Schläpfer/Jully/Blaska

VIOLAKONZERT/TAM TAM ET PERCUSSION (DE)/
DER TOD UND DAS MÄDCHEN*

Martin Schläpfer/Félix Blaska/Antoine Jully

*Uraufführung

 

Für die zweite Premiere der BallettCompagnie Oldenburg in dieser Spielzeit wird die Zusammenarbeit mit einem der bedeutendsten Tanzschaffenden in Deutschland und Europa fortgesetzt. Der Chefchoreograf und Künstlerische Leiter des Balletts am Rhein Düsseldorf Duisburg Martin Schläpfer kommt erneut nach Oldenburg und erarbeitet mit dem gesamten Ensemble seine Choreografie ‚Violakonzert‘ zu Alfred Schnittkes ‚Konzert für Viola und Orchester‘. Für die BallettCompagnie Oldenburg wird er zudem den dritten Satz der Uraufführung von 2002/04 neu choreografieren. ‚Violakonzert’, eine Choreografie, die Martin Schläpfer im Andenken an seine Mutter schuf, schöpft seine Energie aus der Komposition Schnittkes, die wie durch ein Kaleidoskop auf die Musikgeschichte blickt. Dem streng formalen und puren Tanz verpflichteten Beginn folgen immer intensiver werdende emotionale Situationen der feinen Zwischentöne. Von der Entwicklung kindhafter Beziehungen eines Paares spannt sich ein Bogen bis hin zur partnerschaftlichen Reife. Schlichte Bewegungsmuster steigern sich zu hochkomplexen, expressiven Ausdrucksformen. Mal weich, mal aggressiv, mal leidenschaftlich, mal romantisch, mal voll spielerischem Witz, dann wieder von kindlicher Naivität und Selbstvergessenheit – stets jedoch mit dem Bewusstsein einer latenten Bedrohung und mit der Intensität des Wissens, dass Nähe und Zuneigung, Leidenschaft und Liebe oft nur ein vorübergehendes Glück bedeuten.


Das Mittelstück des Abends bildet die Choreografie ‚Tam Tam et Percussion‘ des französischen Choreografen Félix Blaska (geboren 1941). Mit der Erarbeitung dieser Choreografie von 1970, die unter anderem vom Ballet de Bordeaux und vom Tokyo Ballet getanzt wurde, führt die BallettCompagnie Oldenburg auch in dieser Spielzeit ihren Auftrag fort, bedeutende Werke der Tanzgeschichte in ihr Repertoire aufzunehmen. So stellt sich die deutsche Erstaufführung von Félix Blaskas ‚Tam Tam et Percussion‘ in die Reihe von Arbeiten der Choreografen Lar Lubovitch, Bill T. Jones und Alwin Nikolais. Während einer Tournee in Südafrika in den 1960er Jahren entdeckte Blaska seine Begeisterung für afrikanische Musik. Diese hat zu der Idee geführt, ein Ballett für Trommeln zu kreieren – so entstand ‚Tam Tam et Percussion‘ als Uraufführung für das Théâtre de la Ville à Paris. Westliche Percussions und afrikanische Trommeln bilden die musikalische Grundlage für eine Choreografie, die wie eine sich schnell bewegende Animation wirkt. Die Musik, die von den Perkussionisten Vincent Bauer und Adriano Tenorio live auf der Bühne gespielt wird, ist Teil der Inszenierung und führt Vorstellung um Vorstellung einen schwindelerregenden Dialog mit dem akademischen Ballett.


Zum Abschluss dieses Ballettabends, der Meisterchoreografen und Tanzgeschichte verbindet, kreiert der Oldenburger Chefchoreograf Antoine Jully ‚Der Tod und das Mädchen‘. In seiner choreografischen Uraufführung zum 1824 entstandenen d-Moll-Streichquartett von Franz Schubert widmet sich Antoine Jully dem schaurig-schönen alten Bildmotiv der Beziehung zwischen einer jungen Frau und ihrem als personifizierter Tod auftretenden Liebhaber. Bereits 1817 komponierte Franz Schubert ein Lied mit dem Text zu Matthias Claudius’ Gedicht ‚Der Tod und das Mädchen‘ von 1775. Diese Komposition griff Schubert erneut auf, als er das Streichquartett schrieb, weshalb es den gleichnamigen Untertitel trägt. Auch Antoine Jully findet für seine Choreografie Inspiration in Claudius’ Gedicht. Der Text wird zur Grundlage der Bewegungen: Der Dialog des Mädchens mit dem Tod, der ihm unbarmherzig gegenübertritt, steht im Zentrum der Kreation.

Besetzung

Viola Konzert:
Choreografie: Martin Schläpfer
Musik: Konzert für Viola und Orchester, Alfred Schnittke
Einstudierung: Yuko Kato
Bühne/Kostüme: Thomas Ziegler
BallettCompagnie Oldenburg
Tam Tam et Percussion (DE):
Choreografie/Bühne/Kostüme: Félix Blaska
Musik: Pierre Cheriza Fenelus, Jean-Pierre Drouet
Einstudierung: Muriel Boulay
Live Perkussion: Vincent Bauer, Adriano Tenorio
BallettCompagnie Oldenburg:
Der Tod und das Mädchen (UA):
Choreografie/Bühne: Antoine Jully
Musik: Streichquartett Nr. 14, ‚Der Tod und das Mädchen‘, Franz Schubert
Kostüme: Thomas Ziegler
Licht: Sofie Thyssen
BallettCompagnie Oldenburg:

Termine

Premiere — 27.01.2018

27.01. 19.30 Uhr
VVK ab: 08.08.
04.02. 18.00 Uhr
VVK ab: 08.08.
15.02. 19.30 Uhr
VVK ab: 08.08.
17.02. 19.30 Uhr
VVK ab: 08.08.
20.02. 19.30 Uhr
VVK ab: 08.08.
22.02. 19.30 Uhr
VVK ab: 08.08.
24.04. 19.30 Uhr
VVK ab: 08.08.
04.05. 19.30 Uhr
VVK ab: 08.08.

Spielstätte

Grosses HausAnfahrt