Terror

Ferdinand von Schirach


„Peter Hailer verlegt seine ebenso eindrückliche wie gelungene Inszenierung in einen modernen Gerichtssaal (...) Es gibt keine „Vierte Wand“, keine imaginierte Trennung zwischen Bühne und Zuschauerraum. Die Schauspieler schaffen schnell eine Gerichtssaal-Atmosphäre, die beeindruckend realistisch ist. (...) Eine partizipative Lehrstunde über das Spannungsverhältnis von Moral und Recht.”
(Kreiszeitung)

„Das ist kein Stück, sondern ein Ereignis. Der Beifall war mächtig - und wirkte irgendwie nachdenklich.” (Nordwest Zeitung)


Am 11. September 2001 rauschten zwei vollbesetzte Passagiermaschinen in die beiden Türme des World Trade Centers in New York. Die Welt war danach eine andere.
Doch gab es noch zwei weitere Flugzeuge, denen ein ähnliches Schicksal zugedacht war. Das Erste wurde von seinen Entführern als Waffe gegen das Pentagon in Arlington gesteuert und traf damit sein Ziel. Das Zweite zerschellte auf einem Feld bei Pittsburgh – vermutlich, nachdem eine Gruppe Passagiere ihre Entführer überwältigen konnte.
Was wäre passiert, wenn nicht? Was wäre passiert, wenn die Kidnapper die Kontrolle über Flug UA93 behalten hätten? Hätte die Welt, hätten die Verantwortlichen zugesehen, wie dieser mit 44 Personen besetzte Stahlkoloss ins Kapitol oder Weiße Haus gesteuert wäre?
Fakt ist: Bereits nach dem dritten Anschlag forderte die US-Luftfahrtbehörde alle Passagierflugzeuge im Luftraum der USA unter Androhung eines Abschusses auf, den nächstmöglichen Flughafen zur Landung anzusteuern. Aber hätte man geschossen? Wer hätte die Entscheidung getroffen? Wer den Befehl geben wollen? Wer hätte den letzten Knopf gedrückt? Und: Wäre dies alles rechtmäßig gewesen?
Diese Fragen stellt sich der Jurist und Bestsellerautor Ferdinand von Schirach in seinem ersten Bühnenstück, in dem er für den Ort eines fiktiven Anschlags Deutschland wählt. Hier wird vor der großen Kammer eines Schwurgerichts Lars Koch, einem Major der Bundeswehr, Mord in 164 Fällen zu Last gelegt. Er soll am 26. Mai 2013 über der Ortschaft Oberappersdorf einen Airbus abgeschossen und dabei den Tod der Passagiere billigend in Kauf genommen haben. Einen Befehl gab es dafür nicht. Wohl aber eine für jeden vermeintlich klar denkenden Menschen ersichtliche Gefahrensituation: Was wäre passiert, wenn das Flugzeug in eine Schule gestürzt wäre, in ein Hochhaus oder in die zu dieser Zeit mit 70.000 Menschen vollbesetzte Allianz-Arena?
Welcher Rechtssatz soll hier gelten: „Ex iniuria ius non oritur – Aus Unrecht wächst kein Recht“ – oder aber „Quod non est licitum lege, necessitas facit licitum – Was das Gesetz nicht erlaubt, erlaubt die Not.“ Wie würden Sie entscheiden?
Von Schirach spielt die rechtsphilosophischen Fragen seiner Fiktion bis in kleinste juristische Details durch und macht hierzu das Publikum zum Richter über Wohl und Wehe in einem spektakulären Gerichtsprozess.

 

 

Hier gelangen Sie zu einem oeins-Fernseh-Beitrag von der öffentlichen Probe am Oberlandesgericht aus dem Lokalfenster vom 19.02.; Der Bericht beginnt ab Minute 25:23 »

 

Hier gelangen Sie zu einem sat.1-Fernseh-Beitrag von der öffentlichen Probe am Oberlandesgericht am 12.02. »


Hier gelangen Sie zu einem Vorbericht der Nordwest Zeitung vom 02.02. »


Auf der Seite des Verlags wird der aktuelle Stand aller Publikumsabstimmungen präsentiert, die auf deutschen Bühnen bisher stattgefunden haben »

 


Mit freundlicher Unterstützung von

Bilder

Besetzung

Regie: Peter Hailer
Bühne: Dirk Becker
Kostüme: Britta Leonhardt
Dramaturgie: Jonas Hennicke
Staatsanwältin Nelson: Franziska Werner
Vorsitzender: Matthias Kleinert
Christian Lauterbach: Klaas Schramm
Angeklagter Lars Koch: Yassin Trabelsi
Verteidiger Biegler: Leander Lichti
Franziska Meiser: Christina Kühnreich
Protokollführerin: Maximiliane Hass / Anna-Lena Hitzfeld
Wachtmeister: Leon Hoge

Termine

Premiere — 20.02.2016

02.06. 19.30 Uhr
06.06. 19.30 Uhr
10.06. 19.30 Uhr
25.06. 19.30 Uhr

Dauer

135 Minuten

Spielstätte

Großes HausAnfahrt

Kurzeinführung

Ergebnisse

20.02.2016 (Premiere):
229 Schuldig - 279 Freispruch

26.02.2016:
210 Schuldig - 257 Freispruch

06.03.2016:
198 Schuldig - 317 Freispruch

07.03.2016 (Jurist*innenvorstellung):
138 Schuldig - 213 Freispruch

12.03.2016:
182 Schuldig - 328 Freispruch

15.03.2016:
152 Schuldig - 305 Freispruch

03.04.2016:
180 Schuldig - 311 Freispruch

06.04.2016:
43 Schuldig - 84 Freispruch

10.04.2016:
90 Schuldig - 115 Freispruch

17.04.2016:
77 Schuldig - 163 Freispruch

19.04.2016:
151 Schuldig - 342 Freispruch

22.04.2016:
223 Schuldig - 295 Freispruch

28.04.2016:
154 Schuldig - 314 Freispruch