Sinfoniekonzerte

Karten kaufen über den Kalender, im Ticketshop oder an der Theaterkasse (Di — Fr 10 — 18 Uhr, Sa 10 — 14 Uhr, 0441.2225-111)

26./27.08.2018

1. SINFONIEKONZERT: SÜDLICH

Peter Tschaikowsky (1840—1893): Capriccio italien op. 45
Ottorino Respighi (1879—1936): Sinfonische Suite ‚Gli uccelli‘
Bernd Alois Zimmermann (1918—1970): ‚Nobody knows the trouble I see‘; Konzert für Trompete und Orchester
Georges Bizet (1838—1875): 1. Sinfonie C-Dur

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Im Eröffnungskonzert der neuen Spielzeit erinnert der Italiener Vito Cristofaro noch einmal an den Sommer und den sonnigen Süden – gemeinsam mit vier Komponisten unterschiedlichster Provenienz, die eines eint: Ihrer aller Wege führten nach Rom …Während eines Romaufenthaltes 1879/80 komponierte Peter Tschaikowsky, der seine russische Heimat wann immer er konnte verließ, sein fröhliches Capriccio, für das er auch italienische Volksmelodien entlieh. Zu jener Zeit wurde in Bologna Ottorino Respighi geboren, der sich wiederum nach einem mehrjährigen Aufenthalt in St. Petersburg in Rom niederließ und neben den Pinien, Festen und Brunnen von Rom auch Vögeln wie Nachtigall, Taube und Kuckuck ein sinfonisches Denkmal setzte.

Der Rheinländer Bernd Alois Zimmermann,der einige Zeit in der römischen VillaMassimo studierte, machte etliche seiner Kompositionen zu politischen Statements. So prangert er im Trompetenkonzert, das sein musikalisches Material aus der traditionellen Musik der Südstaaten schöpft und im Titel einen bekannten Spiritual variiert, den Rassismus in den USA an. Romstipendiat war auch Georges Bizet, der bei Reiseantritt 1857 seine C-Dur-Sinfonie bereits geschrieben und beiseite gelegt hatte: Sie schlummerte im Archiv des Pariser Conservatoire,bis sie 1933 unter großem Aufsehen wiederentdeckt wurde.

Matthias Elsaeßer
Der aus dem Sauerland stammende Trompeter studierte in Detmold und Hamburg und debütierte 2005 als Solist in Bachs 2. Brandenburgischen Konzert beim Europäischen Musikfest in Stuttgart unter Helmuth Rilling. Seit 2006 ist er Solotrompeter des Oldenburgischen Staatsorchesters. Daneben gastiert er häufiger in verschiedenen deutschen Orchestern und spielt als Sopran-Cornettist in der Brass Band Hessen.

Solist: Matthias Elsaeßer
Dirigent: Vito Cristofaro
Oldenburgisches Staatsorchester

07./08.10. 2018

2. SINFONIEKONZERT: HEIMATLICH

Hugo Alfvén (1872—1960): Festival Ouvertüre op. 52
Edward Elgar (1857—1934): Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll op. 85
Antonín Dvořák (1841—1904): 7. Sinfonie d-Moll op. 70

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Der zu Lebzeiten als Nationalkomponist gefeierte Hugo Alfvén zählt zu den bedeutendsten Spätromantikern Schwedens und bewahrte sich seinen Stil bis zuletzt: So zeichnen Expressivität und sinfonischer Gestus auch die 1944 komponierte Festival Ouvertüre aus, die der zudem als Maler und Schriftsteller bekannte Komponist für die Eröffnung des Theaters in Malmö schrieb.

Schon den Uraufführungskritiker bestach das Cellokonzert von Edward Elgar durch „die tiefe Weisheit und Schönheit, die seiner Einfachheit zugrunde liegt“. Durch seinen verklärten Tonfall ist es deutlich ein Alterswerk des über Sechzigjährigen, der mit britischem Humor die Partitur 1919 mit der Formel„Finis R. I. P.“ abschloss. Heute gehört es zu den beliebtesten seiner Gattung – und neben der heimlichen englischen Hymne ‚Land of Hope and Glory‘ zu den populärsten Werkendes Nationalkomponisten.

London war 1885 auch Ort der Uraufführungvon Dvorˇáks 7. Sinfonie, nachdem der Böhme zum Ehrenmitglied der London Philharmonic Society ernannt worden war. Und doch ist gerade dieses Werk durch deutliche böhmisch-nationale Bezüge in der Musik ein patriotisches Statement des Komponisten,der sich mit ganzem Herzen für die Souveränität seiner Heimat einsetzte. Entsprechend populär wurde das schwungvolle und melodienreiche Werk binnen kürzester Zeit – und bei weitem nicht nur in Tschechien.

