Manon Lescaut

Giacomo Puccini (1858 — 1924)

Lyrisches Drama in vier Akten
Libretto nach Abbé Prévosts Roman ,Histoire du Chevalier Des Grieux et de Manon Lescaut‘ von Luigi Illica u. a.
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln


„Es ist ein Meisterwerk mit Musik von bisher ungehörter Farbenvielfalt, die von reicher Melodik und veritabler Dramatik getragen wird. Dirigent Roger Epple und das Oldenburgische Staatsorchester machten das mehr als deutlich. Der süffige Orchesterklang, die oft zügigen Tempi und die klug aufgebauten dramatischen Höhepunkte ließen keine Wünsche offen. Zudem kam eine hervorragende Leistung des von Thomas Bönisch bestens präparierten Opernchors.” (Weser Kurier)

Die beiden Hauptpartien sind exzellent besetzt – auch darstellerisch. (...) Roger Epple führt das Oldenburgische Staatsorchester derweil souverän durch eine beinahe makellose Ausleuchtung der komplexen Gefühlswelten, verzichtet auf jeglichen Kitsch und haushaltet klug, um gegen Ende hin die emotionale Wucht umso wirkungsvoller aus der Partitur zu kitzeln. (Kreiszeitung)


Manon Lescaut soll von ihrem Bruder in ein Kloster gebracht werden und begegnet auf dem Weg dahin Des Grieux. Bevor der reiche Geronte, der mit Manons Bruder über dessen Schwester verhandelt hat, die junge Frau entführen kann, gelingt die Flucht des Paares. Doch Manon entscheidet sich nach einer Zeit für den wohlhabenden Geronte. Als Des Grieux die Geliebte bei ihm aufsucht, flammen Erinnerungen an die Liebe erneut auf. Da wird Manon verhaftet und zur Gefangenschaft verurteilt, Des Grieux möchte bei der Geliebten sein. Doch auch in der Gefangenschaft finden beide nicht Glück, sondern den Tod.

‚Manon Lescaut‘ ist Puccinis erster durchschlagender Erfolg. Ein verhältnismäßig später Durchbruch: zur Zeit der Turiner Uraufführung 1893 war Puccini bereits 35 Jahre alt. Die Themenwahl war nicht ohne Risiko, Jules Massenets ‚Manon‘ triumphierte schon seit 1884 auf den Opernbühnen Europas. In seiner ‚Manon Lescaut‘ wandte sich Puccini bereits merklich einer neuen Stilrichtung zu, die Elemente der französischen Opéra lyrique eines Thomas und Massenet weiter ausbaut. In diesem Werk hat Puccini außerdem einen entscheidenden Schritt getan, der Auswirkungen auf sein ganzes späteres Schaffen hatte: Er stellte einen neuen, ihm eigenen Frauentypus auf die Bühne. Den Typus der „kleinen, verliebten Frau“, wie es später Puccini selbst formulierte, der zugleich den Typus der leidenden Frau verkörpert. In dieser Eigenschaft ist Manon eine Wesensverwandte von Mimì, Cio-Cio-San, Liù. Alle ihre „tragischen Verfehlungen“ resultieren aus der Liebe selbst. Nach Puccinis Weltanschauung müssen sie aus diesem Grund ihr trauriges Los erdulden.

Bilder

Besetzung

Musikalische Leitung: Roger Epple
Regie: Peter Hailer
Bühne und Kostüme: Martin Fischer
Choreografie: Antoine Jully
Licht: Steff Flächsenhaar
Dramaturgie: Steffi Turre
Manon Lescaut: Nadja Stefanoff
Lescaut: Daniel Moon
Chevalier Des Grieux: Paulo Ferreira
Geronte de Ravoir: Ill-Hoon Choung
Der Wirt: Henry Kiichli
Ein Musiker: Melanie Lang/ Yulia Sokolik
Ein Ballettmeister: Mykola Pavlenko
Ein Lampenanzünder: Philipp Kapeller/ Alexander Murashov
Ein Sergeant: KS Paul Brady
Ein See-Kapitän: Stephen Foster
Tänzerinnen: Jossia Clement/ Maelenn Le Dorze/ Ylva Grau/ Nayantara Kumar
Opern- und Extrachor des Oldenburgischen Staatstheaters
Ballettschule Steigerwald

Termine

Premiere — 26.09.2015

Dauer

130 Minuten

Spielstätte

Großes HausAnfahrt

Kurzeinführung