Zensur.

Im Angesicht der Gewalt verliert Sprache ihre Macht. Was schreibt? Was darf schreiben? Was darf was genau schreiben? Und was zensiert, streicht durch?
Zensur existiert in einem Spektrum verschiedener Nuancierung: Von äußerer, körperlich-gewaltsamer Zensur, über Einübungen durch Habitus und Klassenzugehörigkeit, bis hin zur innersten Form der Selbstzensur, die vor allem durch eine weibliche Sozialisation evoziert wird — es gibt Dinge, über die schreiben Frauen* nicht. Alle Formen der Zensur sind allerdings Akte der Gewalt, die Spuren verwischen wollen, ihrerseits aber Zuschreibungen und vor allem Einschreibungen vornehmen.

Schreibprozesse werden von einer Praxis des Durchstreichens begleitet. ‚ZENSUR.‘ erprobt einen solchen Schreib- und Zensurprozess im Rahmen einer installativen, intermedialen Performance und verhandelt Phänomene wie (Körper-)Einschreibungen und Möglichkeiten des Sag- und Unsagbaren. Texte werden live produziert und zerstört; Worte kämpfen gegen Videobild, das permanent Zuschreibungen vornimmt; Schrift revoltiert gegen die un(an)greifbare Gewalt der Aufforderung zur Zensur — immer wieder aufs Neue, immer in der Gewissheit des absoluten Scheiterns der Sprache selbst.

 

Dieses Gastspiel findet im Rahmen des BANDEN!-Festivals neuer performativer Allianzen statt.

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Performance Daphne Weber
Video/Kamera Philipp Mohr

Termine

31.03. 17.00 Uhr
Eintritt frei