Sinfoniekonzerte

Karten kaufen über den Kalender, im Ticketshop oder an der Theaterkasse (Di — Fr 10 — 18 Uhr, Sa 10 — 14 Uhr, 0441.2225-111)

28./29.08.2016

1. SINFONIEKONZERT

Aufbruch

Heino Eller (1887—1970): ,Morgendämmerung‘, Sinfonische Dichtung
Jean Sibelius (1865—1957): Konzert für Violine und Orchester d-Moll
Antonín Dvořák (1841—1904): Sinfonie Nr. 8 G-Dur

 

 

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Mit der Sinfonischen Dichtung ‚Morgendämmerung’ seines Landsmannes Heino Eller eröffnet GMD Hendrik Vestmann seine Oldenburger Ära. Auf dem Programm stehen zudem Dvořáks 8. Sinfonie sowie das Violinkonzert von Sibelius. Solist ist der junge Geiger Emmanuel Tjeknavorian, der beim Internationalen Sibelius-Wettbewerb für seine Interpretation dieses Konzertes ausgezeichnet wurde.

Dirigent: Hendrik Vestmann
Oldenburgisches Staatsorchester

25./26.09.2016

2. SINFONIEKONZERT

Einsamkeit und Stille

In Kooperation mit: klangpol — Netzwerk Neue Musik Nordwest und oh ton e.V.

 

Erkki-Sven Tüür (*1959): ,Insula deserta‘
George Benjamin (*1960): ,A Mind of Winter‘ (für Sopran und Orchester)
Luciano Berio (1925—2003): ,Requies‘
Ludwig van Beethoven (1770—1827): Sinfonie Nr. 2 D-Dur

 

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Im Rahmen des Netzwerkes Neue Musik Nordwest klangpol und im Zeichen vom oh ton e.V., der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert, stehen im ersten Teil des 2. Sinfoniekonzertes unter Leitung von GMD Hendrik Vestmann zeitgenössische Werke auf dem Programm, die alle auf dem besten Weg sind, moderne Klassiker zu werden. Mit dem Streichorchesterstück ‚Insula deserta‘, das von der einsamen estnischen Insel Hiiuma erzählt, erzielte 1989 der Este Erkki-Sven Tüür seinen internationalen Durchbruch. Im Schaffen des britischen Komponisten George Benjamin bedeutete wiederum ‚A Mind of Winter‘ einen Meilenstein: Das Orchesterlied nach dem Gedicht ‚The Snow Man‘ des amerikanischen Pulitzer-Preisträgers Wallace Stevens singt die junge amerikanische Sopranistin Sarah Tuttle, die ab der Spielzeit 2016/17 neu im Oldenburger Opernensemble ist. Benjamin liegt Vestmann besonders am Herzen, seit er 2013 im Rahmen des Beethovenfestes Bonn mit großem Erfolg dessen erste Oper ‚Written on Skin‘ zur Aufführung brachte. Schatten und Erinnerung prägen das 1984 für Kammerorchester entstandene Stück ‚Requies‘, mit dem der italienische Komponist Luciano Berio der kurz zuvor verstorbenen Mezzosopranistin und avantgardistischen Künstlerin Cathy Berberian gedachte.

 

Der zweite Teil des Konzertes ist einem klassischen Komponisten gewidmet, den seine zunehmende Ertaubung vereinsamen ließ, ohne jedoch seine Schaffenskraft zu mindern. Als Ludwig van Beethoven in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts seine Zweite Sinfonie schrieb, hoffte er noch auf Genesung und setzte seinem Schicksal ein Werk voller Lebensfreude und Optimismus entgegen. 

