

Nach Lehraufträgen und Professuren an den Musikhochschulen in Karlsruhe, Stuttgart, Trossingen und Linz ist Jörg Halubek seit 2016 Professor für Orgel und Historische Tasteninstrumente an der Staatlichen Hochschule für Musik Stuttgart.