Zuhören

Eröffnungs-Keynote

des Leitenden Schauspieldramaturgen Marc-Oliver Krampe

Do 30.03. | 15 Uhr | Bauwerkhalle | Eintritt frei

Hier beginnt unsere dreitägige Reise ins Ungewisse. Mit dem Generalintendanten des Hauses, der uns für unsere experimentelle Suche nach einer neuen Theatersprache und ihrer Verwirklichung Mut macht und viel Glück wünscht. Und dem Künstlerischen Leiter von BANDEN!, der die Gewichte abwirft und Gas gibt, so dass der Ballon abheben kann.

Gesetzt, wir hätten als Menschen performt.

Über ein Theater der Vorahmung

Eröffnungsvortrag von Kevin Rittberger

Do 30.03. | 15.30 Uhr | Bauwerkhalle | Eintritt frei

Performativität ist längst das übergreifende, gesellschaftliche Paradigma geworden, das nur diejenigen abzustreifen versuchen, die sich die guten, alten Zeiten zurückwünschen. Doch es gehört zur produktiven Auseinandersetzung mit den Ich-Darstellungen der Gegenwart dazu, Performativität zu bejahen und sie sich anzueignen. Wenn Realismus das Wünschbare und Unwahrscheinliche ausklammert, wird das Feld nicht-progressiven Kräften überlassen.

Ein Theater der Vorahmung versucht, wieder einen Raum für kulturelle Fantasie zu öffnen, den sich abschottenden Angstbesessenen arglos gegenüberzutreten und auch die bilderarmen Kulturpessimisten einzuladen, den nächsten selbsterfüllenden Prophezeiungen einmal ergebnisoffen zu begegnen.

Kevin Rittberger hat als Autor, Kurator und Regisseur seine Arbeiten an zahlreichen Theatern im deutschsprachigen Raum gezeigt, z.B. am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, am Schauspielhaus Wien, Schauspiel Frankfurt, Düsseldorfer Schauspielhaus, Deutschen Theater Berlin, Residenztheater München, Theater Basel und am Maxim Gorki Theater in Berlin. Für seine Regiearbeiten wurde ihm der Kurt-Hübner-Regiepreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste verliehen. Rittbergers collagenförmige Arbeiten entstehen häufig zusammen mit Bildenden Künstlern, Komponisten, Wissenschaftlern und Aktivisten. Kevin Rittberger beteiligt sich sehr engagiert an der gegenwärtigen Debatte einer zeitgenössischen Theaterästhetik, z.B. auf nachtkritik.de.

Infos zu Kevin Rittberger auf: www.kevinrittberger.de

Zum Workshop von Kevin Rittberger ‚Performative Vorahmung’ »

Wer ist hier eigentlich zu was gebeten?

Über die Ausweitung der Theaterzone

Vortrag von Melanie Hinz

Fr 31.03. | 15.30 Uhr | Bauwerkhalle | Eintritt frei

Die Vortragende bricht eine Lanze für die Verflüssigung von Arbeitsidentitäten und die Aufhebung der Komfortzone im Theater sowie lang gehegter theatraler Gewissheiten und Abgrenzungen, für ein offenes theatrales Probehandeln in einer politisch verunsicherten Gesellschaft.

Melanie Hinz ist Professorin für Bildende und Performative Künste in der Kulturarbeit an der FH Dortmund und Gründungsmitglied des Performancekollektivs Frl. Wunder AG, das am Oldenburgischen Staatstheater die Bürgerprojekte ‚Der schönste Tag des Lebens‘ (2015) und ‚Gehenlassen. Die Wanderung in ein Leben nach der Arbeit‘ (2016) inszenierte.

Zusammenarbeiten — Was die Institution Theater ausmacht!

Abschlussvortrag von Annemarie Matzke

Sa 01.04. | 15.15 Uhr | Bauwerkhalle | Eintritt frei

Anders als andere Künste zeichnet sich Theatermachen durch eine kollektive Form des Produzierens aus, verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen kommen hier zusammen. Und weil Theater immer von unterschiedlichen Menschen gemacht wird, muss es in besonderer Weise organisiert werden — auch das ist anders als in anderen Künsten. Blickt man in die Theatergeschichte — auch der jüngeren Zeit —, dann zeigt sich, dass diese Organisationsformen und Arbeitsweisen nicht einfach gegeben sind, sondern einer beständigen Veränderung unterliegen. Historisch wurden dabei immer wieder neue Formen des Zusammenarbeitens erprobt — beispielsweise in den Mitbestimmungsmodellen der Schaubühne oder des Schauspiels Frankfurt/Main in den 1968er Jahren oder auch in der Freien Szene. Wie haben diese Versuche das Theater verändert? Welche Relevanz haben aktuelle Diskussionen und Experimente zur Mitbestimmung? Welche Formen der Zusammenarbeit sind denkbar?

Annemarie Matzke ist Professorin für Experimentelle Formen des Gegenwartstheaters an der Stiftung Universität Hildesheim. Seit 1994 ist sie Mitglied der Gruppe She She Pop, mit der u. a. folgende Inszenierungen entstanden: 1999 ‚She She Pop: Live‘, 2002 ‚Bad‘, 2004 ‚Warum tanzt ihr nicht?‘ 2007 ‚Die Relevanz-Show‘. Eingeladen zum Festival Impulse. 2010 ‚She She Pop und ihre Väter: Testament‘. Eingeladen zum Theatertreffen 2011 und zum Festival Impulse sowie ausgezeichnet mit dem Friedrich-Luft-Preis 2011 und der Wild Card/Ruhr 2010 des Theaterfestival Favoriten 2010 sowie dem Preis des Goethe-Instituts beim Festival Impulse.

Zum Gastspiel von She She Pop ‚Schubladen’ »

 

Diese Veranstaltungen finden im Rahmen des BANDEN!-Festivals neuer performativer Allianzen statt.

Mehr zum Festival »