Sinfoniekonzerte

Karten kaufen über den Kalender, im Ticketshop oder an der Theaterkasse (Di — Fr 10 — 18 Uhr, Sa 10 — 14 Uhr, 0441.2225-111)

24./25.09.2017

1. SINFONIEKONZERT: America!

George Gershwin (1898—1937): Cuban Overture
Richard Addinsell (1904—1977): Warsaw Concerto
Ferde Grofé (1892—1972): Mississippi-Suite
Leonard Bernstein (1918—1990): Symphonic Dances from ‚West Side Story‘
George Gershwin (1898—1937): Rhapsody in Blue

Großes Haus

Anfahrt

 

 

Die Sinfoniekonzerte seiner zweiten Oldenburger Spielzeit eröffnet GMD Hendrik Vestmann mit einem musikalischen Blick über den Atlantik. George Gershwin ist mit gleich zwei Stücken vertreten: mit der ,Cuban Overture‘ voller südamerikanischer Rhythmen und mit der bekannten ,Rhapsody in Blue‘, einer frühen Symbiose von Jazz und Sinfonik. Gershwin schrieb dieses Werk 1924 zunächst für zwei Klaviere und ließ es dann von Ferde Grofé orchestrieren. Für Grofé wiederum war diese Arbeit die Initialzündung dafür, sich künftig verstärkt eigenen Orchesterwerken zu widmen. Bereits ein Jahr später entstand seine ,Mississippi-Suite‘, die Episoden entlang des Flusslaufs schildert.

Das ,Warsaw Concerto‘ schrieb der britische Komponist Richard Addinsell 1941 für den Film ‚Dangerous Moonlight‘ in bester Rachmaninoff- Manier. Dort ist es das Werk eines polnischen Komponisten, der in den Wirren des 2. Weltkriegs eine amerikanische Reporterin heiratet und sein Konzert eng mit dem gemeinsamen Schicksal verknüpft: „It’s the story of us in Warsaw, of us in America.“

Eine durch und durch amerikanische Liebesgeschichte schrieb Leonard Bernstein Mitte der 1950er-Jahre mit der ,West Side Story‘: einer New Yorker Adaption des Romeo-und-Julia-Stoffes mit tödlichem Ausgang, aber unsterblicher Musik. Mit der Suite ,Symphonic Dances‘ aus den bekanntesten Nummern des Musicals bereicherte Bernstein 1961 zudem das Konzertrepertoire.

Solist: Kristjan Randalu
Dirigent: Hendrik Vestmann
Oldenburgisches Staatsorchester

05./06.11. 2017

2. SINFONIEKONZERT: Nordlichter

Franz Berwald (1796—1868): Ouvertüre zu ‚Estrella de Soria‘
Johannes Brahms (1833—1897): Doppelkonzert a-Moll für Violine und Violoncello op. 102
Eduard Tubin (1905—1982): 5. Sinfonie h-Moll

Großes Haus

Anfahrt

 

 

 

Der heute als bedeutendster schwedischer Komponist des 19. Jahrhunderts geltende Franz Berwald musste zu Lebzeiten lange um die gebührende Anerkennung kämpfen. So war er auch zunächst Leiter eines Orthopädischen Instituts und einer Sägemühle, bevor ihm eine Kompositionsprofessur zuteil wurde. In seiner in den 1840er-Jahren entstandenen Oper ‚Estrella de Soria‘ lässt er schon mit der Ouvertüre tief ins Kastilien des 15. Jahrhunderts eintauchen.

Während eines Schweiz-Aufenthaltes schrieb der gebürtige Hamburger Johannes Brahms 1887 mit dem Doppelkonzert sein letztes Orchesterwerk, das er seinem langjährigen Freund, dem Geiger Joseph Joachim, widmete. „Ganz famos“ fand auch der Dirigent Hans von Bülow das Konzert, in dem Solisten und Orchester eng verzahnt sind. Die Soloparts spielen der Konzertmeister des Oldenburgischen Staatsorchesters Lev Gelbard und der Cellist Alexander Hülshoff.

Der estnische Komponist Eduard Tubin floh 1944 vor der Roten Armee aus seinem Heimatland dauerhaft nach Stockholm und schrieb seine 5. Sinfonie 1946 ganz im Zeichen des persönlichen Neuanfangs. Nachdem der Dirigent Neeme Järvi sich für seine Werke eingesetzt hatte, gilt Tubin heute als bedeutendster Sinfoniker Estlands, zu dessen kompositorischen Merkmalen eine kunstvolle Synthese aus den verschiedensten stilistischen Einflüssen gehört.

