Sinfoniekonzerte

13./14.09.2015

1. SINFONIEKONZERT: Musik und Natur

Joseph Haydn (1732 — 1809) Sinfonie Nr. 83 g-Moll ‚Die Henne‘
Jan Sandström (*1954) Posaunenkonzert Nr. 1 ‚Motorbike Concerto‘
Ludwig van Beethoven (1770 — 1827) 6. Sinfonie F-Dur op. 68 ‚Sinfonia pastorale‘

Großes Haus

Anfahrt

Karten

 

 

Die g-Moll-Symphonie Nr. 83, ‚La Poule‘, wurde 1785 komponiert und war von Joseph Haydn ursprünglich als drittes Stück des Sechser-Zyklus‘ der ‚Pariser Symphonien‘ vorgesehen, der für die ‚Concerts de la Loge Olympique‘ entstand. Das Pariser Orchester galt zu dieser Zeit als das größte und beste Europas, nicht zu vergleichen mit Haydns Ensemble in Esterháza. Der Beiname ‚La Poule‘ (‚Die Henne‘) ist nicht original, er nimmt zum einen Bezug auf das Seitenthema des 1. Satzes mit seinen spitzen Vorschlagmotiven, die man wohl als „Gackern“ missverstehen konnte, zum anderen aber auf die Ähnlichkeit mit einem gleichnamigen lautmalerischen Cembalostück Rameaus.Zu einer regelrechten (musikalischen) Weltreise lädt der Schwede Jan Sandström in seinem ‚Motorrad-Konzert‘ ein. Das Konzert wurde durch die Begegnung mit dem Posaunisten Christian Lindberg angeregt. Lindberg erzählte Sandström von diversen Reisen und dies inspirierte den Komponisten. Sein Konzert reflektiert die Reiseabenteuer seines Freundes Lindberg, und der Sound der Posaune brachte ihn darauf, dass der Globetrotter wohl auf dem Motorrad unterwegs war. Beethovens 6. Sinfonie entstand praktisch zeitgleich mit der 5. Sinfonie, sowohl die Zeit der ersten Skizzen (1803) als auch die Hauptarbeitszeit (1897/ 08) liegen bei beiden Sinfonien parallel. Auch die Uraufführung beider Werke fand im selben Konzert am 22. Dezember 1808 statt. Und doch gibt es kaum ein gegensätzlicheres Geschwisterpaar in der Musikgeschichte als diese beiden Sinfonien. „Mehr Ausdruck der Empfindung als Malerei“ – die vielzitierte Erklärung Beethovens zu seiner 6. Sinfonie blieb für ihn unabdingbar, wusste er doch um die Problematik von Natur-Schilderungen und Naturlaut-Wiedergaben in der Musik. Doch wie in vielen seiner Werke nimmt Beethoven auch mit der ‚Pastorale‘ eine richtungsweisende Position ein: er führt ein traditionelles Sujet zu neuer, strahlender Größe und setzt damit Maßstäbe für die nach ihm kommenden Generationen.


Die ersten 50 Besucher­innen und Besucher in Motorradkleidung be­kommen Freikarten für das 3. Sinfoniekonzert.

Dirigent: Vito Cristofaro
Solist (Posaune): Frederic Belli

25./26.10.2015

2. SINFONIEKONZERT: Hommage an Goethe

Ludwig van Beethoven (1770 — 1827) Ouvertüre zu Goethes Trauerspiel ‚Egmont‘ op. 84
Paul Dukas (1865 — 1935) ‚Der Zauberlehrling‘ — Scherzo für Orchester nach der Ballade von Goethe
Franz Liszt (1811 — 1886) ‚Eine Faust-Sinfonie‘

Großes Haus

Anfahrt

Karten

 

 

Im 2. Sinfoniekonzert werden ausschließlich Kompositionen, die sich mit Werken Johann Wolfgang Goethes auseinandersetzen, zu Gehör gebracht.
Die Egmont-Ouvertüre entstand als Auftragswerk des Wiener Burgtheaters: Als man dort die 1788 veröffentlichte Tragödie Goethes über den Freiheitskampf der Niederlande zur Aufführung vorbereitete, bat man Beethoven um eine Schauspielmusik. Gemäß der Theaterpraxis der Zeit vertonte Beethoven nicht nur die geforderten szenischen Stücke, sondern fügte auch noch eine Ouvertüre sowie Zwischenaktmusiken hinzu. Die Ouvertüre gehört heute zum gängigen Konzertrepertoire.

