Kammerkonzerte

Karten kaufen über den Kalender, im Ticketshop oder an der Theaterkasse (Di — Fr 10 — 18 Uhr, Sa 10 — 14 Uhr, 0441.2225-111)

verschoben auf den 22.04.2018!

1. Kammerkonzert: French Connection

Rudi Stephan (1887 – 1915): Suite für Oboe, Horn, Violoncello und Klavier
Claude Debussy (1862 – 1918): Sonate für Violoncello und Klavier
Francis Poulenc (1899 – 1963): Trio für Klavier, Oboe und Violoncello
Heinrich von Herzogenberg (1843 – 1900): Trio für Oboe, Horn und Klavier op. 43
Josef Rheinberger (1839 – 1901): Quartett für Oboe, Horn, Violoncello und Klavier

Kleines Haus

Anfahrt

Wenn sich vier Instrumente mit jeweils sehr individueller Farbe in der Kammermusik begegnen, erschafft dies ungeahnte Klangräume: Sowohl Debussy als auch Poulenc knüpfen in ihren Werken an ältere Musiktraditionen an. Für Debussy wird die Rückbesinnung auf französische Werke der Barockzeit zu einem Instrument, um seinen Patriotismus im Kriegsjahr 1915 musikalisch auszudrücken. Für Poulenc wiederum ist die alte Musik willkommenes Material, mit dem er in gewohnt geistreicher und humorvoller Art spielt und dadurch Neues schafft.

Herzogenberg und Rheinberger hingegen sind tief in der Romantik verwurzelt. Ersterer ist als enger Freund von Brahms stark von dessen Werk beeinflusst. Wie Brahms’ Orchesterwerke, so zeigt auch Herzogenbergs Trio für Oboe, Horn und Klavier ein dichtes Netz motivisch- thematischer Beziehungen. Rheinberger seinerseits baut auf klassischen Vorbildern auf und wird selbst zu einem bedeutenden Lehrer, der auf so illustre Schüler wie Max Bruch, Engelbert Humperdinck und Richard Strauss verweisen konnte. Wie Herzogenbergs Trio, so zeigt auch Rheinbergers Quartett, das in seiner Besetzung für Oboe, Horn, Violoncello und Klavier vermutlich einmalig ist, einen innigen Dialog zwischen den vielgestaltig farbenreichen Instrumenten.

Yumiko Kajikawa
— Oboe
Joaquim Palet
— Horn
André Saad
— Violoncello
Wilhelm Hofmann
— Klavier

15.10.2017

2. Kammerkonzert: Fugata

Girolamo Frescobaldi (1583—1643): Fugue II, Arr. für Bandoneon und Streichquartett
Johann Sebastian Bach (1685—1750): Die Kunst der Fuge BWV 1080 für Streichquartett
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809—1947): 12 Fugen für Streichquartett
Jean Sibelius (1865—1957): Fuge für Martin Wegelius für Streichquartett
Hans Krása (1899—1944): Passacaglia und Fuge für Streichtrio
Joaquín Alem (*1975): Introdución y Contemplar
Astor Piazzolla (1921—1992): Muerte del Ángel, Fugata, Contrabajisimo

Kleines Haus

Anfahrt

Von eher galt die Fuge als die Königsdisziplin des kontrapunktischen Satzes und durchzieht die Kunstmusik bis heute. Welche Vielfalt an Werken aus ihrer strengen Technik entstehen können, zeigt das zweite Kammerkonzert der Saison. Als ältestes Werk erklingt eine Fuge des am Übergang von der Spätrenaissance zum Frühbarock wirkenden italienischen Komponisten Girolamo Frescobaldi, die in einer Bearbeitung für Streichquartett und Bandoneon ertönen wird. Diese Klangfarbe schlägt den Bogen zu einem der modernsten Komponisten des Konzertes, Astor Piazzolla, der die alte Satztechnik mit den Klängen des Tango Nuevo in Einklang bringt und möglicherweise Joaquín Alem, der selbst als Bandoneon-Spieler im Konzert mitwirkt, wichtige Impulse gab. Zwischen diesen zeitlichen Polen entstanden die übrigen Werke des Konzertes:

Stücke aus Bachs ‚Kunst der Fuge‘, die den folgenden Komponisten-Generationen zum wichtigen Leitbild wurde; Auszüge aus den Fugen für Streichquartett, des gerade einmal zwölfjährigen Mendelssohn, Sibelius’ Hommage an seinen Lehrer Martin Wegelius sowie ein Werk aus dunkelsten Zeiten: Hans Krásas ‚Passacaglia und Fuge für Streichtrio‘, die dieser im Jahre seines Todes für die Konzerte seiner Mithäftlinge im Lager Theresienstadt schrieb.

