Workshops

Hier bilden wir die Bande, die weiterdenkt, was mit RESETTING STAATSTHEATER und BANDEN! seinen Anfang nimmt. Und Sie, liebe Oldenburger*innen, sind für diese Bande ganz besonders wichtig: Entwickeln Sie gemeinsam mit Studierenden, Schauspieler*innen und Mitarbeiter*innen des Staatstheaters sowie Fachleuten Ihr Theater der Zukunft selbst mit! Denn es ist Ihr Theater!

In den Workshops werden Sie z.B. ein Manifest für das Schauspiel des Oldenburgischen Staatstheaters entwerfen. Oder Sie werden Visionen entwickeln für ganz neue Herangehensweisen an die Theaterkunst. Und diese dann am Samstag auf dem Abschluss-Podium zur Diskussion stellen.

Kosten 5,— pro Workshop
Treffpunkt Theatercafé
Anmeldung bei
Anna-Teresa Schmidt
dramaturgie@staatstheater-ol.niedersachsen.de
Tel 0441.2225–130

Welche Rollen soll das Schauspiel für Oldenburg spielen?

Stefanie Beckmann

Fr 31.03., 10.30–14.30 Uhr | Sa 01.04., 10.30–14 Uhr

Oldenburger*innen, Theaterexpert*innen und Studierende durchstöbern die Zukunft des Staatstheaters und entwerfen eine gemeinsame Vision für das Schauspiel. Die Fähigkeit zum Wandel ist eine wesenseigene Qualität des Theaters, dessen Sache Selbstverständlichkeiten niemals waren. Das Theater hat sich mit Neugier gegenüber dem Ungewissen immer wieder verändert. Welche Rollen wird das Schauspiel zukünftig für Oldenburg spielen? Von welchen Vorstellungen können wir uns trennen? Welche Allianzen bilden wir? Lassen Sie uns in diesem Workshop eine Bande aus Studierenden, Theaterschaffenden des Schauspiels auf und hinter der Bühne und Oldenburger*innen gründen, um das Schauspiel für Oldenburg von der Zukunft her zu denken. Die Ergebnisse unserer gemeinsamen Arbeit werden zu Beginn der Podiumsdiskussion am Samstag vorgestellt, um dort als eine Diskussionsgrundlage zu dienen.

Stefanie Beckmann arbeitete u.a. als Regieassistentin von Christoph Schlingensief und als Dramaturgin am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, bevor sie als Leiterin der Dependance des Goethe-Instituts nach Island ging. Anschließend arbeitete sie als Persönliche Referentin des Staatssekretärs für Kulturelle Angelegenheiten in Berlin.
Von 2012 bis 2016 war sie Theoriedozentin an der Otto-Falckenberg-Schule in München. Unter Einbeziehung des Systemischen Coachings entwickelte sie einen Unterrichtsansatz, der die Schauspieler*innen in ihrer eigenständigen künstlerisch-konzeptionellen Arbeit und Persönlichkeitsentfaltung fördert. Sie lehrt regelmäßig an der Universität Hildesheim und im Studiengang Dramaturgie an der Bayerischen Theaterakademie August Everding. Als Systemischer Coach arbeitet sie mit Künstler*innen und Kultureinrichtungen zusammen. www.zeitigen.de 

Performative Vorahmung

Kevin Rittberger

Fr 31.03., 10.30–14.30 Uhr | Sa 01.04., 10.30–14 Uhr

Der Workshop nimmt die gegenwärtigen Debatten auf und versucht, „repräsentatives Theater“ anders zu denken, nicht im Gegensatz zum Performativen, sondern damit verbunden. Ist Performativität nur das nackte Leben oder bereits ein neuer, gemeinsamer Erscheinungsraum? „Denn wahr ist nur, was nicht in diese Welt passt.“ Was ist überhaupt Mimesis? Mimetische Kunst bezieht sich nicht notwendigerweise auf eine Wirklichkeit. „Es heißt nicht Nachahmung, sondern Vorahmung.“ Mit Adorno handelt es sich um „das Vorgeistige“. Wird im Prozess der Vorahmung ein Spiel, ein Modell, ein gemeinsames Übungssystem, ein Ritual erschaffen? Mimesis bezeichnet die menschliche Fähigkeit, innere Bilder, Fantasie, Eigensinn, Magie, Protestformen und Wünsche mittels körperlicher Gesten zur Darstellung zu bringen. Die Teilnehmer*innen werden eingeladen, das Performative am Mimetischen und das Mimetische am Performativen zu entdecken und ihre Entdeckungen in der Abschlussdiskussion gemeinsam hervorzubringen.

Kevin Rittberger hat als Autor, Kurator und Regisseur seine Arbeiten an zahlreichen Theatern im deutschsprachigen Raum gezeigt, z.B. am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, am Schauspielhaus Wien, Schauspiel Frankfurt, Düsseldorfer Schauspielhaus, Deutschen Theater Berlin, Residenztheater München, Theater Basel und am Maxim Gorki Theater in Berlin. Für seine Regiearbeiten wurde ihm der Kurt-Hübner-Regiepreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste verliehen. Rittbergers collagenförmige Arbeiten entstehen häufig zusammen mit Bildenden Künstlern, Komponisten, Wissenschaftlern und Aktivisten. Kevin Rittberger beteiligt sich sehr engagiert an der gegenwärtigen Debatte einer zeitgenössischen Theaterästhetik, z.B. auf nachtkritik.de.

Infos zu Kevin Rittberger auf: www.kevinrittberger.de 

 

Die Workshops finden im Rahmen des BANDEN!-Festivals neuer performativer Allianzen statt.

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