Das Leben ein Traum

von Pedro Calderón de la Barca


„Ein Theaterstück mit philosophischer Pointe. (...) sehr unterhaltsam.”
(Nordwest Zeitung)


Als König Basilio geweissagt wird, dass sein Sohn Sigismund einmal zum größten Tyrannen Polens heranwächst, dessen Herrschaft das Land in einen Bürgerkrieg stürzen wird, lässt er ihn kurzerhand wegsperren. In einem Felsenverlies in den Bergen wächst der Prinz fortan abgeschottet von der Welt unter der Aufsicht des Wächters Clotald auf. Da verirrt sich eines Tages die junge Rosaura in Begleitung ihres närrischen Dieners Clarín in die Höhle, wo das Leid des eingesperrten Gefangenen sie über ihr eigenes Schicksal hinwegtröstet. Rosaura wiederum ist nicht, was sie scheint: Um sich für eine unglückliche Liebesgeschichte zu rächen, will sie sich als Mann verkleidet an den Hof Basilios begeben. Zur gleichen Zeit kommen dem gealterten König Zweifel an seiner fatalistischen Überzeugung von der Unabänderbarkeit des Schicksals. Er beschließt, Sigismund für einen Tag aus dem Kerker zu befreien. Gelingt es diesem, seiner Vorherbestimmung zu entgehen und gerecht zu herrschen, so darf er künftig als rechtmäßiger Thronfolger seinen Vater beerben. Erfüllt sich jedoch die Prophezeiung vom grausamen Tyrannen, landet er wieder in seinem Verlies. Der Tag am Königshof soll ihm von Clotald dann als bloßer Traum verkauft werden.

Welchen Stellenwert behalten die Grundprinzipien von Recht und Gerechtigkeit, wenn die Grenzen zwischen Wachen und Träumen verschwimmen und die Welt zur bloßen Inszenierung wird, in der nichts ist, wie es scheint? Regisseur Tim Tonndorf hat bereits bei ,Kampf um Troja‘ (Spielzeit 14/ 15) und der ,Odyssee‘ (Spielzeit 15/ 16) gegenwärtige Mechanismen von Macht und Gesellschaft anhand großer Erzählungen der Menschheitsgeschichte untersucht. Das Weltbild des Siglo de Oro, des Goldenen Zeitalters Spaniens, das von 1550 bis 1680 dauerte, steht mit seinem Glauben an Vorherbestimmung auf den ersten Blick in krassem Gegensatz zu unseren heutigen Vorstellungen. Gerade diese vermeintliche Gegensätzlichkeit wird zum Ausgangspunkt für die Frage, wie frei der Mensch tatsächlich in seinem Willen und Wollen ist, und wer oder was sein individuelles Schicksal limitiert und lenkt.

Bilder

Besetzung

Bühne und Kostüm: Anna Bergemann
Dramaturgie: Marc-Oliver Krampe
Rosaura: Lisa Jopt
Clarin: Caroline Nagel
Sigismund: Johannes Lange
Clotaldo: Klaas Schramm
Astolfo: Pirmin Sedlmeir
Estrella: Yassin Trabelsi

Termine

Premiere — 16.10.2016

Dauer

155 Minuten

Spielstätte

Kleines Haus Anfahrt

Kurzeinführung