Solist: Lev Gelbard
Solist: Alexander Hülshoff
Dirigent: Hendrik Vestmann
Oldenburgisches Staatsorchester

17.12.2017

3. SINFONIEKONZERT: Von Rhein und Donau

Franz Schubert (1797—1828): Ouvertüre zu ‚Rosamunde‘
Ludwig van Beethoven (1770—1827): Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur op. 58
Robert Schumann (1810—1856): Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 97 „Rheinische“

Weser-Ems-Hallen

Anfahrt

 

 

Der gebürtige Bonner Ludwig van Beethoven, der 1792 vom Rhein an die Donau zog, wurde zum einflussreichsten Wiener der Musikgeschichte. Um sein 1805/06 entstandenes viertes Klavierkonzert ranken sich Werke des Urwieners Franz Schubert und des Wahlrheinländers Robert Schumann. Letzterer sah darin „Beethovens vielleicht größtes Klavierkonzert“ und auch der „Ausdrucksmusiker par excellence“ (FAZ) Matthias Kirschnereit ließ sich davon nur zu gerne nach Oldenburg locken.

Die Ouvertüre zu ,Rosamunde‘ ist der Auftakt zu einer Schauspielmusik, die Franz Schubert 1823 zu dem Schauspiel ,Rosamunde, Prinzessin von Zypern‘ der Dichterin Helmina von Chézy schrieb. Nur wenig später starb Schubert im Alter von 31 Jahren und versank in Vergessenheit – bis einige Jahre später Robert Schumann während eines Wien- Aufenthaltes seine Werke wiederentdeckte und darin entscheidende Anregungen für sein eigenes sinfonisches Schaffen fand.

Im September 1850 zog Schumann mit seiner vielköpfigen Familie aus Dresden nach Düsseldorf, wo er den Posten des Städtischen Musikdirektors antrat. Seine Begeisterung über die wunderbare Rhein-Landschaft schrieb er schon bald in seiner dritten, ,Rheinischen‘ Sinfonie nieder, zu der ihn auch besonders die Erhabenheit des Kölner Doms inspirierte.

Solist: Matthias Kirschnereit
Dirigent: Hendrik Vestmann
Oldenburgisches Staatsorchester

21./22.01.2018

4. Sinfoniekonzert: Erinnerungen

Feliks Nowowiejski (1877—1946): Ouvertüre zu ‚Legenda Baltyku‘ op. 28
Peter Tschaikowsky (1840—1893): Violinkonzert D-Dur op. 35
Ludwig van Beethoven (1770—1827): Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92

Großes Haus

Anfahrt

 

 

Der polnische Komponist Feliks Nowowiejski studierte in Berlin u. a. bei Max Bruch und schloss auf einer ausgedehnten Europareise Kontakte zu vielen Musikern seiner Zeit. 1909 ließ er sich als Komponist und Kapellmeister wieder in Polen nieder, wo er bis heute hochgeschätzt ist. Seine im November 1924 in Posen uraufgeführte Oper ‚Legenda Bałtyku‘ schildert die Geschichte der legendären Stadt Vineta, die zur Strafe für ihre Unmoral in den Fluten der Ostsee versank.

Nicht nur das Oldenburgische Staatsorchester erinnert sich mit Begeisterung an den jungen Geiger Emmanuel Tjeknavorian, der dort 2016 als Solist im Violinkonzert von Jean Sibelius brillierte. Kaum war der Applaus verklungen, wurde das nächste Konzert geplant: Der zweiundzwanzigjährige Wiener spielt diesmal das hochvirtuose Konzert in D-Dur, das Tschaikowsky im Frühjahr 1878 am Genfer See komponierte.

Als Beethoven 1811/12 seine 7. Sinfonie schrieb, erschütterte ihn das Elend, das der einstmals von ihm so verehrte Napoleon über Europa gebracht hatte. So sahen nicht nur viele Zuhörer, sondern auch der Komponist selbst in diesem Werk einen Appell zur Völkerbefreiung und zugleich ein Gedenken an die Gefallenen. Vor allem der feierlich getragene zweite Satz „musste jedesmal wiederholt werden“, schwärmte ein früher Rezensent.