 

Dirigent: Hendrik Vestmann
Solistin: Sarah Tuttle
Oldenburgisches Staatsorchester

13.11.2016

3. SINFONIEKONZERT

Nachtstücke

 

Pavel Haas (1899—1944): Scherzo triste op. 5
Frédéric Chopin (1810—1849): Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 e-Moll
Nikolai Rimski-Korsakow (1844—1908): ,Scheherazade‘, Sinfonische Dichtung

 

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Der tschechische Komponist Pavel Haas schrieb sein Scherzo triste 1921 zum Abschluss seiner Studien bei Leoš Janáček, dessen stilistischer Einfluss unüberhörbar ist. Bereits der widersprüchliche Titel weist auf den ebenso überbordenden wie melancholischen Charakter des Stücks hin, dessen ausdrucksstarke und bildhafte Musiksprache keinen Zweifel an Haas‘ besonderer Liebe zur Bühnen- und Filmmusik lässt. 

In der Musikgeschichte gilt Chopin gemeinhin als der große Träumer und es nimmt nicht wunder, dass gerade er das Genre „Nocturne“ so bekannt gemacht hat. Auch das Klavierkonzert in e-Moll, das Chopin zwanzigjährig im Jahre 1830 komponierte, erschließt eine musikalische Traumwelt, in der der zweite Satz den Nocturnes für Soloklavier besonders nahe steht. 

Die wohl populärsten Nachtstücke der Weltliteratur lieferte die arabische Geschichtenerzählerin Sheherazade, die sich tausendundeine Nacht lang um Kopf und Kragen redete. Viele Komponisten griffen diesen literarischen Schatz begeistert auf, darunter Nikolai Rimski-Korsakow, der in seiner 1888 entstandenen Sinfonischen Dichtung russische und orientalische Elemente verknüpfte. Mit ihrem immer wiederkehrenden Violin-Motiv voller Sogkraft umgarnt Sheherazade nicht nur den grausamen Sultan: Sie entführt alle Zuhörer in ihre, auch an musikalischen Schätzen reiche, arabische Märchenwelt. 

Dirigent: Hendrik Vestmann
Solistin: Yulianna Avdeeva
Oldenburgisches Staatsorchester

11./12.12.2016

4. Sinfoniekonzert

Himmelwärts

 

Antonín Dvořák (1841—1904): Streicherserenade E-Dur
Max Bruch (1838—1920): ,Kol Nidrei‘ für Violoncello und Orchester
Wolfgang Amadeus Mozart (1756—1791): Sinfonie Nr. 41 C-Dur (,Jupitersinfonie‘)

 

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In Dvořáks fünfsätziger Streicherserenade herrscht weniger der Gedanke an ein abendliches Ständchen vor, vielmehr dominiert das im Namen ebenfalls verborgene heitere Moment: „Sereno“ ist nicht nur der wolkenlos strahlende Himmel, sondern unüberhörbar auch die Stimmung des Komponisten, der mit diesem Werk 1875 voller Tatendrang einen neuen kompositorischen Weg einschlug und die Inspiration für seine Melodien in der slawischen Folklore suchte. 

Obgleich er nicht jüdischen Glaubens war, wählte Max Bruch ein traditionelles jüdisches Gebet als melodische Grundlage seines 1880 komponierten Konzertstücks. Vielleicht sah er in der Verwendung des um Vergebung und Versöhnung bittenden und geschichtsträchtigen Kol Nidre („Alle Gelübde“) einen ganz persönlichen Beitrag zur Völkerverständigung.

Die 1788 in nur zwei Wochen entstandene C-Dur-Sinfonie bildet den fulminanten Schlusspunkt von Mozarts sinfonischem Schaffen. Er vereint darin buffoneske Leichtigkeit mit dem ernsthaftesten Stil, den es für ihn gab: dem an Händel und Bach geschulten Kontrapunkt. Als „höchster Triumph der Instrumentalkomposition“ rühmte Mozarts Sohn die Sinfonie, die ein englischer Konzertunternehmer durch den Beinamen „Jupiter“ besonders nachhaltig in den Himmel hob. 

