Nathan der Weise

von Gotthold Ephraim Lessing

 

„Mit eindringlichen Bildern lässt Klaus Schumacher sein großartiges Ensemble im wahrsten Sinne um die Ecke spielen und denken. Dabei verzichtet er auf laute Töne. Er setzt auf eindringliches Spiel und eine perfekte Symbiose aus Licht, Klang und Raum. Juden, Christen, Moslems – im großen Haus im Staatstheater fasziniert das Stück als fesselndes Plädoyer für Mitmenschlichkeit.“ (Kreiszeitung)

Als Nathan von Sultan Saladin nach der einzig wahren Religion gefragt wird, lässt Lessing seinen Titelhelden mit der Ringparabel antworten, die weltberühmt geworden ist. Keine der drei großen Religionen, weder das Judentum noch das Christentum oder der Islam sei die einzig wahre, bringt Nathan damit zum Ausdruck.
Seit Ende des 17. Jahrhunderts wird das geistige Europa anderen Religionen gegenüber aufgeschlossener. Die Kritik am christlichen Glauben und dessen Entmythologisierung bringt die Philosophen der Aufklärung zu einer teils begeisterten Aufnahme fremder Kulturen. Zutiefst von dieser Strömung erfasst, schreibt Lessing 1779 mit ‚Nathan der Weise‘ eine Geschichte um Toleranz und Humanismus: Der jüdische Geschäftsmann Nathan kommt von einer Reise zurück und erfährt, dass seine Tochter Recha von einem christlichen Tempelherrn vor dem Feuertod gerettet worden ist. Dieser war kurz zuvor vom Sultan begnadigt worden, weil er große Ähnlichkeit mit dessen verstorbenem Bruder aufweist. Als der Tempelherr trotz seiner anfänglichen Bedenken, eine Jüdin zu heiraten, bei Nathan um Rechas Hand anhält und zurückgewiesen wird, ist er außer sich. Was der junge Mann zu diesem Zeitpunkt nicht ahnt, ist, dass Nathan in ihm bereits den Bruder „seiner Recha“ wähnt, die nicht seine leibliche Tochter und christlicher Abstammung ist. Am Ende vereinigen sich alle drei Weltreligionen in ein und derselben Familie.

Regisseur Klaus Schumacher, der schon mehrfach in Oldenburg inszeniert hat, zuletzt ‚Sein oder Nichtsein‘, nimmt sich dieses klassischen Stoffes an, der auch nach knapp 250 Jahren nichts von seiner Gültigkeit eingebüßt hat.

Video

Bilder

 
 

Besetzung

Kostüme: Karen Simon
Licht: Sofie Thyssen
Dramaturgie: Anna-Teresa Schmidt
Sultan Saladin: Klaas Schramm
Sittah: Caroline Nagel
Tempelherr: Jan Breustedt
Derwisch: Johannes Lange
Klosterbruder: Gerrit Frers

Termine

Premiere — 25.02.2018

Dauer

140 Minuten

Spielstätte

Großes HausAnfahrt

Kurzeinführung