Paul Dukas ‚L’apprenti sorcier‘ (‚Der Zauberlehrling‘) lehnt sich eng an Goethes gleichnamige Ballade. Das Stück ist ein Meisterwerk virtuoser Orchesterkunst und transponiert Goethes Märchenballade in die musikalische Sprache des aufkommenden Maschinenzeitalters. Schon durch die Betonung des Rhythmischen setzt sich Dukas vom französischen Impressionismus ab.

‚Eine Faust-Sinfonie in drei Charakterbildern‘ nennt Franz Liszt sein umfangreichstes und gewichtigstes Orchesterwerk aus dem Jahr 1854. Gewidmet hat er es Hector Berlioz, da er von dessen ‚La damnation de Faust‘ stark beeindruckt war. Liszt hatte Goethes Dichtung bereits 1830 kennengelernt, sie war im 19. Jahrhundert Bildungsgut des bürgerlichen Deutschland. Die drei Teile sind musikalische Portraits der Hauptfiguren Faust, Gretchen und Mephistopheles. Es ging Liszt nicht um eine musikalische Nachformung der Dichtung im Sinne eines der Musik zugrundeliegenden Programms, er selbst hat nie eine programmatische Deutung seiner Sinfonie gegeben. In der ersten Fassung hat diese Sinfonie einen rein instrumentalen Schluss, auf Betreiben seiner Freundin, der Fürstin Sayn-Wittgenstein erweiterte Liszt das Werk um einen Schlusschor mit Tenorsolo.

Dirigent: Roger Epple
Solistin (Tenor): Thomas Mohr

Herren des Opern- und Extrachores des Oldenburgischen Staatstheaters

Leitung — Thomas Bönisch

29./30.11.2015

3. SINFONIEKONZERT: Mahler-Zyklus

Gustav Mahler (1860 — 1911) 6. Sinfonie a-Moll ‚Tragische‘

Weser-Ems-Hallen

Anfahrt

Karten

In das Jahr 1903, den Anfängen von Mahlers Arbeit an der Sechsten Sinfonie, fällt auch der Beginn des Höhepunktes seines Schaffens an der Wiener Hofoper, der bis 1906 andauern sollte. „Wir weinten damals beide. So tief fühlten wir diese Musik und was sie vorahnend verriet“, erinnerte sich Alma Mahler an die Erstbegegnung mit der Komposition, die wie viele andere Werke in Maiernigg, Mahlers bevorzugter Ferienidylle und dem Kompositionsort in Kärnten am Wörther See, entstand. Reinschrift und Instrumentation der in den Sommern 1903 und 1904 entworfenen Komposition vollendete Mahler 1905 in Wien.

Rein äußerlich, formal betrachtet, ist die mittlere der drei rein instrumentalen Sinfonien 5 bis 7 die konventionellste aller Mahler-Sinfonien: Sie besteht aus den traditionellen vier Sätzen, einem Allegro in Sonatenform, einem Scherzo, einem langsamen Satz, dem Andante und dem Finale, ebenfalls in Sonatenform. Drei der vier Sätze stehen in a-Moll und die Sinfonie beginnt und endet in derselben Tonart. Es gibt aber noch einen ganz wesentlichen Unterschied zu allen anderen Sinfonien: Während alle anderen Sinfonien „gut ausgehen“, in einem optimistischen, oft strahlenden und triumphierenden Dur enden, ist die Sechste die einzige, die zum Schluss auf einen verzweifelt pessimistischen Moll-Akkord prallt. Nicht nur deshalb ist die Bezeichnung ‚Tragische‘ absolut zutreffend, auch wenn nicht geklärt ist, ob Mahler selbst sie gewählt oder nur übernommen hat. Sie trifft auf jeden Fall den Grundcharakter des Werkes, von welchem sich nur der dritte Satz in seiner lyrischen Haltung und seiner völlig abweichenden Tonart Es-Dur unterscheidet. Von vielen wurde dieser negative Ausgang der Sinfonie als instinktive Vorahnung Mahlers auf kommende Ereignisse wie etwa den Ersten Weltkrieg oder große Revolutionen verstanden. Alma Mahler fügte diesen Deutungen die Dimension der privaten Prophetie hinzu: als Vorausnahme der tragischen Ereignisse des Jahres 1907, in dem Mahlers ältere Tochter plötzlich starb und bei ihm selbst ein schweres Herzleiden diagnostiziert wurde.

