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OLDENBURGER GESCHICHTEN ÜBER DAS ANKOMMEN

von Michael Uhl

Uraufführung


Ankommen. Schon das Wort als solches impliziert ein Anhalten, ein Festmachen, ein Verwurzeln. Es erzählt vom Wandern und von einem Ziel. Doch hat das Ankommen ein Ende? Und wie wird es erlebt? Mühsam? Leichtfüßig? Hoffnungsvoll?

Mit Kriegsende 1945 drängten mehr als 40.000 Geflohene und Vertriebene nach Oldenburg. Schlagartig erhöhte sich die Einwohnerzahl um fast ein Drittel und Oldenburg expandierte zur Großstadt. Zehntausende Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen hatten plötzlich eine gemeinsame Aufgabe: zusammenzuwachsen. Jetzt, über 70 Jahre später, ist die Situation eine vollkommen andere und doch vergleichbar. Wieder müssen unzählige Menschen aus ihrer Heimat fliehen und in der Fremde ankommen. Und wieder sind wir aufgefordert zusammenzuwachsen. Vielleicht hilft in diesem Moment ein Blick in die Vergangenheit: Wieviel Erfahrung und Wissen über das Ankommen stecken in der Stadt? Wie gestaltete sich die Situation der damals Geflohenen und Vertriebenen? Und wie haben die Oldenburgerinnen und Oldenburger auf die Ankommenden reagiert?

Michael Uhl, der am Staatstheater längst kein Unbekannter mehr ist, setzt nach dem Projekt ‚Zugvögel. Oldenburger Geschichten vom Kommen, Gehen und Bleiben‘ seine Beschäftigung mit diesem Teil der Stadtgeschichte fort. Aus Gesprächen mit Zeitzeuginnen und -zeugen sowie Hinterbliebenen entsteht ein Theaterabend, der die Erzählenden selbst auf der Bühne zu Wort kommen lässt. Dabei ist Musik ein wesentlicher Bestandteil: Sie tritt neben den wörtlichen Bericht, öffnet den Raum für sprachlose Erinnerungen, Emotionen oder Kulturen und schlägt die Brücke ins Heute, wenn die Frage aufkommt, ob das Ankommen je abgeschlossen sein kann. Ist es nicht ein unendlicher Prozess unserer Zivilisation?

besetzung

Musikalische Leitung: Thomas Bönisch
Regie: Michael Uhl

Termine

06.05. 20.00 Uhr