Rolf Seeber, Marijke Tjoelker
— Violine
Petia Rousseva
— Viola
Juliane Asche
— Violoncello
Niklas Heide
— Kontrabass
Joaquín Alem
— Bandoneon
Akiko Nozue
— Klavier

03.12.2017

3. Kammerkonzert

NICHT NUR ZUR WEIHNACHTSZEIT
Eine heiter besinnliche Einstimmung auf das bevorstehende Weihnachtsfest

mit Musik von Johann Sebastian Bach, Arcangelo Corelli, Wolfgang Amadeus Mozart, John Williams und Stanley Myers sowie Texten von Theodor Storm, Joseph Eichendorff, Robert Gernhardt und Joachim Meyerhoff

Kleines Haus

Anfahrt

Inzwischen ist es schon zur Tradition geworden: Alle Jahre wieder treffen sich die fünf Musikerinnen und Musiker des Oldenburgischen Staatsorchesters, um das Publikum und sich selbst gemeinsam mit Schauspieler Jens Ochlast auf Weihnachten einzustimmen.

Auf dem Programm stehen auch dieses Jahr wieder weihnachtliche Klassiker in Text und Ton, Raritäten und ganz besondere Schmankerl. Besinnlich, heiter oder in ausgelassener Fröhlichkeit zeigt das Konzert, wie vielfältig die Vorfreude auf Weihnachten sein kann.

Jens Ochlast
— Sprecher
Cordula Ramke, Rolf Seeber
— Violine
Rüdiger Kuntz
— Viola
Norbert Körner
— Violoncello
Ralf Santo
— Kontrabass

07.01.2018

4. Kammerkonzert: Trio Basso

Bernhard Romberg (1767—1841): Trio e-Moll, op. 38 Nr. 1
Violeta Dinescu (*1953): DIN Cimpoiu für Viola solo
Edgar Meyer (*1960): Appalachian 09, Duett für Violoncello und Kontrabass
Johann Matthias Sperger (1750—1812): Duett Nr. 1 D-Dur, MeiS C I/7, für Bratsche und Kontrabass
Michael Haydn (1737—1806: Divertimento Es-Dur für Bratsche, Violoncello und Kontrabass
Alessandro Rolla (1757—1841): Duett für Viola und Violoncello
Pēteris Vasks (*1946): Bass trip für Kontrabass solo
Mauricio Kagel (1931—2008): Aus dem Nachlass für Bratsche, Violoncello und Kontrabass

Kleines Haus

Anfahrt

Als ob die Musik immer nur in der ersten Geige spielen würde! Das vierte Kammerkonzert der Saison zeigt, dass auch sonore Tiefe so einiges zu bieten hat, und zwar sowohl in Klassik und Romantik wie auch in unserer Zeit. Solistisch, in allen denkbaren Paarungen sowie als Trio widmen sich die drei tieferen bis tiefen Streichinstrumente Werken von Komponisten, die selbst als Virtuosen auf einem dieser Instrumente galten.

Auf klassischer Seite sind dies Paganinis Lehrer Alessandro Rolla, Johannes Matthias Sperger, der 18 (!) Kontrabasskonzerte hinterließ, und Bernhard Romberg, dessen Name nicht zuletzt durch eine bedeutende Celloschule der Nachwelt präsent blieb. Demgegenüber stehen auf moderner Seite der amerikanische Kontrabass-Virtuose Edgar Meyer, der vielfältigste Einflüsse aufgreift und insbesondere der Musik seines Heimatlandes große Aufmerksamkeit widmet.

Außerdem der Lette Peteris Vasks, einer der meistgespielten zeitgenössischen Komponisten, dessen Musik nicht zuletzt durch ihre Emotionalität zu begeistern weiß, Altmeister Mauricio Kagel sowie die international renommierte rumänische Komponistin Violeta Dinescu, die als Professorin an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg ihr Wissen an die jüngste Komponistengeneration weitergibt.