Dirigent: Vito Cristofaro
Solist: André Saad
Oldenburgisches Staatsorchester

19.02.2017

5. SINFONIEKONZERT

Mahler-Zyklus

 

Gustav Mahler (1860—1911): Sinfonie Nr. 9

 

 

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Seit Beethoven in seiner letzten Sinfonie die Grenzen der Sinfonik gesprengt und nachfolgenden Komponisten damit ein schweres Erbe hinterlassen hatte, umgab eine jede „Neunte“ der Nimbus des Schicksalhaften. Auch Mahlers 9. Sinfonie markiert ein Ende – und zugleich einen Anfang:
Mahler schrieb sie in den Jahren 1909 und 1910 in dem Südtiroler Örtchen Toblach, wo er sich zum Komponieren in ein kleines Holzhäuschen im Grünen zurückzog und seine nahezu rauschhafte Arbeit nur durch ausgedehnte Spaziergänge unterbrach. Eine Reihe von Schicksalsschlägen hatte ihn in den vergangenen Jahren heimgesucht, die er in seinem zuvor entstandenen ,Lied von der Erde‘ noch einmal mit Worten zu verarbeiten versuchte. In seiner 9. Sinfonie ist für das gesprochene Wort nun kein Raum mehr: Hier spricht nur noch die Musik als Ausdruck tiefer Emotionalität und Melancholie. Der Komponist ist sich bewusst, dass er an seinem Abschied arbeitet: „Leb wohl“ überschreibt er das Hauptmotiv des ersten Satzes und die letzte Spielanweisung lautet: „ersterbend“… 

Die Uraufführung seiner 9. Symphonie im Juni 1912 erlebte Mahler nicht mehr. Doch vor allem mit diesem Werk, in dem die Expressivität den endgültigen Sieg über die Tonalität davontrug, hatte er einer neuen Strömung den Weg bereitet: „Das erste Werk der Neuen Musik“, rühmte Alban Berg Mahlers Neunte.

Mit Mahlers wunderbarem Vermächtnis krönt Roger Epple, der von 2012 bis 2016 Generalmusikdirektor des Oldenburgischen Staatstheaters war, den von ihm begonnenen Mahler-Zyklus. 

Dirigent: Roger Epple
Oldenburgisches Staatsorchester

02./03.04.2017

6. Sinfoniekonzert

Wiener Spuren

 

Arvo Pärt (*1935): ,Fratres‘
Erich Wolfgang Korngold (1897—1957): Konzert für Violine und Orchester D-Dur
Johannes Brahms (1833—1897): Sinfonie Nr. 3 F-Dur

 

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Seit dem 18. Jahrhundert gilt Wien als die Stadt der Musik. – Als der estnische Komponist Arvo Pärt 1980 aufgrund sowjetischer Drangsalierungen nach Wien zog, hatte er seine Komposition ‚Fratres‘ aus dem Jahre 1977 im Gepäck, die er in den Folgejahren vielfach variierte. Bald zog er weiter nach Berlin und wurde so bekannt, dass 1986 sogar ein Asteroid nach ihm benannt wurde.

Der aus Brünn stammende Korngold war im Wien des frühen 20. Jahrhunderts einer der meistgefeierten Opernkomponisten und widmete sich nach seiner Emigration in die USA zunächst der Filmmusik. Nach der wegweisenden Arbeit an 19 Filmen und zwei Oscars wandte er sich 1947 mit seinem Violinkonzert, das er dem berühmten Geiger Jascha Heifetz zudachte, wieder der absoluten Musik zu. Nicht zuletzt durch die Verarbeitung einiger Filmthemen ist das virtuose Konzert auch äußerst eingängig.

Seine dritte Symphonie schrieb der Wahlwiener Brahms in Wiesbaden, wo er die Sommermonate des Jahres 1883 verbrachte. Er unternahm ausgedehnte Wanderungen, genoss den guten Wein und die nette Gesellschaft – und verriet niemandem, woran er täglich mehrere Stunden arbeitete. Die unbeschwerte Arbeitsatmosphäre schlug sich spürbar im heiteren Ton der Symphonie nieder: Bei ihrer Uraufführung erlebte sie laut Augenzeugen „einen in Wien kaum zuvor dagewesenen Grad von Enthusiasmus“.