Wolfgang Emanuel Schmidt
Der vielfache Preisträger, den kein Geringerer als Mstislaw Rostropowitsch zu einem „der führenden Cellisten unserer Zeit“ erhob, gastiert weltweit. Eine besondere Leidenschaft gehört dabei auch der Kammermusik. Zunehmend konzertierter zudem als Dirigent und ist u. a. Chefdirigent des von ihm 2010 gegründeten Ensembles Metamorphosen Berlin. Er lehrt an der Musikhochschule Weimar, an der UdK Berlin und an der Kronberg Academy.Zu seinen zahlreichen Einspielungen gehört auch Elgars Cellokonzert.

Solist: Wolfgang Emanuel Schmidt
Dirigent: Hendrik Vestmann
Oldenburgisches Staatsorchester

18.11.2018

3. SINFONIEKONZERT: AHNUNGSVOLL

Wolfgang Amadeus Mozart (1756—1791): Sinfonie Nr. 39 Es-Dur KV 543
Gustav Mahler (1860—1911): ‚Das Lied von der Erde‘ eine Symphonie für Soli und Orchester

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Als „Schwanengesang“ war Mozarts Es-Dur-Sinfonie im 19. Jahrhundert bekannt – und war diese Einschätzung auch einer fehlerhaften Datierung geschuldet, so steckt doch ein Fünkchen Wahres darin: Diese Sinfonie ist die erste einer Trias, mit der Mozart im Sommer 1788 sein – von der ‚Jupitersinfonie‘ gekröntes – sinfonisches Schaffen innerhalb von nur sechs Wochen abschloss. Buchstäblich begeistert von ihrer Unbeschwertheit glaubte E. T. A Hoffmannin diesen letzten Sinfonien von Mozart „eine Ahnung des Unendlichen“ zu spüren.

Eine solche Ahnung wohnt auch Gustav Mahlers 1907/08 entstandenem ‚Lied von der Erde‘ deutlich inne, wenngleich wesentlich verklärter: Er komponierte den Liederzyklus nach der Gedichtsammlung‚ Die chinesische Flöte‘ in einer Zeit harter persönlicher Schicksalsschläge mit Kindestod,schwerer eigener Krankheit und dem Verlust seines Postens als Direktor der Wiener Hofoper. „Es ist so wie das Vorbeiziehendes Lebens, besser des Gelebten, an der Seele des Sterbenden“, charakterisierte Alban Berg dieses Werk Gustav Mahlers, das für viele Zeitgenossen als sein bestes galt und in seiner unverwechselbaren Tonsprache Schwermut mit Heiterkeit vereinte: Zum Gelebten gehören eben nicht nur die‚Einsamkeit im Herbst‘ und der ‚Jammer der Erde‘, sondern auch Schönheit, Jugend und die ‚Gefühle beim Erwachen aus einem Rausch‘ …

Ann-Beth Solvang und Zoltán Nyári
Als die norwegische Mezzosopranistin Ann-Beth Solvang und der ungarische Tenor Zoltán Nyári als Erda und Siegmund im ‚Ring‘ auf der Oldenburger Bühnebegeisterten, waren sie noch Gäste – ab der Spielzeit 2018/19 gehören sie zum Ensemble des Staatstheaters. Beide gastieren weiterhin international: So singt Solvang u. a. regelmäßig am Theater an der Wien, an der Hamburgischen Staatsoper und von Ljubljana bis Oslo, während Nyári als vielgefragter Heldentenor durch ganz Deutschland bis Malmö reist.

Dirigent: Hendrik Vestmann
Oldenburgisches Staatsorchester

13./14.01.2019

4. SINFONIEKONZERT: SPANNUNGSREICH

Liisa Hirsch (*1984): ‚Mechanics of Flying‘ für Orchester
Sergei Prokofjew (1891—1953): Klavierkonzert Nr. 3 C-Dur op. 26
Peter Tschaikowsky (1840—1893): 5. Sinfonie e-Moll op. 64

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Im Jahre 2016 gewann die junge estnische Komponistin Liisa Hirsch, die 2019 im Rahmen des Projekts a.i.r. als Artist in Residence in Oldenburg wirkt, mit ihrem Orchesterwerk ‚Mechanics of Flying‘ den Europäischen Komponistenpreis. Wie sie selbst berichtet, ließ sie sich bei diesem Stück von den riesigen windbetriebenen Skulpturen des niederländischen Künstlers Theo Jansen inspirieren. Anders als möglicherweise zu erwarten gewesen wäre, entstand dabei jedoch keine mechanisch monotone Maschinenmusik, sondern ein Werk voller Klangmagie, das die Poesie des Windes zu atmen scheint, der die überdimensionalen Wesen belebt.

