Wir leben in einer Welt, die sich stark verändert, in einem Europa, das nach einer neuen Identität ringt. Die Theaterpädagogik reagiert auf die Veränderungen der Zeit, sie sucht nach neuen Sichtweisen und Formen des „Sich-Zeigens“ und des „Theaterspiels“. Sie arbeitet mit (jungen) Menschen, die neue Impulse und Perspektiven für das gesellschaftliche Miteinander einbringen. Sie nimmt das Bekannte, zerlegt es in seine Einzelteile und setzt es wieder zusammen.

Begebt euch mit uns an neue Orte, in neue Kontexte und sucht die Widrigkeiten abseits des Bekannten. Erforscht die neuen Herausforderungen des Zusammenlebens, die aktuellen Zeitströmungen und erfindet dazu Spielformen.
Wir denken Theater und Lernen auf neue Weise zusammen und stellen gewohnte (Macht-) Positionen und Techniken, Methoden und Verhaltensweisen in Frage.
Wir bilden Junge Banden — künstlerische wie soziale und stellen sogleich das Festival der „Jugendtheatertage 2017“ unter dieses Motto!

10 Jahre Theaterpädagogik am Oldenburgischen Staatstheater

„Jeder hat das Recht, am kulturellen Leben der Gemeinschaft frei teilzunehmen, sich an den Künsten zu erfreuen und (...) teilzuhaben."
(Artikel 27 der UN-Menschenrechtscharta)

 

Der Mensch als soziales, kulturelles Wesen hat das Recht auf Teilhabe am sozialen, kulturellen Leben. Kultur ist ein Menschenrecht und das nicht erst, seit den 1970er Jahren, als „Kultur für alle" postuliert wurde. Doch klar ist, dass sich in dieser Zeit die Theaterpädagogik als sehr junge Fachdisziplin zu entwickeln und etablieren begann und sich langsam, aber stetig in den Stadt-, Staats- und Landestheatern begründete. Die Theaterpädagogik an Theatern als Spiegelbild der Gesellschaft reagiert auf soziale und gesellschaftliche Umbrüche. Galt in den 1970er Jahren die Förderung des sozialen und politischen Engagements des Bürgers als wichtiges, theaterpädagogisches Prinzip, fokussierte sich die Theaterpädagogik in den 1980er Jahren auf die Innen-Sicht und damit auf das Individuum und ihre/ seine Biografie, um dann in den 1990ern den künstlerischen Anspruch zu erheben und die Theaterpädagogik als ästhetische Qualität (wieder) zu entdecken. Was dann folgte, war die rasante Entwicklung der Theaterpädagogik, der theaterpädagogischen Abteilungen, die in vielen Bereichen die Institution Theater vielleicht sogar revolutionierte. Mittlerweile sind auf allen Spielplänen der deutschen Theaterlandschaft z. B. Theaterprojekte mit nicht-professionellen Spielerinnen und Spielern zu finden und Partizipation und künstlerische Mitbestimmung wird als ein wichtiges Kriterium für innovatives, zeitgemäßes und demokratisches Theater verstanden.

Die Theaterpädagogik des Oldenburgischen Staatstheaters öffnet Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen der Stadt und Region seit nunmehr zehn Jahren den Raum, Theater über die klassische Vermittlung hinaus als ästhetischen Erfahrungs- und Gestaltungsraum, als künstlerisches Experimentierfeld, als einen kulturellen Ort mit fühlenden, denkenden Menschen wahrzunehmen und zu erleben. Hunderte von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen haben seither in unzähligen Theaterprojekten mitgewirkt und die Theaterpädagogik entscheidend geprägt. Dafür wollen wir danken und schauen mit Zuversicht auf die kommenden Herausforderungen der Gesellschaft, denen wir als Kulturmenschen begegnen werden.

Das Theaterpädagogik-Team,

Hanna Puka, Sandra Rasch und Lea Schreiber