Solist: Emanuel Tjeknavorian
Dirigent: Hendrik Vestmann
Oldenburgisches Staatsorchester

04./05.03.2018

5. SINFONIEKONZERT: Zu neuen Ufern

Hector Berlioz (1803—69): Ouvertüre ‚Le Corsaire‘ op. 21
Philip Glass (*1937): Konzert für Saxophonquartett und Orchester
Felix Mendelssohn Bartholdy (1809—1847): Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 „Italienische“

Großes Haus

Anfahrt

 

 

Während eines Rom-Aufenthaltes im Sommer 1831 floh Hector Berlioz regelmäßig vor der Mittagshitze in den kühlen Petersdom. Dort vertrieb er sich die Zeit mit der anregenden Lektüre des zu jener Zeit sehr verbreiteten Epos ,The Corsair‘ von Lord Byron. Dreizehn Jahre später beschloss der Komponist, das Lektüre-Erlebnis in einer Konzertouvertüre festzuhalten, in der musikalisch die Meereswellen ebenso hoch schlagen wie die Emotionen in der Seele des Korsaren.

Philip Glass lässt in seinem 1995 entstandenen Konzert gleich vier Saxophone solistisch brillieren: Die Musiker des clair obscur Saxophonquartetts zeigen in den vier sehr unterschiedlichen Konzertsätzen die ganze Ausdrucksbandbreite dieses vergleichsweise jungen Instrumentes, das schon immer mehr nach einer Solo- als nach einer Orchesterkarriere strebte.

Im Jahre 1830 machte sich Felix Mendelssohn Bartholdy zu einer zweijährigen Bildungsreise nach Italien auf. Seine Eindrücke von dieser Reise, die ihn auf Goethes Spuren von Neapel bis nach Venedig führte, verewigte er in zahlreichen Zeichnungen – und in seiner 4. Sinfonie. Inspiriert von der italienischen Leichtigkeit empfand er sie selbst als das „lustigste Stück, das ich je gemacht habe“ und verarbeitete darin manch ein italienisches Moment wie beispielsweise den Springtanz ‚Saltarello‘.

Solisten: clair-obscur Saxophonquartett
Dirigent: Vito Cristofaro
Oldenburgisches Staatsorchester

15./16.04.2018

6. Sinfoniekonzert: Wurzeln

Zoltán Kodály (1882—1967): Tänze aus Galantha
Dmitri Schostakowitsch (1906—1975): Cellokonzert Nr. 1 Es-Dur op. 107
Franz Schubert (1897—1828): Sinfonie Nr. 8 („Nr. 9“) C-Dur D944

Großes Haus

Anfahrt

 

 

 

In seiner fünfteiligen Sammlung folkloristischer Tänze besann sich der ungarische Komponist Zoltán Kodály auf seine musikalischen Wurzeln: Aufgewachsen in der zwischen Wien und Budapest gelegenen Stadt Galanta, kam er bereits früh und intensiv mit der Musik einiger „Zigeuner“-Kapellen in Berührung, die er in der 1933 entstandenen Komposition verarbeitete. Entsprechend feurig oder melancholisch sind die einzelnen Tänze des Werkes, das der ungarische Dirigent Domonkos Héja sich für sein Oldenburger Konzert wünschte.

Wie sooft ließ der russische Komponist Dmitri Schostakowitsch auch in seinem ersten Cellokonzert die motivische Arbeit aus seinen Initialen DSCH wachsen. Das 1959 komponierte Werk ist seinem Freund Mstislaw Rostropowitsch gewidmet und mit seiner mitreißenden Mischung aus Modernität und Emotionalität ein mutiger Gegenentwurf zu den stalinistischen Vorstellungen von politisch adäquater Musik.

Schuberts ultimatives und viele nachfolgende Komponisten inspirierendes sinfonisches Werk war die „Große C-Dur“-Sinfonie, die je nach Deutung der historischen Sachlage mal „die Siebte“ und besonders häufig „die Neunte“ genannt wurde, eigentlich aber Schuberts achte Sinfonie ist. Sie zeigt in „himmlischer Länge“ (Schumann), wie Schubert die Zukunft der Sinfonie nach Beethoven sah.