Zwei Klassiker der russischen Konzertliteratur ergänzen das Werk: Prokofjews drittes Klavierkonzert lebt innerhalb seiner ausgewogenen Dreisätzigkeit gerade von seinen inneren Kontrasten: Rhythmische Schärfe und schroffe dynamische Brüche stehen hierneben romantischer Melodik und volksliedhaften Einfällen und verleihen dem Werk seine immense Spannung.

In Tschaikowskys fünfter Sinfonie findet das menschliche Ringen mit dem übermächtigen Schicksal seinen musikalischen Widerhall. Subjektiv, ohne programmatisch zu sein, drückt sie – so beschreibt es der Komponist selbst – das aus, „wofür es keine Worte gibt, was aber aus der Seele drängt und ausgesprochen werden will“.

Solist: Alexej Gorlatch
Dirigent: Hendrik Vestmann
Oldenburgisches Staatsorchester

24.02.2019

5. SINFONIEKONZERT: HEROISCH

Wilhelm Stenhammar (1871—1927):  ‚Excelsior!‘ Konzertouvertüre op. 13
Dmitri Schostakowitsch (1906—1975): Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 77
Ludwig van Beethoven (1770—1827): Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 ‚Eroica‘

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Wilhelm Stenhammar gilt neben Hugo Alfvén als bedeutendster schwedischer Symphoniker der Spätromantik. Seine 1896 unter Arthur Nikisch uraufgeführte erhaben-expressive Konzertouvertüre widmete er dem Philharmonischen Orchester Berlin, zu dem er offenbar seit seinem Berliner Klavierstudium ein ganz besonderes Verhältnis hatte …

Kurz nachdem Schostakowitsch 1947/48 sein 1. Violinkonzert beendet hatte, wurde er vom Sowjetregime endgültig als „formalistisch“und „antidemokratisch“ abgestempelt, sämtlicher Ämter enthoben und aus den Konzertsälen verbannt. Erst 1955 wurde das Konzert von David Oistrach uraufgeführt und frappiert seitdem nicht nur durch die Subtilität, mit der Schostakowitsch hiermit musikalischen Mitteln deutlich politische Position bezieht, sondern auch durch seine Expressivität. Der Jung-Star Emmanuel Tjeknavorian hat es sich ausdrücklich für sein drittes Oldenburger Konzert gewünscht.

Auch in mehreren Werken Beethovens schlug sich die Zeitgeschichte nieder: Die Arbeit an seiner dritten Sinfonie begann der idealistisch gesinnte Komponist mit großer Napoleon-Begeisterung, die jedoch,nachdem er den Franzosen als Tyrannen entlarvt hatte, in Entrüstung umschlug:Kurzerhand kratzte Beethoven Napoleons Namen aus der Partitur und widmete sein Werk nun allen wahren Heroen.

Dirigent: Golo Berg
Oldenburgisches Staatsorchester

31.03./01.04.2019

6. SINFONIEKONZERT: IMPRESSIONISTISCH

Vincent d’Indy (1851—1931): ,Jour d’été à la montagne‘ Sinfonische Dichtung
Alban Berg (1885—1935): Fünf Orchesterlieder op. 4 nach Ansichtskartentexten von Peter Altenberg
Johannes Brahms (1833—1897): Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68

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In luftige Höhen und verträumte Waldeseinsamkeit führt der französische Gastdirigent Fabrice Bollon in seinem Konzert, das er mit einem eher selten gespielten symphonischen Triptychon seines Landsmanns Vincent d’Indy eröffnet: Erfüllt von der rauen Schönheit seiner Heimat an der Ardèche,die sein Schwager in ein Gedicht gefasst hatte, vertonte der Impressionist 1905 einen Sommertag – vom Morgengrauen bis zur Abenddämmerung – in dieser einzigartigen Landschaft Zentralfrankreichs.

Naturschilderungen sind es auch, die Alban Berg 1911/12 in Wien zu seinen fünf Liedern op. 4 inspirierten. Aus den aphoristisch anmutenden Ansichtskartentexten des Wiener Schriftstellers Peter Altenberg schuf Berg einen Meilenstein auf seinem persönlichen Weg zu einer neuen Wiener Tonsprache,der Sooyeon Lee auch während ihres Studiums in der „Hauptstadt der Musik“ besonders nahe kam.