Dirigent: Roger Epple

10./11.01.2016

4. Sinfoniekonzert: Orchester Virtuos

Richard Strauss (1864 — 1949) Don Juan op. 20
Maurice Ravel (1875 — 1937) La valse
Béla Bartók (1881 — 1845) Konzert für Orchester

Großes Haus

Anfahrt

Karten

„Die armen Hornisten und Trompeter taten mir wirklich leid. Die bliesen sich ganz blau“, kommentierte Strauss eine Probe zu seinem ‚Don Juan‘ und spielte damit auf die Hürden an, die das Orchester bei diesem anspruchsvollen Werk zu nehmen hatte. In seiner Tondichtung illustriert Strauss Don Giovannis zügelloses Leben und folgt dabei Nikolaus Lenaus Konzeption des Stoffes, die sich deutlich von der des Mozart-Librettisten Da Ponte unterscheidet. Mit ‚Don Juan‘ gelang es Strauss erstmals, aus dem Dunstkreis seiner musikalischen Vorbilder – vor allem Richard Wagners – herauszutreten und die später für ihn typische, üppig fließende sowie brillant und farbenreich instrumentierte Klangsprache zu entwickeln.

Den Plan, eine symphonische Dichtung zu Ehren Wiens zu komponieren, hatte Ravel zwar schon im Jahre 1906 gefasst, aber erst nach dem Untergang der Wiener Monarchie, der zugleich das Ende des Wiener Walzers besiegelte, konnte Ravel, der unverbesserliche Perfektionist, ein endgültiges Werk über den Wiener Walzer schreiben. In seinem Orchesterwerk ‚La valse‘ entfaltet er die gesamte musikalische Farbpalette und zeichnet einen Walzer, der vom brillanten Glanz in die finstersten Klänge abdriftet.

Das Konzert für Orchester ist wohl eines der populärsten Werke des ungarischen Komponisten Béla Bartók, der als Wunderkind gefeiert, dann aber durch die politischen Umstände des 20. Jahr-
hunderts ins Exil und in die Verzweiflung getrieben wurde.Bartók führte seine Lebenswelten im Konzert für Orchester von 1944 zusammen: die Vitalität der Bauernmusik aus dem untergehenden Europa und lebensbejahende Jazz-Einsprengsel aus der Neuen Welt. Béla Bartóks Werk zählt zu den meistgespielten und effektvollsten symphonischen Werken des 20. Jahrhunderts, was sicherlich nicht zuletzt an der meisterhaften und beeindruckenden Verwendung des großen Orchesters liegt.

Dirigent: Roger Epple

13./14.03.2016

5. Sinfoniekonzert: Künstlerfreunde

Jean-François Zygel (* 1960) ‚La Ville‘ (DEA)
Antonín Dvořák (1841 — 1904) Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll op. 104
Johannes Brahms (1833 — 1897) 2. Sinfonie D-Dur op. 73

Großes Haus

Anfahrt

Karten

Tiefer gegenseitiger Respekt prägt das Verhältnis der beiden großen Romantiker Brahms und Dvorˇák, wobei Brahms dem jüngeren Dvorˇák den künstlerischen Weg jenseits seiner tschechischen Heimat ebnet. Er spricht ihm ein wichtiges Künstlerstipendium zu, stellt den Kontakt zu seinem Verleger her, was zu ersten Veröffentlichungen im deutschen Sprachraum führt, und lädt ihn nach Wien ein. Dvorˇák ist von höchster Dankbarkeit erfüllt, lehnt Brahms’ Einladung jedoch ab, weil er seinen eigenen Weg machen möchte, der ihn nicht zuletzt nach Amerika führt. Sein Cellokonzert, das dort entsteht, spricht mit seinen folkloristischen Klängen von Dvorˇák Heimatverbundenheit, vielleicht sogar seinem Heimweh … und es ist dieses Konzert, das Dvorˇák nach Brahms‘ Tod 1897 zu Ehren seines großen Mentors dirigiert.

Während Dvorˇák seine erste Sinfonie in einem Alter schrieb, in dem er – wie er selbst sagt – seine künstlerischen „Ideen noch nicht äußern konnte“, war Brahms’ Weg zur Sinfonie lang und voller Zweifel. Zu übermächtig erschien ihm Beethovens Vorbild! Glücklicherweise war der Bann jedoch mit Erscheinen der Ersten Sinfonie gebrochen. In seiner Zweiten Sinfonie, die er selbst als „liebliches Ungeheuer“ bezeichnet, hat Brahms seine eigene künstlerische Sprache gefunden: Aus kleinsten musikalischen Keimzellen entwickelt er hierbei ganze musikalische Welten und schafft es gleichzeitig, seiner Musik einen scheinbar naturhaften Duktus und Fluss zu bewahren.

