Michael Kohlhaas

nach der Novelle von Heinrich von Kleist
Fassung von Karsten Dahlem und Marc-Oliver Krampe
Komposition von Hajo Wiesemann


Das ist mal packendes Theater […] Klassik schön modern ist in Mode. Aber nicht immer gut. Doch Karsten Dahlem und Marc-Oliver Krampe haben eine frische Fassung geschaffen. Kann man so klassischen Stoff verpacken? Mit Liedchen an der Rampe? Mit Videobotschaften? Man kann. Sogar, ohne was lächerlich zu machen. […] Die immer verständliche, spannende, unterhaltsame Aufführung überzeugt. […] Reichlich Beifall.“ (Nordwest Zeitung)

Ein höchst sehenswerter Abend, der über eineinhalb Stunden zu fesseln weiß.“ (Kreiszeitung)

 

Der Pferdehändler Kohlhaas lebt friedliebend und in geordneten Verhältnissen in Kohlhaasenbrück am Ufer der Havel. Auf einer Geschäftsreise ins Sächsische, wo er seine Pferde auf den Märkten verkaufen will, wird er an der Landesgrenze mit ungewohnten Einreiseformalitäten konfrontiert: Neuerdings verlangt der Herr der Grenzburg, Junker von Tronka, einen Passierschein. Kohlhaas hat keinen und verspricht, sich nachträglich in Dresden darum zu bemühen. Als Pfand muss er zwei seiner Rappen zurücklassen – bewacht von seinem Knecht Herse. In der sächsischen Hauptstadt stellt sich allerdings heraus, dass die Forderung eines Passierscheins jeglicher rechtlichen Grundlage entbehrt. Zurück in der Burg, wo Kohlhaas das offensichtliche Missverständnis aufklären will, findet er seine Pferde in gänzlich zerschundenem Zustand vor. Als seine Schadensersatzklage wegen der weitreichenden Verwandtschaftsbeziehungen der einflussreichen Tronkas wiederholt abgeschmettert wird und daraufhin auch noch seine Frau bei dem Versuch, sich beim Landesherrn Gehör zu verschaffen, ums Leben kommt, sieht Kohlhaas rot. Blind vor Schmerz und Wut kämpft er bis zur völligen Selbstaufgabe um Gerechtigkeit.

Der Willkür der Herrschenden und ihrer Verwaltungsorgane steht in Kleists Erzählung radikale Gewaltbereitschaft im Namen der Gerechtigkeit gegenüber. Dabei geraten beide Seiten immer tiefer in das Räderwerk gesellschaftlicher und institutioneller Prozesse. Es entsteht eine Dynamik, die das Individuum – egal auf welcher Seite es steht – in Fesseln legt. Das Stück zeigt die Verzweiflung des Menschen am Unrecht und an der Unfreiheit in der Gesellschaft und wie sehr er dadurch zu einer tickenden Zeitbombe werden kann. Nach ‚Die Leiden des jungen Werther‘ holt Regisseur Karsten Dahlem einen weiteren Klassiker der Weltliteratur auf leidenschaftlich- musikalische Weise ins Heute.

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Bilder

Besetzung

Bühne und Kostüme: Inga Timm
Komposition und musikalische Leitung: Hajo Wiesemann
Dramaturgie: Marc-Oliver Krampe
Hinz von Tronka u.a.: Jan Breustedt
Kunz von Tronka u.a.: Rajko Geith
Lisbeth u.a.: Rebecca Seidel
Michael Kohlhaas: Klaas Schramm
Junker Wenzel von Tronka, Luther: Nientje C. Schwabe
Bühnenmusiker: Michael Bohn, Hannes Clauss, Martin Flindt, Michael Haupt, Jan-Olaf Rodt und Christian Schoenefeldt

Termine

Premiere — 07.09.2017

08.12. 20.00 Uhr
19.12. 20.00 Uhr
21.12. 20.00 Uhr
27.12. 20.00 Uhr
06.01. 20.00 Uhr
09.01. 20.00 Uhr
17.01. 20.00 Uhr
18.01. 11.00 Uhr
19.01. 20.00 Uhr
31.01. 20.00 Uhr
letzte Vorstellung:
03.02. 20.00 Uhr

Kurzeinführung

Spielstätte

Kleines HausAnfahrt

Dauer

100 Minuten, ohne Pause