Krieg der Welten

Uraufführung
nach Motiven eines Hörspiels von Orson Welles und Howard Koch
Bearbeitung für die Bühne von Luise Voigt und Jonas Hennicke


++ Gratulation an Regisseurin LUISE VOIGT und Schauspieler PIRMIN SEDLMEIR, die beide in der Kritiker*innenumfrage von Theater heute als beste*r Nachwuchskünstler*in für ihre Beteiligung an dieser Produktion nominiert wurden! ++

„Lässt sich mit drei Darstellern und Minibühne der Weltuntergang suggerieren? Gewiss. Die Spannung steigt bis zum verblüffenden Schluss. Eine gewaltige Licht- und Geräuschregie trägt überdies zum Erfolg bei. Kurzum: tolles Theater um Manipulation und Simulation. Ein herrliches Spiel mit unseren Vorstellungen. Ein Stück, das man nicht verpassen sollte.” (Nordwest Zeitung)

„Ein spannendes Stück, das zeigt wie Medien zwischen Panikmache, Vertrauen in Behörden und Wahrheitssuche ihren Weg finden müssen.(NDR Info)


Der Halloween-Abend des Jahres 1938. Millionen Menschen sitzen vor ihren Rundfunkempfängern und hören Tanzmusik auf CBS. Das Ramón Raquello Orchestra live aus dem Park Plaza Hotel in New York. Plötzlich eine Sonderdurchsage: Ein Observatorium meldet große Gasexplosionen auf dem Mars. Doch zurück zur Musik. Seichte, beschwingte Rhythmen dringen in jedes Ohr. Wenige Minuten später die nächste Zwischenschalte: Ein riesiges, flammendes Objekt ist auf eine Farm in Washington gestürzt. Die Zuhörer werden aufgeregter – der Reporter langsam panisch, als er verkündet: „Gott im Himmel! Etwas kriecht aus dem Schatten wie eine graue Schlange. Das sieht wie ein Tentakel aus … Ich kann seinen Körper sehen … groß wie ein Bär und glänzend wie nasses Leder.“ Hunderte besorgte Hörer rufen nun bei CBS an, werden aber beruhigt: Alles sei nur ein Radiohörspiel. Die Invasion der Marsianer fände nicht statt. Noch Tage später entdeckt man in Wäldern und U-Bahn-Schächten verängstigte Menschen, die sich vor der vermeintlichen Gefahr versteckt hatten, und der Regisseur des Abends, Orson Welles, muss sich in der Öffentlichkeit wie vor einem Tribunal verantworten: Er habe durch seinen leichtsinnigen, medialen Streich eine Massenhysterie ausgelöst, lautete der Vorwurf der Sensationspresse. Dies war zwar nicht im Entferntesten der Fall, da nur eine begrenzte Anzahl von Zuhören das Spektakel überhaupt verfolgt hatte und in Panik geraten war, dennoch hatte Welles an diesem Abend Geschichte geschrieben. Den Beweis für die Manipulierbarkeit des Menschen durch Massenmedien hätte man nicht beeindruckender erbringen können.

Das Oldenburgische Staatstheater nähert sich einem der berühmtesten Tondokumente der Zeitgeschichte auf humorvolle Art, indem in einer Live-Hörspiel-Situation gezeigt wird, mit welchen einfachen Tricks und Mitteln der vermeintliche Weltuntergang simuliert werden kann. Ein Spiel mit den Realitäten von Hören und Sehen, Denken und Fühlen.

 

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Mit freundlicher Unterstützung von

Bilder

 
 

Besetzung

Regie und Ausstattung: Luise Voigt
Licht: Sofie Thyssen/ Arne Waldl
Dramaturgie: Jonas Hennicke
Mit:

Termine

Wiederaufnahme — 06.09.2016

Dauer

90 Minuten

Spielstätte

Kleines Haus Anfahrt