Eröffnet wird dieses Konzert mit der deutschen Erstaufführung des in Frankreich äußerst beliebten Stücks ‚La Ville‘ des französischen Komponisten und Pianisten Jean-François Zygel, der nicht zuletzt als ebenso virtuoser wie phantasiereicher Improvisator großes Ansehen genießt.

Dirigent: Roger Epple
Solist (Violoncello): Kian Soltani

17./18.04.2016

6. Sinfoniekonzert: Wien pur

Franz Schubert (1797 — 1827) 7. Sinfonie h-Moll ‚Unvollendete‘
Egon Wellesz (1885 — 1974) Klavierkonzert op. 49
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 — 1791) Sinfonie Nr. 40 g-Moll KV 550

Großes Haus

Anfahrt

Karten

 

 

In den 1930er-Jahren galt Egon Wellesz als einer der wichtigsten Komponisten seiner Generation. 1938 jedoch zwangen die Schrecken des Nationalsozialismus den österreichisch-jüdischen Komponisten zur Emigration, und bewirkten so einen Bruch seiner vielversprechenden Komponisten-Karriere. Als Schüler Schönbergs und dessen erster Biograf beschäftigte sich Wellesz intensiv mit der Musik der Neuen Wiener Schule und erwarb sich zudem als vielseitiger Musikwissenschaftler einen bedeutenden Ruf. Sein Klavierkonzert kann als wichtiges Zeugnis dieser Studien gelesen werden, reflektiert es doch die Musik beziehungsweise Stilistik großer Komponisten wie Bach, Beethoven und Liszt aus Sicht des 20. Jahrhunderts. Umrahmt wird Wellesz‘ Klavierkonzert von zwei der bekanntesten und sicherlich auch schönsten Werke des klassisch-romantischen Konzertrepertoires, Schuberts ‚Unvollendeter‘ und Mozarts „Großer“ g-Moll-Sinfonie. Beide Sinfonien leben durch ein spannungsvolles Gegenüber von Licht und Schatten: Schuberts ‚Unvollendete‘, die in ihren zwei Sätzen wohl mehr Vollendung zeigt als manche nach traditionellem Sinn „vollständige“ Sinfonie, zelebriert dabei das Gegenüber von walzerseliger (scheinbarer?) Idylle und dunkel hereinbrechenden Klängen, während Mozarts Sinfonie allein schon durch ihre düstere Thematik und innere Unruhe ihr tragisches Gesicht erhält, das nicht selten auf die zu dieser Zeit nicht gerade rosigen Lebensumstände des Komponisten zurückgeführt wurde. Schubert ist es spätestens mit seiner ‚Unvollendeten‘ gelungen, sich „den Weg zur großen Sinfonie zu bahnen“ und sich vom großen und oft lähmenden Vorbild Beethovens zu emanzipieren. Und auch Mozarts vorletzte Sinfonie zeigt einen ganz individuellen Ton und lässt den Hörer dabei höchst eindrücklich spüren, welche Tiefe in Mozarts Musik steckt, die allzu oft hinter seiner himmlischen Leichtigkeit übersehen wird.

Dirigent: Kimbo Ishii
Solist (Klavier): William Youn

08./09.05.2016

7. Sinfoniekonzert: Russische Seele

Alexander Glasunow (1865 — 1936) ‚Valse du concert‘ Nr. 2 F-Dur op. 51
Sergej Rachmaninow (1873 — 1943) 2. Klavierkonzert c-Moll op. 18
Pjotr Iljitsch Tschaikowski (1840 — 1893) 4. Sinfonie f-Moll op. 36

Großes Haus

Anfahrt

Karten

Wie reich ist sie doch, die russische Seele, mit ihrer Leidenschaft und tiefen Empfindung, die gerade in der Musik intensivste Erlebnisse hervorbringt!
Alexander Glasunow wurde als Schüler Rimski-Korsakows mit der Tradition der russischen Musik vertraut. In seinem ‚Valse du concert‘ erweist er sich wie stets als glänzender Instrumentator und lässt sicherlich die ein oder andere Erinnerung an die überaus romantischen Klänge der berühmten Ballettmusiken seines großen Vorbilds Tschaikowski wach werden.