Solist: László Fenyö
Dirigent: Domonkos Héja
Oldenburgisches Staatsorchester

13./14.05.2018

7. Sinfoniekonzert: Wandlungen

Anton Webern (1883—1945): Passacaglia op. 1
Max Reger (1873—1916): Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart op. 132
Carl Nielsen (1865—1931): Sinfonie Nr. 1 g-Moll op. 7

Großes Haus

Anfahrt

 

 

Als „Gesellenstück“ sah Anton Weber sein op. 1, mit dem er 1908 seine vierjährige Lehrzeit bei Arnold Schönberg in Wien abschloss. Dabei füllte er die althergebrachte Form der Passacaglia mit neuem Inhalt: In 23 Variationen und einer durchführungsartigen Coda beleuchtete er das Hauptthema mit spätromantischem, melodisch expressivem Orchesterklang.

Wenige Jahre später komponierte Max Reger sein wohl populärstes Werk: die sieben Variationen mit Schlussfuge nach einem Thema aus Mozarts Klaviersonate A-Dur KV 331. In einer Zeit, in der der Komponist mit den Folgen völliger Überarbeitung kämpfte, wurde Mozart für ihn immer bedeutsamer: „Gott der Allmächtige möchte uns einen Mozart senden; der tut uns bitter not“, soll er so manches Mal gesagt haben.

Die erste Sinfonie, die Carl Nielsen im Alter von 27 Jahren schrieb, gilt nicht nur als bedeutendes Zeugnis nationaler Sinfonik und mit allerlei Verspieltheiten als Werk des musikalischen Jugendstils, sondern auch als vorausweisendes Beispiel einer sich progressiv wandelnden Tonalität: Beginnend in g-Moll, endet sie in C-Dur. Es dauerte noch ein wenig, bis Nielsen auch im Ausland die gebührende Anerkennung fand, seitdem aber gilt der mit dem Danneborgorden Ausgezeichnete geradezu als nationaler Volksheld, nach dem nicht nur mehrere Institutionen, sondern auch ein Asteroid benannt wurden.

Dirigent: Evan Christ
Oldenburgisches Staatsorchester

03./04.06.2018

8. Sinfoniekonzert: Monumental

Arnold Schönberg (1874—1951): Gurre-Lieder
Oratorium für fünf Gesangssolisten,
Sprecher, Chor und Orchester

In Kooperation mit dem Theater Bielefeld

Weser-Ems-Hallen

Anfahrt

Mit seinen ‚Gurre-Liedern‘ bescherte Arnold Schönberg einem überraschten Wiener Publikum am 23. Februar 1913 ein Werk voll spätromantischen Wohlklangs. Jubelrufe schallten ihm entgegen und die Zeitungskritiken überschlugen sich vor Begeisterung. Dass dieses Oratorium klang wie längst kein anderes seiner Werke mehr, lag an der langen Entstehungszeit: Schon bald nachdem die deutsche Übersetzung der ‚Gurresange‘ des dänischen Dichters Jens Peter Jacobsen 1899 erschienen war, hatte der junge Schönberg einige Gedichte daraus zur Vertonung ausgewählt: zunächst für Gesang und Klavier, dann als Grundlage eines großen dreiteiligen Oratoriums. Die zugrundeliegende mittelalterliche Legende erzählt von der tragischen Liebe des Königs Valdemar IV. Atterdag (1320 – 1375) zu seiner Geliebten Tove und spielt vor allem in Schloss Gurre im Norden Seelands.

Die kompositorische Arbeit hatte Schönberg bereits 1901 beendet – doch die aufwändige Instrumentierung zog sich über zehn Jahre hin und nahm immer größere Ausmaße an: Mit 129 Orchestermusikern, drei vierstimmigen Männerchören, einem achtstimmig gemischten Chor, fünf Solisten und Sprecher gelten die ‚Gurre-Lieder‘ als größtbesetztes Werk der Musikgeschichte.

Dirigent: Hendrik Vestmann
Waldemar: Thomas Mohr
Tove: Sarah Kuffner
Waldtaube: Melanie Lang
Bauer: Kihun Yoon
Klaus Narr: Daniel Pataky
Sprecher: N. N.
Chor und Extrachor des Oldenburgischen Staatstheaters
Chor und Extrachor des Theaters Bielefeld
Oldenburgisches Staatsorchester
Bielefelder Philharmoniker