Als wegbereitend für die Neue Wiener Schule galt für Arnold Schönberg „Brahms,der Fortschrittliche“, dessen Prinzip der entwickelnden Variation neue Möglichkeiten erschlossen hatte. In seiner ersten Sinfonie schöpft auch der begeisterte Wanderer Brahms seine Melodik aus der Bergwelt: „Also blus das Alphorn heut“ schrieb er auf einer Postkarte an Clara Schumann und notierte daneben eine Melodie, die unverändert Eingang in seine erste Sinfonie fand.

Solistin: Sooyeon Lee
Dirigent: Fabrice Bollon
Oldenburgisches Staatsorchester

12.05.2019

7. SINFONIEKONZERT: DURSCHLAGEND

Giacomo Puccini (1858—1924): Capriccio sinfonico
Avner Dorman (*1975): ‚Frozen in Time‘ Konzert für Schlagzeug und Orchester
Anton Bruckner (1824—1896): Sinfonie Nr. 7 E-Dur

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Das Capriccio sinfonico, das Giacomo Puccini 1883 zum Abschluss seines Mailänder Studiums komponierte, ist zwar eines seiner wenigen sinfonischen Werke, doch zeichnet sich darin bereits deutlich Puccinis Zukunft als Opernkomponist ab: Unverkennbar nimmt er hierin bereits Passagen aus ‚La Bohème‘ vorweg.

Das Schlagzeugkonzert des israelischen Komponisten Avner Dorman gehört zum Anspruchsvollsten, das die Schlagzeug-Literatur zu bieten hat: Allein die verschiedenen Schlaginstrumente nehmen einen großen Teil der Bühne ein und ihre Beherrschung gleicht Hochleistungssport. Der auf die erdgeschichtliche Kontinentalverschiebung anspielende Titel ‚Frozen intime‘ erschließt sich aus dem dreisätzigen Konzert nur indirekt: Vorherrschend ist vor allem eine mitreißende Mischung aus Jazz, Groove, Drive und Bigband-Charakter.

Für den eigenbrötlerischen Anton Bruckner war es die – zeitgleich zu Puccinis Capricciosinfonico komponierte – 7. Sinfonie, die seinen internationalen Durchbruch als Komponist brachte. Dass er sie in geistiger Nähe zu dem von ihm hochverehrten Wagner schrieb, zeigt sich nicht nur an dem Hinweis,das Adagio sei ihm angesichts dessen Todes eingefallen. Ungewöhnlich ist darin auch die sinfonische Verwendung von Wagnertuben,die Wagner eigens für den ‚Ring des Nibelungen‘hatte bauen lassen

Solist: Alexej Gerassimez
Dirigent: Hendrik Vestmann
Oldenburgisches Staatsorchester

30.06./01.07.2019

8. SINFONIEKONZERT: TRÄUMERISCH

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809—1847)/
William Shakespeare (1564—1616): ‚Ein Sommernachtstraum‘ mit der Bühnenmusik op. 61

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Es war die Lektüre des Shakespeare’schen‚ Sommernachtstraums‘ in der Übersetzung August Wilhelm Schlegels, die den gerade einmal siebzehnjährigen Mendelssohn 1826 zur Komposition seiner kongenialen Konzertouvertüre anregte: Selten zeigte sich ein Jugendwerk von derart reifer Genialität. Sechzehn Jahre später stand Mendelssohn als Musikdirektor des Leipziger Gewandhausorchesters und gefragter Komponist mitten im Musikleben, als ihn der preußische König Friedrich Wilhelm IV. – ganz im Geiste der Zeit – um eine vollständige Bühnenmusik zu Shakespeares Traumspiel bat. Motive seiner Ouvertüre wieder aufgreifend, schuf Mendelssohn eine elfteilige Folge von Stimmungsbildern, von denen sich ganz besonders der Hochzeitsmarsch bis heute größter Popularität erfreut.

Nach dem großen Erfolg des ‚Peer Gynt‘-Konzerts am Ende der Spielzeit 16/17, indem Ibsen und Grieg gleichermaßen zu Wort kamen, sind es nun William Shakespeare und Felix Mendelssohn, die gemeinsam von den Wirren um die Hochzeit des Theseus und der Hippolyta, die Liebe der Elfenkönigin Titania zu einem Esel, dem ebenso intriganten wie weitsichtigen Puck und einem ziemlich chaotischen Theater im Theater erzählen: Ein mittsommerlicher Abend voller Poesie und Zauber, der auch nicht an zeitlosen Einsichten und Lehren spart …

Dirigent: Hendrik Vestmann
Mitglieder des Schauspielensembles
Solistinnen des Opernensembles
Damen des Opern- und Extrachores des Oldenburgischen Staatstheaters
Oldenburgisches Staatsorchester