Rachmaninows Klavierkonzert wiederum rettet die Intensität dieses romantischen Ausdrucks ins 20. Jahrhundert hinüber. 1900, in einer Zeit also, in der die Musik an der Grenze zur Moderne stand, verweigert er sich bewusst dem Schritt in die sich ankündigende Atonalität und pflegt die durch und durch romantische Tonsprache des Virtuosen-Konzertes des späten 19. Jahrhunderts, in der sich höchster virtuoser Anspruch mit sinfonischer Klangfarbenpracht paart. Der junge Rachmaninow schrieb dieses Konzert nach einer Schaffenskrise, die ihn in schwere Depressionen gestürzt hatte und widmete es seinem Psychiater Nikolai Dahl, der ihn aus dieser Verzweiflung wieder heraus und zu neuer Kreativität geführt hatte.

Zutiefst romantisches Empfinden mit all seinen Höhen und Tiefen prägt auch Tschaikowskis 4. Sinfonie. In der Zeit der unglücklichen Schein-Ehe des Komponisten und seiner darauf folgenden Lebenskrise entstanden, ist sie nach Tschaikowskis eigenen Aussagen Abbild seiner innersten Gefühle. Über allem schwebt das Fatum, die Schicksalsgewalt, die das menschliche Glück niemals vollkommen sein lässt. Es treibt den Menschen in sehnsüchtige Träume nach Glück und reißt ihn doch immer wieder in die raue Wirklichkeit zurück, bis er lernt, sein Leben anzunehmen und in seiner schmerzhaften Unvollkommenheit zu ertragen.

Dirigent: Pavel Baleff
Solist (Klavier): Bernd Glemser

05./06.06.2016

8. Sinfoniekonzert: Abschied

Gustav Mahler (1860 — 1911) 2. Sinfonie c-Moll ‚Auferstehungs-Sinfonie‘

Weser-Ems-Hallen

Anfahrt

Karten

Leben und Tod beziehungsweise vielmehr dessen Überwindung sind die zentralen Themen im gedanklichen Kosmos von Mahlers Auferstehungssinfonie. Wenngleich Mahler keine Programmmusik im Sinne einer musikalischen Umsetzung einer konkreten Szenerie vorschwebte, formulierte er nachträglich doch ein Programm zur Verdeutlichung des ideellen Hintergrundes seiner Sinfonie. Dieses spricht von elementarsten menschlichen Erlebnissen: von Momenten der Trauer um einen geliebten Menschen, der allgegenwärtigen Frage nach dem Sinn des Lebens, dem menschlichen Ringen um den richtigen Glauben, der Angst vor der Verdammnis sowie der gleichzeitigen Hoffnung auf Erlösung durch Liebe.
Mahler schrieb die Urfassung des ersten Satzes direkt nach Beendigung seiner Ersten Sinfonie und bezog sich mit dem Titel ‚Toten­feier‘ auf deren imaginären Helden. Die weiteren Sätze folgten nach einer längeren Kompositionspause. Letztendlich war es die reale Totenfeier des großen Dirigenten Hans von Bülow, auf der Mahler die Vertonung des Klopstock-Chorals ‚Aufersteh’n‘ hörte, die ihn zu seinem überwältigenden Schlusssatz inspirierte. Neben einem farbenreich besetzten Sinfonieorchester bezieht er in seiner Zweiten Sinfonie erstmals die menschliche Stimme in Form eines Sopran- und Alt-Solos sowie eines großen Chores in eine seiner Sinfonien ein. So durchmisst er Freud und Leid des menschlichen Daseins, bis sich alle Stimmen zur wahrhaft hymnischen Schlussapotheose des „Aufersteh’n“-Chores vereinen und Erlösung verkünden.

Mit Mahlers Fünfter Sinfonie eröffnete Generalmusikdirektor Roger Epple 2012 seinen Konzertspielplan. Mahlers ‚Auferstehungs-Sinfonie‘ bildet nun den Abschluss seiner Oldenburger Amtszeit, während der nicht zuletzt der große Mahler-Zyklus innerhalb eines äußerst fantasievoll gestalteten Konzertspielplans eine ganz besondere Note garantierte und für unvergessliche Konzerterlebnisse sorgte. Mit der Chorgemeinschaft St. Willehad und der Ansgari-Kantorei Oldenburg werden erneut wichtige Stützen der Oldenburger Chorszene am Konzert mitwirken.

Dirigent: Roger Epple
Solist (Sopran und Mezzosopran): Valda Wilson/ Melanie Lang

Opern- und Extrachor des Oldenburgischen Staatstheater
Leitung — Thomas Bönisch
Chorgemeinschaft St. Willehad
Leitung — Manuel Uhing
Ansgari-Kantorei Oldenburg
Leitung — Johannes von Hoff