Dirigent: Hendrik Vestmann
Solist: Richard Lin
Oldenburgisches Staatsorchester

23./24.04.2017

7. Sinfoniekonzert

Kreisläufe

 

Maurice Ravel (1875—1937): ,Le Tombeau de Couperin‘
Joseph Haydn (1732—1809): Konzert für Trompete und Orchester Es-Dur
Robert Schumann (1810—1856): Sinfonie Nr. 1 C-Dur (,Frühlingssinfonie‘)

 

 

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Verschiedenerlei Anfang und Ende widmet sich das Sinfoniekonzert unter der Leitung des Gastdirigenten Rasmus Baumann. 

Zunächst als musikalisches „Grabmal“ für den Barockkomponisten François Couperin gedacht, wurde Ravels während des Ersten Weltkriegs entstandenes Klavierwerk zunehmend zu einer ganzen Reihe an Gedenkstücken für gefallene Freunde. 1919 orchestrierte der für seine Instrumentierungskunst berühmte Komponist vier dieser Stücke zu einem farbenreichen Orchesterkonzert. 

Haydns Konzert markiert die Geburtsstunde der modernen Trompetenmusik: Er schrieb es für die neu erfundene Klappentrompete, die das vormalige Naturtoninstrument in ein virtuoses Melodieinstrument verwandelte. Um die neuen Möglichkeiten der Trompete bestmöglich zu präsentieren, versah Haydn sein 1800 uraufgeführtes Konzert mit einer Fülle an virtuosen Herausforderungen, durch die es bis heute als Paradestück gilt. 

In nur vier Tagen schrieb Robert Schumann im Januar 1841 seine erste Sinfonie: „in jenem Frühlingsdrang, der den Menschen wohl bis in das höchste Alter hinreißt und in jedem Jahr von neuem überfällt.“ Und auch vom persönlichen Neuanfang kündet das überschwängliche Werk, in dem der Komponist all sein Liebesglück zu seiner zukünftigen Frau Clara hineinkomponierte. 

Dirigent: Rasmus Baumann
Oldenburgisches Staatsorchester

11./12.06.2017

8. Sinfoniekonzert

IRRWEGE — PEER GYNT

 

Edvard Grieg (1843—1907) / Henrik Ibsen (1828—1906): ,Peer Gynt‘

 

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,Solvejgs Lied‘ oder ,In der Halle des Bergkönigs‘ – Viele Stücke aus Griegs ‚Peer Gynt‘ gehören auch jenseits der Konzertsäle zum kollektiven Musikschatz. Aber wer kennt die Geschichte, die dahintersteckt? 

Henrik Ibsen hatte zunächst aus norwegischen Märchen ein dramatisches Gedicht und dann ein Theaterstück geschrieben, um dessen musikalische Untermalung er seinen Landsmann Edvard Grieg bat. 1876 wurde das gemeinsame Werk erfolgreich uraufgeführt. Doch der lange in Deutschland lebende Grieg fürchtete, dass die norwegische Sprache dem Erfolg der Musik außerhalb seines Heimatlandes abträglich sein könnte. Also trennte er die Musik vom Text und verwandelte sie in zwei Orchestersuiten.

Die beiden Peer Gynt-Suiten erfreuen sich seitdem größter Beliebtheit – und doch hielt schon bald auch wieder Ibsens Geschichte Einzug in die Konzertsäle: um Sinn zwischen den musikalischen Sätzen zu stiften und die Dramatik in der Musik sichtbar zu machen. Auch das 8. Sinfoniekonzert vereint Griegs Musik mit Ibsens Originaltext: Schauspielerinnen und Schauspieler schildern, welche Irrungen und Wirrungen Peer Gynt durchlebt, bevor er wieder heim zu seiner geliebten Solvejg findet und  Sooyeon Lee wird nicht nur deren Lied singen. – Ein dramatisches Konzert voller Ohrwürmer und Überraschungen …  

Dirigent: Hendrik Vestmann
Solistin: Sooyeon Lee

Opern- und Extrachor des Oldenburgischen Staatstheaters 
Leitung — Thomas Bönisch
Mitglieder des Schauspielensembles des Oldenburgischen Staatstheaters
Oldenburgisches Staatsorchester