Der Golem (UA)

von Luise Voigt, Tobias Ginsburg, Daphne Ebner und Matthias Mohr

Eine Kooperation zwischen dem Oldenburgischen Staatstheater und dem Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst


 „(...) das Ereignis, das von Franziska Werner, Rajko Geith, Pirmin Sedlmeir und Klaas Schramm voller Energie und kühlem Humor dargeboten wird, kommt derart raffiniert über die Rampe, dass man von einem Diskurstheater der sinnlichen Art sprechen könnte. (...) eine rasante Achterbahnfahrt durchs zeitgenössische Denken.” (Nordwest Zeitung)

„Dank eines sinnlichen Spiels, viel Humor, dekorativer Einfälle und jeder Menge Text wird der Mensch und das Thema Menschlichkeit facettenreich beleuchtet.” (Weser Report)

 

Der Traum vom Erschaffen künstlichen Lebens ist so alt wie die Menschheit selbst. Von der mittelalterlichen Legende des Golems von Prag über den aktuellen Versuch von Microsoft, künstliche Intelligenz zu kreieren, den Chat-Bot „Tay”, der innerhalb von kürzester Zeit zum Rassisten im Internet mutierte, spiegelt jede Erzählung höchst menschliche Sehnsüchte und die conditio humana wider.

Wie lassen sich unsere menschlichen Grenzen mittels moderner Technik erweitern? Dürfen wir unterwerfen, was wir selbst erschaffen haben? Wie viel Menschlichkeit braucht wahre Liebe? Wie viel Präzision braucht guter Sex? Gibt es das ewige Leben? Was früher aus Lehm und dem Willen der Götter gefertigt wurde, ersetzen heute Algorithmen und Programmiersysteme.

Diese sind auch die Materialien, mit denen die Anhänger des „Transhumanismus“ eine neue Spezies formen wollen. Die Bewegung aus Deutschland, England und den USA hat sich dem Ziel verschrieben, die Grenzen und Möglichkeiten des Menschen zu erweitern. Alle  Einschränkungen, denen wir durch unsere biologischen Körper ausgesetzt sind, sollen und können, so lautet das Versprechen der Zukunft, überwunden werden. Sterblichkeit, Müdigkeit, Alterungsprozesse, Erinnerungslücken, Störanfälligkeit – all das könnte für die neue Spezies der Transhumanisten künftig kein Problem mehr sein. Durch technische Prothesen oder winzige Nanobots, die sich in unseren Blutkreislauf oder unsere Gehirne einspeisen lassen, lässt sich jeder Körper in der gewünschten Weise optimieren. Aber wollen wir das überhaupt?

Die Theater- und Hörspielregisseurin Luise Voigt, die mit ihrer vielbeachteten Oldenburger Inszenierung ,Krieg der Welten' zum Heidelberger Stückemarkt 2016 eingeladen wurde, wagt für die Spielzeiteröffnung einen Blick in die Forschungslabore der Gegenwart und spielt mit verwegenen Zukunftsszenarien, die gestern noch wie Science-Fiction wirkten und die zum Teil heute schon Einzug in unseren Alltag und unsere Körper halten. Für das Projekt führte sie zahlreiche Interviews, die sie in eine Mischung aus Live-Hörspiel, O-Ton-Theater und experimentellem Klangkonzert überführt. 


„Die Invasion der vom Menschen geschaffenen Technologie in seinen eigenen Körper ist unvermeidlich.“ (Stanisław Lem)


Gratulation an Regisseurin LUISE VOIGT und Schauspieler PIRMIN SEDLMEIR, die beide in der Kritiker*innenumfrage von Theater heute als beste*r Nachwuchskünstler*in für ihre Beteiligung an unserer Produktion KRIEG DER WELTEN nominiert wurden!

 

In Kooperation mit dem Hanse-Wissenschaftskolleg

Bilder

 
 

Besetzung

Regie & Konzept: Luise Voigt
Raum, Musik & Lichtkonzept: Matthias Mohr
Kostüme: Clara Kaiser
Dramaturgie: Daphne Ebner
Licht & Beleuchtungsmeister: Arne Waldl
Mit:

Termine

Premiere — 26.08.2016

Dauer

120 Minuten

Spielstätte

Exerzierhalle Anfahrt