Nikolas Sahler
— Viola
Johanna Hoffmann
— Violoncello
Michael Hagemeister
— Kontrabass

04.02.2018

5. Kammerkonzert: Feuer und Flamme

 

Sergei Tanejew (1856—1915): Streichtrio h-Moll (1913)
Josef Suk (1874—1935): Klavierquartett a-Moll op. 1
Robert Schumann (1810—1856): Klavierquintett Es-Dur op. 44

Kleines Haus

Anfahrt

Slawischer Geist und die leidenschaftliche Musiksprache der Romantik prägen das fünfte Kammerkonzert der Saison. Mit Robert Schumanns Streichquintett Es-Dur op. 44 erklingt dabei ein Werk, das im Jahre 1842 eine neue Gattung etablieren und zum Vorbild für zahlreiche nachfolgende Komponisten werden sollte. Unverkennbar ist darin Schumanns Bewunderung für den nahezu gleichaltrigen Felix Mendelssohn Bartholdy, dessen Rat ihm bei der Komposition des Werkes wichtige Impulse gab. Sergei Tanejew, der unter anderem bei Nikolai Rubinstein und Peter Tschaikowsky studierte, orientierte sich zunächst an der westlichen Musik seiner Zeit. Allmählich jedoch verschob sich sein Interesse auf die nationalrussische Schule. Das Streichtrio h-Moll aus dem Jahre 1913 markiert so gewissermaßen das Ziel einer spannenden künstlerischen Entwicklung.

Josef Suks Klavierquartett a-Moll hingegen entstand als Examensarbeit und ist seinem Lehrer und späteren Schwiegervater Antonín Dvorˇák gewidmet. Wenngleich Suk naturgemäß vom Stil seines Lehrers stark beeinflusst ist, gelingt es ihm bereits hier, eine persönliche Farbe in die Musik einzubringen. Dass kein Geringerer als Johannes Brahms Suks Streichtrio als zukunftsweisend erachtete, spricht für sich.

Astrid Heinemann, Uta Herfurth
— Violine
Jessica Syfuß
— Viola
Jörg Heinemann
— Violoncello
Heinz Gassenmeier
— Klavier

 

 

29.04.2018

6. Kammerkonzert: Romantische Streichquintette

Antonín Dvořák (1841—1904): Walzer op. 54 Nr. 1 und Nr. 4 für Streichquintett
Adolphe Blanc (1828—1885): Streichquintett Es-Dur op. 22 Nr. 4
Antonín Dvořák (1841—1904): Streichquintett G-Dur op. 77

Kleines Haus

Anfahrt

Werken der eher seltenen Streichquintett- Besetzung mit Kontrabass widmet sich das letzte Kammerkonzert der Saison. Antonín Dvoráks Walzer entstanden anlässlich der Silberhochzeit von Sissi und Kaiser Franz Joseph zunächst als Klavierstücke. In ihrer späteren Bearbeitung für Streichquintett eröffnen sie das Konzert als schwungvolle Hommage an Wien.

Das Streichquintett G-Dur op. 77 gehört neben Schuberts ‚Forellen- Quintett‘ sicherlich zu den bedeutendsten Werken dieser Gattung. Äußerlich der Kammermusik zugehörig, zeigt es seinem Geist nach fast sinfonischen Charakter. Zeitgleich mit der fünften Sinfonie entstanden, steht Dvoráks Werk einerseits in seiner dichten motivisch-thematischen Arbeit Brahms nahe, bezieht andererseits aber auch an Wagner und Liszt erinnernde harmonische Wendungen ein. Bei alledem durchweht auch der für Dvorák so charakteristische böhmische Volkston das Werk. Adolphe Blanc lehrte am Pariser Conservatoire Komposition und war zudem als angesehener Dirigent am Pariser Théâtre Lyrique tätig. Als Komponist von Kammermusik widmete er sich nach dem Vorbild der Wiener Klassik einer Gattung, die zu seiner Zeit in Frankreich im Schatten der Oper stand, und leitet damit zu den Kompositionen Gabriel Faurés und César Francks hin, die der französischen Kammermusik Gewicht verliehen.

Claudia Schmid-Heise, Uta Herfurth
— Violine
Kari Träder
— Viola
André Saad
— Violoncello
Jochen Zillessen
— Kontrabass